Hotelpläne am Neckarpark stocken
Stuttgart. Die Erweiterungspläne von Daimler und Porsche im Neckarpark könnten Signalwirkung für Hotelinvestoren entlang der Mercedesstraße haben. Seit Jahren liegen Verkaufsverträge unterschriftsreif bei der Stadt.
Der Daimler-Konzern will seine Mercedes-Benz Welt im Neckarpark erweitern und die Porsche AG plant, für das Mobilitätserlebniszentrum Geld in die Hand zu nehmen. Von beiden Investitionen erhofft sich die städtische Wirtschaftsförderung die letzte, noch erforderliche Signalwirkung für die Hotelinvestoren entlang der Mercedesstraße.
2001 erwarb die Stadt das Gelände von der Deutschen Bahn. 40,5 Millionen Euro kostete die riesige Fläche zwischen Bahndamm, Daimler-, Mercedes- und Benzstraße. Ein schöner Batzen Geld. Doch damals träumte OB Wolfgang Schuster noch von den Olympischen Spielen, der allerdings schnell platzte. Dennoch gabs keinen Stillstand, denn auf dem 22 Hektar großen Gelände sollten jetzt statt Sportstätten und Athletendorf ein neues Wohnquartier samt Gewerbepark, Hotels und Freizeiteinrichtungen entstehen.
Die Euphorie in der Rathausspitze war groß. Zum einen flossen reichlich Entwicklungsgelder aus europäischen Fördertöpfen und zudem zeigten schnell renommierte Namen aus der Hotelbranche Interesse an dem Projekt. Um das riesige Areal - was Wohnungsbau angeht - besser vermarkten zu können, wurde es zudem zu einem "Low-Energie-" und zu einem "Bildungsstandort" auserkoren. Keine Frage, die Stadt hat keine Mühen gescheut, um aus dem einstigen Industrie- und Bahngelände einen Standort zu machen, in den es sich lohnt zu investieren. Das große Fragenzeichen ist jedoch wann.
Denn was die Hotelpläne angeht, so soll der mögliche Investor, die Foremost Leisure Deutschland Holding GmbH, zwar nicht abgesprungen sein, in die Gänge kommen will er allerdings nicht so richtig. Ein 9100 Quadratmeter großes Areal neben der Tankstelle, die aufgegeben werden soll, wollte das Unternehmen Ende 2010 erwerben und drei Hotels errichten. Der Kaufpreis: rund 4,8 Millionen Euro. Allein unterschrieben ist bis auf den heutigen Tag noch nichts. "Es gab keine weiteren Gespräche - allerdings auch keine Absage", sagt die städtische Wirtschaftsförderin Ines Aufrecht. Mit einem weiteren Interessenten, der auf dem Nachbargrundstück ebenfalls ein Hotel errichten will, seien die Verhandlungen wieder aufgenommen worden, so dass die Wirtschaftsförderin optimistisch ist, hier "in die Pötte" zu kommen. "Immerhin haben sich die Rahmenbedingungen im Neckarpark extrem verbessert", so Ines Aufrecht und verweist auf das Mobilitätserlebniszentrum. Bekanntlich will sich hier die Porsche AG finanziell engagieren. Hilfreich sei zudem die Tatsache, dass der Daimler-Konzern Mitte Januar bekannt gab, die Mercedes-Benz-Arena zu erweitern und mit den Planungen bereits 2012 beginnen zu wollen. "Beide Projekte sind attraktiv und gute Argumente für die Stadt." Zusammen mit Stadion, Hallen und Wasen sicher weitere Pluspunkte für die Verhandlungen mit den Hotels. Und die sind seit der Debatte um den Wasenlärm wichtiger denn je. Bekanntlich will die Stadt auf dem Güterbahnhof zwischen 450 und 600 Wohneinheiten bauen. Ohne eine Riegelbebauung entlang der Daimler- und Mercedesstraße wird das jedoch unmöglich.
Was dieses Thema angeht, so ist die Stadt in der Daimlerstraße auf einem guten Weg. Denn hier will die Münchner Dibag investieren. "Ein Vertrag wurde noch nicht unterzeichnet", so die Wirtschaftsförderin, doch an einem Bebauungsplan wird gearbeitet. Der umfasst jedoch nicht nur das freigeräumte Güterbahnhof-Areal sondern reicht bis hin zur Reichenbachstraße, wo die SWSG in Nachbarschaft zum Stadtarchiv ab 2013 rund 80 Wohnungen bauen will. In dem Bereich des Bebauungsplans liegt auch das DRK-Gebäude in der Frachtstraße. Und das DRK würde gerne nur einen Steinwurf entfernt auf das Güterbahnhof-Areal umsiedeln. Interesse soll auch die Sportklinik zeigen.
Und Ikea? Vor einem Jahr sorgte der Möbelriese für Wirbel, denn die Schweden streckten ihre Fühler nach dem Güterbahnhof-Areal aus und sorgte für heftige Debatten im Gemeinderat. Mittlerweile liegen die Pläne auf Eis. "Das Thema ist zwar nicht gestorben, es gab jedoch keine Verhandlungen mehr", so die städtische Wirtschaftsförderin.
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Autor: ULI NAGEL | 06.02.2012
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Hotelinvestoren zögern: Die Kreuzung Daimler-/Mercedesstraße mit der Tankstelle, die wegfallen würde. Foto: Archiv
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