Hörvergnügen in bester Klangqualität

Junge Musiker treffen junge Stimmen: Das Ensemble "arSono" und der Knabenchor "Collegium iuvenum" haben kürzlich in Murrhardt ein Benefizkonzert für die Murrhardter Bürgerstiftung gegeben.

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Mit einer Klangreise durch verschiedene Länder, Epochen und Stile boten die Musiker des Jugendensembles arSono der Riebesamstiftung und die Sänger des Knabenchors Collegium iuvenum Stuttgart den vielen Zuhörern in der Festhalle ein Hörvergnügen in bester Klangqualität. Beim Benefizkonzert zugunsten der Bürgerstiftung Murrhardt präsentierten sie in unterschiedlichen Besetzungen Werke vom Barock über Romantik und Jazz bis zu zeitgenössischer Filmmusik und Perkussion.

Informativ und charmant führte Detlef Neumann durchs Programm. Höhepunkte waren die Auftritte des Jugendensemble-Orchesters, das Julia Gottlieb-Vielhaber leitete. Mit elegantem, warmem und weichem Klang präsentierte es Sergej Rachmaninows sehnsuchtsvolle Vocalise für Violoncello und Streichorchester aus den Romanzen Opus 34 mit bezaubernden Harmonien, arrangiert von Cellistin Lia Vielhaber. Ein Streichquartett brachte in italienisch beschwingter Manier die kunstvoll vierstimmig gestaltete, anmutige Melodik von Antonio Vivaldis Concerto Grosso d-Moll Opus 3 Nr. 11 zum Ausdruck.

Doch das Orchester kann nicht nur Klassisches, sondern auch Modernes hervorragend interpretieren. Ein echter akustischer Leckerbissen war "The Beatles Forever", ein Medley der schönsten Songs von John Lennon und Paul McCartney, die auch dank der Streicher wunderbar verträumt und gefühlvoll klangen.

Melodisch und beschwingt kam Dmitri Schostakowitschs bekannter Walzer Nr. 2 aus der Jazz-Suite daher. Auch Jazz macht den jungen Musikern, die ein ausgezeichnetes Rhythmusgefühl haben, viel Spaß. Das zeigten sie mit dem flott swingenden Kangaroo-Boogie von Alfred Pfortner und dem bekannten, 1930 von Irving Berlin komponierten flotten Standard "Puttin on the Ritz". Ebenso Stücke von Leroy Anderson mit kleinen akustischen Überraschungen und Gags.

Trompeter Jón Vielhaber imponierte mit einem prächtigen Solo im stimmungsvollen "Trumpets Lullaby". Schlagzeuger Daniel Finke begeisterte im "Typewriter" das Publikum mit seiner souveränen Beherrschung einer alten mechanischen Schreibmaschine von Detlef Neumann. In "Jazz Pizzicato" im reizvollen Stil des Early Jazz swingten alle Streichinstrumente gezupft. Und in "The Syncopated Clock" im typischen amerikanischen Wohlfühlsound schien ein Wecker Freudensprünge zu machen.

Für Furore sorgten die Perkussionisten Daniel Finke und Vincent Mayer mit drei Tomtom-Trommeln, vier Schlegeln und "Theatric Nr. 1", einem fulminanten Perkussionstück mit verschiedenen Rhythmen von Casey Cangelosi.

Ein toller Gag war "Daniel, der Cyberdirigent": Da spielte Daniel Finke einen vollautomatischen Dirigenten-Roboter, den Jón Vielhaber fernsteuerte. Am Beispiel von Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie Nr. 40 g-Moll stellte Vielhaber die diversen Funktionen des Cyberdirigenten vor. Auf Knopfdruck der Fernbedienung erklang die Musik leiser oder lauter, langsamer oder schneller, in Dur oder Moll, zurück oder vorwärts, denn das Streichorchester folgte prompt, als wäre es ebenfalls ferngesteuert. Mithilfe des Cyberdirigenten konnte Vielhaber sogar den Klangunterschied zwischen einer rauschenden Schallplatte mit Rille und der nebengeräuschfreien CD verdeutlichen.

Die Riebesamstiftung fördert auch das Collegium iuvenum, das Friedemann Keck leitet. Die Chorsänger interpretieren vorwiegend geistliche Werke, zeigten im Benefizkonzert aber, wie wunderschön sie auch weltliche Musik vortragen können. So den modernen, rhythmischen Song "For the Beauty of the Earth" von John Rutter und zwei melodisch reizvolle Lieder aus dem Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu" von Bruno Coulais, die das Orchester begleitete.

Eindruck machten auch die Sopransänger-Duette Jakob Zimmermann und Benjamin Thiel, Josua Bernbeck und Elias Grathwohl-Karl sowie August Lind-Neider und Leonard Gabel, die Korrepetitor Antal Váradi am Klavier begleitete. Mit glockenhellen Stimmen und exakt aufeinander abgestimmtem Gesang gestalteten sie stilvoll Werke von Michael Praetorius, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann, Henry Purcell und einem unbekannten Komponisten. Unter anderem meisterten sie die schwierigen Koloraturen in Vivaldis "Laudamus Te" und die Melodiebögen in Mendelssohn-Bartholdys "Ich harrete des Herrn".

Mit enthusiastischem Applaus und Bravo-Rufen dankten die Zuhörer allen Mitwirkenden für ihre klangvollen Darbietungen.

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