Pluspunkt für den ländlichen Raum

An diesem Sonntag geht die S-Bahn-Verlängerung bis Dombühl in Betrieb. Für die Gemeinde geht damit ein langgehegter Traum in Erfüllung.

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Großer Bahnhof (von links) in Dombühl: Leutershausens Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier, Marco Schimmich (Leiter des Verkehrsvertragsmanagements Franken der DB Regio Bayern), Andreas Mäder (Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg), Markus Dobisch (Inhaber von Omnibus Scharnagel), Landrat Dr. Jürgen Ludwig sowie Dombühls Bürgermeister Jürgen Geier  Foto: 

Wir nähern uns mit Riesenschritten dem 10. Dezember, auf den wir so lange hingearbeitet haben,“ betonte Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig am Dombühler Bahnhof. Gemeinsam mit Vertretern der Bahn und des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg sowie unter Mitwirkung von Bürgermeistern schob er sozusagen die Informationskampagne an für die Verlängerung der S-Bahn-Linie nach Dombühl. Die Neuerung tritt zum Fahrplanwechsel an besagtem Tag in Kraft.

Dann nimmt der Bahnhof Dombühl seine Funktion als neuer zentraler, barrierefreier Umsteigeknoten zwischen Zügen und Bussen im westlichen Mittelfranken auf. Die S-Bahn verkehrt dann alle zwei Stunden zwischen ­Ansbach und Dombühl. Und in den Stunden dazwischen bedient der Regionalexpress zwischen Nürnberg und Stuttgart die Strecke.

Stündliche Verbindungen

Dadurch bestehen stündliche Verbindungen von Dombühl über Ansbach nach Nürnberg und zurück. Ebenfalls stündlich binden die Buslinien 807 (Rothenburg-Schillingsfürst-Dombühl) und 813 (Dinkelsbühl-Feuchtwangen-Dombühl) an die Züge an. Tagsüber verkehren zudem Shuttlebusse der Linie 731 zwischen Leutershausen und der S-Bahn-Station Leutershausen-Wiedersbach.

In den Abendstunden ergänzt das Anrufsammeltaxi bis Betriebsschluss auf der Bahn das Fahrtenangebot. Die Buslinie 805 Dinkelsbühl-Feuchtwangen-Ansbach fährt auch weiterhin mit angepasstem Fahrplan. Ein Vorteil für die Bevölkerung im Bereich Dinkelsbühl und Feuchtwangen: Künftig kostet das Mitfahren im Bus nach Ansbach genauso viel wie die Fahrt mit Bus und S-Bahn. Denn die Verbindungen über Dombühl nach Ansbach werden ab dem Fahrplanwechsel günstiger.

Erwartungen und Chancen

Die Pressekonferenz im Bus der Firma Scharnagel, mangels anderer Räumlichkeiten im noch zum Ausbau anstehenden Umsteigebereich hinter dem Bahnhof in Position gebracht, wurde zum Bekenntnis zum Ausbau der S-Bahn bis Dombühl als künftigen Pluspunkt für den ländlichen Raum. Nicht für ihre Gemeinden verbinden sich damit große Erwartungen und Chancen, gaben sich Dombühls Bürgermeister Jürgen Geier und seine Kollegin Sandra Bonnemeier für die Stadt Leutershausen überzeugt. Andreas Mäder, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN), unterstrich den integrativen Effekt.

Marco Schimmich als für Franken zuständiger Vertreter der DB Regio Bayern kündigte neben vielen zusätzlichen Zügen ein Schmankerl für den Jahreswechsel an. Es wird von Nürnberg ein Zug zum Endpunkt Dombühl (Ankunft 5.02 Uhr) fahren und damit Feierfreudigen eine lange Nacht von Silvester auf Neujahr in Nürnberg möglich machen. Hinter der Neuerung stehen nicht nur aufwendige Abstimmungen und Planungen, sondern ein riesiges Investitionspaket.

Allein der Ausbau des Dombühler Bahnhofs zum Umsteigebahnhof, die Aufrüstung des Bahnhofs in Leutershausen-Wiedersbach als Haltepunkt und die sonstigen technischen Aufwertungen von Schiene und Co. beziffern sich laut Kostenschätzung auf rund zehn Millionen Euro, teilt Dirk Domhardt mit. Er ist Leiter der Abteilung Verkehrsplanung beim VGN. Der Bund und der Freistaat fördern das Projekt.

Der Bahnhof wird aufgewertet

Für Dombühl geht ein langgehegter Traum in Erfüllung und auch viele Bewohner in Rothenburg und Umgebung profitieren von den verbesserten Anschlüssen nach Nürnberg. Der Bahnhof der Marktgemeinde wird zur S-Bahn-Station und zum Umsteigeknoten im Verkehrsverbund des Großraums Nürnberg. Dombühls Bürgermeister Jürgen Geier wies darauf hin, dass seine Gemeinde in Zusammenhang mit der S-Bahn-Station zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro investiert, bei einer staatlichen Förderquote um die 50 Prozent.

Mehr als 50 Parkplätze für Bahnfahrgäste sind bis jetzt schon geschaffen worden. Vier Bushaltebereiche, weitere Pkw-Parkplätze und Fahrradabstellplätze sollen folgen. Das etwas heruntergekommene Bahnhofsgebäude wird zur Trumpfkarte in der Entwicklung des Ortes. Dort ziehen in einem ersten Schritt im Erdgeschoss und im ersten Stock Dorfladen mit Café und Arztpraxis ein. Für das zweite Stockwerk werde sich noch etwas finden, gibt sich der Dombühler Bürgermeister überzeugt.

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