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Crailsheimer lässt sich Volksfest-Tattoo stechen

Das muss Liebe sein! Der Crailsheimer Stefan Ott vom Fanclub Gelb-Schwarz-Horaffia hat das Symbol des Fränkischen Volksfestes, den "Eilooder", auf seiner Wade verewigt - als permanentes Tattoo.

Autor: ADRIAN DÖRING |
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Diese Geschichte hat - wie jede Liebesgeschichte mit Happy End - natürlich auch ihren Ursprung. Stefan Ott gehört schon seit vielen Jahren quasi zum Inventar des Crailsheimer Engelzelts. Jedes Jahr sieht und vor allem hört man ihn von Weitem. Denn im Umfeld des Fanclubs kam einigen Anhängern des TSV Crailsheim vor einiger Zeit der Gedanke, mit einer Trompete etwas für Stimmung auf dem Fest zu sorgen. Seitdem ist der inzwischen 39-Jährige jedes Jahr mit seinen Instrumenten, besagter Trompete und einer Glocke, am Start. "Das Volksfest ist mein Fest", sagt Ott. "Ich liebe es - es ist einfach eine Gaudi, man kann Spaß haben und Leute treffen. Nicht so anonym wie der Wasen oder das Oktoberfest. Man kennt die Leute, ist einfach eine Familie."

Und genau diese Gefühle hat sich der gelernte Versicherungskaufmann nun unter die Haut stechen lassen. "Eigentlich war die Ursprungsidee ein Horaff. Aber dann ist doch der Eilooder daraus geworden." Stechen lassen hat sich Stefan Ott sein Tattoo im neuen Studio "Blackys Tattoo" auf dem Kreuzberg. Dort war man sogar so begeistert von der Idee, dass es einen saftigen Preisnachlass gab. "Und das ist vielleicht noch nicht einmal das Ende. Das Tattoo ist unten noch für weitere Motive offen. Vielleicht noch für einen Horaff oder so etwas."

Viele Erinnerungen hängen für Stefan Ott am Volksfest. Als Besucher erster Stunde hat er schon unzählige Begegnungen und Erfahrungen auf der Veranstaltung gemacht. Sei es das spontane gemeinsame Trompetenspielen mit fünf zufällig getroffenen Musikern oder die Annäherung an andere Nationalitäten. "Faszinierend ist es auch, wie viele Bünde fürs Leben auf diesem Fest geschlossen werden. Man feiert zusammen, kommt zusammen und heiratet irgendwann." Weitere Gründe für das Tattoo waren übrigens auch sein bald kommender Geburtstag und eine kleine persönliche Sache der Ehre. "Ich war damals einer der ersten mit Lederhosen. Jetzt hat die jeder. Da will man auch wieder irgendwie einzigartig sein."

Leider läuft es mit Stefan Otts großer Liebe - wie im wirklichen Leben - auch nicht immer glatt. Er beklagt die zunehmende Aggressivität auf dem Fest. "Der neue Trend ist ja das Bierkrugwerfen. Das ist unfassbar unverantwortlich. Stell dir vor, du sitzt da, ein Bierkrug kommt geflogen und trifft dich - da kannst du hinüber sein." Auch konnte er das letzte Fest wegen einer Krankheit nicht ganz genießen. Dafür aber wieder 2012. Vielleicht trifft man ihn ja - einfach den Trompetenklängen nach und hin zum Tattoo.

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