Preisträger aus Waldenburg, Fichtenberg und Bühlertann

Neun Initiativen aus Baden-Württemberg werden in Sontheim/Brenz mit dem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet. Ein Drittel der Preisträger kommt aus der Region.

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  • Gerhard Walter von den Hohenloher Höfen in Geißelhardt war 2011 einer der Preisträger. 2017 gehören erneut Landschaftsschützer aus dem Landkreis Hall zu den Gewinnern. 1/6
    Gerhard Walter von den Hohenloher Höfen in Geißelhardt war 2011 einer der Preisträger. 2017 gehören erneut Landschaftsschützer aus dem Landkreis Hall zu den Gewinnern. Foto: 
  • Fichtenberger Schüler pflegen ein Biotop. 2/6
    Fichtenberger Schüler pflegen ein Biotop. Foto: 
  • Kühe von Familie Messer grasen bei Waldenburg. 3/6
    Kühe von Familie Messer grasen bei Waldenburg. Foto: 
  • Kühe von Familie Messer grasen bei Waldenburg. 4/6
    Kühe von Familie Messer grasen bei Waldenburg. Foto: 
  • Familie Hees hält das alte Köhler-Handwerk am Leben. 5/6
    Familie Hees hält das alte Köhler-Handwerk am Leben. Foto: 
  • Kinder spielen in der Nähe der Tannenburg. 6/6
    Kinder spielen in der Nähe der Tannenburg. Foto: 
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Der Schwäbische Heimatbund und der Sparkassenverband Baden-Württemberg verleihen am kommenden Montag, 9. Oktober, den Kulturlandschaftspreis. Die Festansprache wird gehalten von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch.

„Verantwortung gemeinsam übernehmen“ ist das Motto der Jungenschaft Neipperg, die sich mit ihrem Kleindenkmalprojekt um den Kulturlandschaftspreis 2017 beworben hat. „Sie demonstriert gemeinsam mit dem Osterferienprogramm Fichtenberg, das den diesjährigen Jugend-Kulturlandschaftspreis erhält, dass die Auseinandersetzung mit den Ressourcen unserer Landschaften und deren Pflege, das Weitergeben von Wissen sowie Einblicke in ökologische Zusammenhänge generationenübergreifende Aufgaben sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. Insgesamt sechs Initiativen erhalten einen Kulturlandschaftspreis, außerdem werden drei Sonderpreise für Kleindenkmale vergeben, darunter die Jungs aus Neipperg.

Seit zehn Jahren im Einsatz

Mit dem Jugendpreis fördern der Schwäbische Heimatbund und der Sparkassenverband Baden-Württemberg als Auslober gezielt die Begegnung junger Menschen mit der Kulturlandschaft in Württemberg. „Wer wie die Fichtenberger Kinder und Jugendlichen über zehn Jahre hinweg ein Thema wie die Offenhaltung der Landschaft besetzt oder wie in Neipperg die Beschäftigung mit Kleindenkmalen in die gesamte Bürgerschaft trägt, prägt eine ganze Region und vermittelt außerdem viel Spaß beim bewussten Umgang mit der Geschichte unserer Heimat“, betont Dr. Bernd Langner, Geschäftsführer des Schwäbischen Heimatbundes. Die nachhaltige Nutzung charakteristischer Kulturlandschaften zeigt sich auch beim Engagement von gleich vier weiteren Preisträgern: In Waldenburg (Hohenlohekreis), in Bühlertann (Landkreis Schwäbisch Hall), in Sontheim (Kreis Heidenheim) sowie in Bad Waldsee (Kreis Ravensburg) kümmere man sich auf ganz unterschiedliche Weise vorbildlich um Bäume, Wiesen und Vieh und um die Vermarktung der Produkte.

Eine innovative Besonderheit stellt das Konzept „Rent a Goiß“ von Familie Wolf aus Bad Waldsee dar, die seit vielen Jahren erfolgreich Ziegen zur Landschaftspflege vermietet. Dieses Engagement ergänzt Familie Hees aus Ebersbach-Büchenbronn, die die uralte Tradition der Köhlerei wachhält – ein rar gewordenes Charakteristikum in der Kulturlandschaft.

Familie Zipperer von der Tannenburg bei Bühlertann verbindet  ihren Bio-Landwirtschaftsbetrieb mit Naturpädagogik und Freizeit. Prägend für viele Landstriche in Württemberg sind auch die Streuobstbestände, die derzeit eine Renaissance erleben. Hier gehen Nutzung und Naturschutz Hand in Hand. Um dies nachhaltig zu gewährleisten, unternimmt Familie Messer aus Waldenburg ebenso große Anstrengungen wie die Naturschutzgruppe des Schwäbischen Albvereins in Sontheim/Brenz.

Jeder der Preisträger erhält ein Preisgeld von 1500 Euro. Insgesamt beträgt die Preissumme 10 500 Euro. Sie wird von der Sparkassenstiftung Umweltschutz zur Verfügung gestellt.

Der Jugend-Kulturlandschaftspreis geht an das Fichtenberger Osterferienprogramm. Kinder und Jugendliche hatten sich an mehreren Projekten beteiligt: Biotoppflege, Landschaftsschutz, Entbuschungsmaßnahmen, Obstbaum­pflanzungen, Anbringen von Nisthilfen oder Anlage von Blumenstreifen. Die Geburtsstunde des Osterferienprogramms war die Wiederherstellung eines Biotops im Jahr 2009. Seither gab es jährlich Pflegeaktionen mit durchschnittlich 35 Kindern und Jugendlichen. Bemerkenswert ist ihr Einsatz für die Natur.

Einen der Preise erhält Familie Messer aus Waldenburg. Zu ihren Verdiensten gehören umfangreiche Obstbaumbewirtschaftungen mit 400 Bäumen, Getreide- und Futteranbau in Hanglagen, Vertragslandschaftspflege und Vermarktung von Obst und Fleisch. Seit vielen Jahren pflegt Familie Messer dabei markante Hanglagen und hilft auf diese Weise mit, das charakteristische Landschaftsbild der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge zu bewahren. Auf einem Drittel der Flächen baut sie Getreide und Kleegras für die hofeigenen Tiere – Mutterkuhherde und Mastschweine – an.

Die Tannenburg GbR von Ruth und Ernst-Martin Zipperer aus Bühlertann wird ebenfalls mit einem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet. Der Bio-Landwirtschaftsbetrieb zeichnet sich durch eine Mutterkuhherde, Beweidungskonzept, Grünlandwirtschaft und Streuobstpflege nebst Erlebnispädagogik mit Gästepension und Schullandheim aus. Die Tannenburg – eine gut erhaltene Stauferburg – ist seit über 80 Jahren im Besitz von Familie Zipperer. Sie ist der Ausgangspunkt für ein integriertes Konzept mit Landwirtschaft und Gästepension nebst Veranstaltungsräumen.

Weitere Preisträger sind die Köhlerfamilie Hees aus Ebersbach-Büchenbronn, die Naturschutzgruppe des Albvereins aus Sontheim an der Brenz, Stefanie Wolf und Alfons Kohlmeier-Wolf aus Bad Waldsee. Letztere überzeugen mit ihrem Konzept der Ziegenvermietung zur Landschaftspflege unter dem Titel „Rent a Goiß“. Der Sonderpreis „Kleindenkmale 2017“ geht an die Jungenschaft Neipperg der evangelischen Kirchengemeinde Brackenheim. Ausgezeichnet werden auch Roland Buggle aus Schorndorf, Eberhard Klein aus Schlaitdorf und Günther Schwarz aus Waldenbuch.

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