Jetzt ist die Firma MBS am Zug
Anwohner verärgert über Verkehrssituation in Sulzbach-Laufen
Sulzbach-Laufen. Ein deutliches Zeichen erwartet der Gemeinderat Sulzbach-Laufen von der Firma MBS. Sie profitiert von der geplanten Verlegung des Eisbachs und soll die Lkw von der Straße holen. So der Tenor der jüngsten Sitzung.
Die Verkehrssituation rund um die Firma MBS in der Eisbachstraße in Sulzbach sorgt bei den Anwohnern für Ärger. Parkende Autos der Beschäftigten verschlechterten die Sicht, und Laster be- und entladen mitten auf der Straße, statt wie vorgesehen die Firmeneinfahrt zu nutzen. Sollte MBS wie geplant erweitern, fürchten die Anwohner, dass sich diese Situation verschlechtern und der damit verbundene Lärm zunehmen wird. In ihrer Stellungnahme zum Bebauungsplan Eisbach II, der der geplanten Erweiterung zugrunde liegt, fordern sie deshalb eine Regelung des Problems.
Diplom-Ingenieur Franke vom Aalener Architekturbüro Franke und Widmaier sah nicht die Firma in Zugzwang, sondern die Trucker: "Auf der Straße parken, das geht nicht. Aber das kann man nicht im Bebauungsplan regeln, sondern durch Polizeikontrollen." Jeder Lkw, der wolle, könne auch aufs Firmengelände fahren. Das Verkehrsaufkommen durch MBS hält sich nach Frankes Ansicht in Grenzen: "Jeder Edeka hat genauso viel Anlieferverkehr." Die geplante Erweiterung des Hochlagers, für die MBS den Eisbach verlegen möchte, bringe kein höheres Verkehrsaufkommen mit sich, meint er. Für die jetzige Erweiterungsphase sah er keinen Handlungsbedarf.
Dennoch gebe es in der Firma "Überlegungen, auf längere Sicht eine reibungslosere Anlieferung zu entwickeln". Doch dies sei erst "in den nächsten Jahren" möglich, da noch schwierige Grundstücksverhandlungen dafür geführt werden müssten. Öffentlich machen könne er diese Pläne nicht - aber Bürgermeister Bock sei "involviert". Franke warb um Verständnis für die Firma. Baulich werde sich bei MBS "nicht mehr so wahnsinnig viel verändern." MBS sei bemüht, die Verkehrssituation langfristig zu ändern, "aber jede Firma braucht doch auch Perspektive. Auf der bisherigen Fläche ist baulich alles ausgeschöpft. Da heißt es nur: erweitern oder gehen."
Etliche Räte machten ihrem Ärger Luft. Sabine Mertzlufft: "Wenn eine Firma dieser Größe so viel Fläche dazunutzen will, dann macht sie sich doch längerfristig Gedanken. Dann kann man auch erwarten, dass sie ein Konzept entwickelt, das für die Anwohner die Verkehrssituation erträglicher macht. Aber ich habe den Eindruck, Herr Gilgen macht, was er will, und die Anwohner fühlen sich mit Recht überfahren."
Auch Willi Wild warnte die Firma davor, den schwarzen Peter anderen zuzuschieben: "Sie hat uns zugesagt, dass eine Regelung kommt." Christoph Stier fehlte ein "vertrauensbildender Anschub" von MBS: "Es ist traurig, dass Herr Gilgen nie da ist, wenn es um seine Firma geht." MBS habe zugesagt, dass sich an der Verkehrssituation etwas ändere, "aber geschehen ist nichts." Da tue er sich schwer mit einer Entscheidung, was eine spätere Baugenehmigung angehe.
Ob die Räte überhaupt entsprechende Regelungen im Genehmigungsverfahren treffen können, zog Kreisplaner Jens Fuhrmann in Zweifel. Eckpunkte wie Gebäudehöhen oder auch die Gestaltung und Farbgebung - ein weiterer Kritikpunkt der Anwohner - sei im Bebauungsplan zu regeln. Auch mit Pflanzgeboten könne man in Sachen Lärmschutz etwas tun. "Aber wenn der Bauherr später alle Maßgaben aus dem Bebauungsplan einhält, dann können Sie als Gemeinde die Baugenehmigung nicht verweigern."
Für Gemeinderat Fritz Jäger heißt das: Wolfgang Gilgen muss als Eigentümer der Firma mit an den Ratstisch: "Wir brauchen eine verbindliche Zusage, dass sich die Situation rasch bessert, und wir brauchen endlich Zahlen, wie viele Laster das pro Tag sind." Bürgermeister Markus Bock will dazu die Fäden knüpfen: "Es ist eine bestehende Firma, das dürfen wir nicht vergessen. Wir müssen abwägen zwischen den Belangen der Anwohner und der Firma, aber das muss ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein."
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Autor: PETRA ZOTT | 09.02.2012
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Der Gemeinderat verlangt von der Firma MBS konkrete Informationen zum Anlieferverkehr. Foto: ka
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