10.000 Besucher in Ilshofen

Landmesse für die ganze Familie

Ilshofen.  "Eigentlich war es lustig", strahlt die neunjährige Luisa, was ihre Freundin Greta gar nicht so empfunden hat. Die beiden haben auf der Landmesse in der Arena Ilshofen den Umsturzsimulator getestet.

Luisa Kühnle aus Fichtenberg und Greta Nübel (8) aus Engelhofen sind Cousinen und mit ihren Eltern auf der Landmesse unterwegs. Mit ihren Geschwistern Hannes (7) und Laura (13) sowie Mattis (1) und Lea (11). Familien bestimmen an diesem Sonntagnachmittag das Bild in und um die Ilshofener Arena herum. Hier sind Alt und Jung vereint, und sie alle kennen sich in der Landwirtschaft aus.

Die beiden Mädchen zählen die Schlepper auf den elterlichen Höfen auf: zwei große Fendt, zwei kleine Class, ein Schlüter, Renault, Massey Ferguson, Eicher und Mähdrescher John Deere. Und die achtjährige Greta ist auch schon mit einem vom Acker heimgefahren. "Das ist ganz leicht, weil alles elektrisch funktioniert", lobt sie die moderne Technik. Auf den Höfen leben Kühe, Schweine, Ziegen, Hühner, Hunde und "natürlich auch Katzen". In den nächsten Tagen bereiten sich die Mädchen auf den Pferdemarkt in Gaildorf vor. Sie gehören zum Jungzüchterclub und führen Kälber vor. Deshalb müssen die jungen Tiere ("die können ganz schön bockig sein") jetzt erst einmal an den Strick gewöhnt werden.

Die Eltern von Greta, Marcus Nübel (36) und seine Frau Jutta, haben in Engelhofen einen Milchviehbetrieb. In dem Aussiedlerhof stehen gut 120 Milchkühe, daneben betreiben sie "noch ein bisschen Schweine- und Bullenmast". Und sie brennen Schnaps. Und welche Fläche bewirtschaften sie? "Eine überdurchschnittlich große".

Warum die Familie die Landmesse besucht? Weil man sich hier gut informieren kann, Neuheiten vorgestellt werden, viele Aussteller kennt, ins Gespräch mit anderen Landwirten kommt und man sich selbst beim Maschinenring solche Maschinen ausleiht. Die Familie ist auf der Messe zu Mittag und lässt sich Zeit, die dennoch begrenzt ist: Ab fünf Uhr muss gemolken werden.

Ob er auch etwas verkauft? "Mit Sicherheit nicht", sagt Ulrich Beck aus Ruppertshofen. Er gehört zu den mehr als 70 Ausstellern, und seine Maschinen sind absolut nicht zu übersehen, zum einen wegen der Größe und zum anderen wegen der Farbe. Ob Mehrscharpflug oder Kreiselegge mit aufgebauter Sämaschine, ob Mähwerk oder Futtermischwagen: Die in Frankreich hergestellten Maschinen tragen das knallige Rot der Firma Kuhn. Der Kfz- und Landmaschinenbetrieb Beck ist zum wiederholten Mal auf der Messe, weil es eine gute Gelegenheit ist, wie Erich Beck erklärt, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen, alte Kontakte zu pflegen, neue zu knüpfen.

Aussteller wie Besucher fühlen sich auf dieser gut organisierten Veranstaltung wohl. Sie nehmen sich Zeit, sammeln viele anschaulich präsentierte und fachkundige Informationen über Technik und Stalleinrichtung, Fütterung und Hygiene, Maisanbau und Vermarktung.


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Autor: WOLFGANG RUPP | 31.01.2012

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