Asylheim: Brand wegen einer Zigarette

Die Polizei schließt Brandstiftung aus: Das Feuer, das in der Nacht zu Donnerstag in der Asylbewerberunterkunft im Steinbeisweg ausgebrochen ist, wurde wohl durch eine brennende Zigarette ausgelöst.

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Am Vormittag nach dem Feuer in der Asylunterkunft: Auf dem Boden der Küche liegt ein verkohlter Gegenstand, von dem nicht sicher ist, was er einmal war. Die Wand ist rußgeschwärzt, auf dem Tisch liegen verbrannte Reste.  Foto: 

Das Grün und das Orange leuchten, dazwischen Weiß, Rot und Gelb - die Farben des auf dem Boden liegenden Multivitamin-Getränkekartons sind neben dem Rot-Weiß des Absperrbands das einzig Bunte in der Küche des Asylbewerberheims im Steinbeisweg. Alles andere in dem Raum ist schwarz und grau. Von der Decke hängt eine rußverschmierte Lampenleiste nach unten, im Fensterrahmen eine halbe Glasscheibe nach innen. Spitze Glaszacken zeugen von dem Einsatz, zu dem die Feuerwehr in der Nacht auf Donnerstag ausrückte.

Feuerwehr rückt mit vier Fahrzeugen und 22 Mann aus

Die Meldung, dass es im Asylbewerberwohnheim brennt, kam in der Nacht zu Donnerstag um 2 Uhr. Die Feuerwehr rückte mit drei großen Fahrzeugen, einem kleinen Wagen und 22 Mann aus. Die Gemeinschaftsküche im Keller des Gebäudes brannte, das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Die Einsatzkräfte hatten verhindert, dass es sich in dem Gebäude ausbreitet. Der Einsatz sei routinemäßig verlaufen, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Friedrich Steiner. Die Verständigungsschwierigkeiten, die es mit vielen der vor dem Gebäude stehenden Menschen gegeben habe, hätte man dann auch in den Griff bekommen.

Zwei bis drei Stunden vor dem Ausbruch des Feuers hatten Bewohner der Asylunterkunft die Küche noch genutzt, wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt. Dann sei wohl ein Schwelbrand entstanden, aus dem ein offenes Feuer wurde. Ursache für den Schwelbrand war laut Polizei "der wohl fahrlässige Umgang mit brennbaren Gegenständen". Es sei vermutlich eine brennende Zigarette oder die Glut einer Zigarette gewesen, die das Feuer entzündete. Brandherd sei "eindeutig ein in der Gemeinschaftsküche aufgestelltes Sofa", so die Polizei. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, "die einen anderen Schluss zulassen, als dass dafür einer der Bewohner verantwortlich ist". Einen fremdenfeindlichen Anschlag schließt die Polizei aus. Den Schaden schätzt sie auf etwa 20.000 Euro.

Eine 32 Jahre alte Frau und eine 41-Jährige wurden bei dem Brand leicht verletzt. Einer Frau wurde es durch den Rauch schwindelig. Sie kam vorsorglich ins Krankenhaus, aus dem sie gestern Morgen wieder entlassen wurde. Die andere Frau war in der Nacht beim Verlassen des Gebäudes auf der Treppe gestürzt.

Für die Asylunterkunft ist der Landkreis zuständig. Mitarbeiter des Gesundheitsamts untersuchten zusammen mit dem Kreisbrandmeister gestern Nachmittag den Brandort. Das Ergebnis: Die Räume in dem Wohnheim sind weiter bewohnbar, ein Umzug ist nicht notwendig. In dem Wohnheim leben 85 Menschen, die meisten von ihnen gelangten während des Brandes selbstständig ins Freie.

Er habe in seinem Zimmer im Untergeschoss des Hauses geschlafen, als jemand an sein Fenster geklopft und gesagt habe: "Komm raus!" Das erzählt ein Bewohner am Vormittag nach dem Brand. Im Flur habe es dichten Rauch gegeben. "Ich konnte schlecht atmen", berichtet der Mann. Er sei um 2.15 Uhr von seiner Arbeit zurückgekommen, "vor dem Haus standen die Bewohner und die Feuerwehr", erzählt ein Mann aus Sri Lanka. Es wurde noch eine lange Nacht: Der Mann kam erst um 6 Uhr morgens ins Bett.

Brennende Zigarette vermutlich für Brand in Asylunterkunft verantwortlich

Asylunterkunft seit 1998

Belegung Alle 85 Plätze in der Asylunterkunft im Steinbeisweg sind nach Angaben des Landratsamtes derzeit belegt. Das Gebäude wurde im Jahr 1962 errichtet. Seit Ende der 1980er Jahre nutzte das Land es für die Unterbringung vor allem von Spätaussiedlern. Seit 1998 führt der Landkreis das Gebäude zur Unterbringung von Asylbewerbern. Auch in der Stuttgarter Straße gibt es eine Asylunterkunft.

WD

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