Konsul für 1200 Inseln Christian von Stetten hilft den Malediven jetzt diplomatisch

Künzelsau.  Auf der langen Liste der Ehrenämter des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten (40) gibt es einen neuen Eintrag: Der Parlamentarier avancierte zum Honorarkonsul der Malediven.

Dem Mini-Staat mit seinen 400 000 Einwohnern steht das Wasser bis zum Hals: Wenn die Prognosen von der Erderwärmung tatsächlich stimmen, dann versinken in absehbarer Zeit die gerade mal einen Meter über dem Meeresspiegel liegenden 1200 Atoll-Inselchen im Indischen Ozean. Deshalb schlug der neue, nach vielen Jahren der Diktatur erstmals nach demokratischen Regeln gewählte Präsident Mohamed Nasheed im Vorjahr spektakulär Alarm: Mit einer Unterwasser-Sitzung seines Kabinetts und dem Plan, die Malediven binnen zehn Jahren in einen CO2-neutralen Staat zu verwandeln - ein schwieriges Unterfangen in einem Land, dessen Energieversorgung noch 90 Prozent über Dieselgeneratoren läuft. Auf der Suche nach Verbündeten im Kampf gegen den drohenden Untergang wurde das Außenministerium der Malediven in Hohenlohe fündig: Der CDU-Parlamentarier Christian von Stetten lernte die paradiesischen Eilande erstmals im Jahr 1991 bei einem Urlaub kennen und knüpfte seither intensive Kontakte zu maledivischen Politikern - erst recht nach den ersten freien Wahlen im Jahr 2008.

Deshalb empfindet er es auch als "große Ehre", als neuer Honorarkonsul des Staates nicht nur bei der Festigung der nach wie vor wackligen Demokratie auf den Malediven zu helfen, sondern auch den Klimaschutz auf den Inseln selbst voranzubringen. Christian von Stetten vermittelt hierzu in erster Linie Kontakte zu deutschen Unternehmen, die mit ihrer Technologie das unerschöpfliche Reservoir an Sonne, Wind und Wellen auf der Insel-Gruppe erschließen können.

Die konsularischen Drähte laufen in einem eigens in Berlin eingerichteten Büro bei einer stundenweise beschäftigten Mitarbeiterin zusammen. "Alles aus eigener Tasche bezahlt und streng von der Bundestagsarbeit getrennt", wie der CDU-Parlamentarier sagt.

Überhaupt bedeutet das Wörtlein "Honorar" vor dem "Konsul" in diesem Fall nicht etwa eine Vergütung, sondern "Ehre". Dicker wurde die Brieftasche des Freiherrn lediglich durch den neuen Diplomaten-Pass, der jetzt neben dem deutschen und dem durch seine Mutter erworbenen Schweizer Pass steckt.

Auf ein exklusives "CC"-Schild am Auto, wie es dem konsularischen Korps zusteht, will Christian von Stetten indes verzichten: "Solche Insignien sind mir nicht so wichtig - ich will nur diesem Land und seiner jungen Demokratie helfen."


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Autor: HARALD ZIGAN | 06.09.2010

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