An den Ursprung erinnern

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Andreas Kroll, Geschäftsführer von „in.Stuttgart“.  Foto: 

Schon jetzt spürt Wulf Wager das Adrenalin, wenn er an das Historische Volksfest 2018 denkt. Der Brauchtums-Experte hat die Stadt Stuttgart davon überzeugt, auf dem Schlossplatz ein Doppeljubiläum zu feiern: 200 Jahre Cannstatter Volksfest und 100 Jahre Landwirtschaftliches Hauptfest. „Für die Besucher soll Geschichte lebendig und erlebbar werden“, erklärte Wager gestern.

Das Spektakel wollen die Veranstalter von „in.Stuttgart“ dazu nutzen, an die Wurzeln des Fests zu erinnern. „Wir haben hier die Chance, unsere Geschichte zu erzählen“, sagte Geschäftsführer Andreas Kroll. Dies unterstützt auch das Agrarministerium. Kaum einer wisse heute noch, dass hinter der Fruchtsäule „die Erfahrung von Missernten und Hunger steht“, betonte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch.

Wegen eines Vulkanausbruchs wurde 1816 das von Missernten und Hungersnöten geprägte „Jahr ohne Sommer“. Deshalb gründeten Württembergs König Wilhelm I. und seine Frau die „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins“ zur Förderung der Landwirtschaft. Ein Jahr später wurde das „Landwirtschaftliche Fest zu Kannstadt“ gefeiert, das erste Cannstatter Volksfest.

200 Jahre später wird vom 26. September bis 3. Oktober gefeiert. Die Alleen des Schlossplatzes werden zu Kirmes-Promenaden des 19. und 20. Jahrhunderts mit Artisten, Gauklern und Quacksalbern. Nostalgische Fahrgeschäfte sind dabei, etwa ein Riesenrad aus dem 20. Jahrhundert oder ein Autoskooter aus den 30er Jahren. Es gibt auch einen Handwerker- und Krämermarkt sowie eine Ausstellung historischer Schaustellerwagen. Rund um die Jubiläumssäule werden „100 Exponate der baden-württembergischen Landwirtschaft“ gezeigt und in einem „Karussell-Zelt“ wird die Geschichte des Cannstatter Volksfestes präsentiert. Durstige können im historischen Festzelt das Jubiläumsbier probieren.

Michael Föll hat ausgerechnet, dass das nächste Doppeljubiläum erst wieder in 400 Jahren ist. Der für den Wasen zuständige Bürgermeister sprach deshalb augenzwinkernd von der „Krönung meiner Amtszeit und meines Lebens“. Rainer Lang

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