Alltagstaugliches aus dem All

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Mit einer Laserpistole wie dieser misst die Polizei die Geschwindigkeit von Autos. Auch dieses Gerät ist ein Nebenprodukt der Weltraumfahrt.  Foto: 

Was hat eine Gleitsichtbrille mit dem Spiegel des Röntgensatelliten Rosat gemeinsam? Warum ist ein winziger Sensor, der im All Sauerstoffmoleküle aufspüren kann, hilfreich bei der Behandlung von Kreislaufproblemen? Wie der Acker sprechen lernte und was dies mit archäologischen Sensationen und einem sauberen Fußboden zu tun hat – die Ausstellung „ALL.täglich!“ bringt dem Laien die Verbindung der Weltraumforschung zu Produkten des Alltags anschaulich näher. Sie informiert, verblüfft und fasziniert – angesichts ihrer weitreichenden Anwendungsbeispiele und zum Teil interaktiven Exponaten.

Viele Innovationen, die inzwischen ganz selbstverständlich sind, haben ihren Ursprung in der Weltraumforschung. Teils sind sie durch wissenschaftliche Experimente in der Schwerelosigkeit oder bei Satelliten-Missionen entstanden, teils wurden sie eigens für die bemannte Raumfahrt entwickelt, etwa zur Arbeitserleichterung im All oder für das optimale Training und die Gesundheit der Astronauten.

Den Daten der Fernerkundungs-Satelliten „Worldview“ und „Rapid Eye“ sind intelligente Apps zu verdanken, zum Teil mit marserprobter 3D-Technik. Sie verraten Wanderern Geländeprofile, Schneehöhen und Wetterentwicklung. Und auch wenn per Internet bestellte Ware geliefert wird, hat die Raumfahrttechnik wesentlichen Anteil daran, dass die Empfänger jederzeit abrufen können, wo sich das Paket gerade befindet. Beinahe täglich ­werden solche Produkte oder Dienstleistungen verwendet. Meist ist niemandem bewusst, dass Raumfahrt die Keimzelle der Innovationen war – Innovationen, die den Alltag prägen und angenehmer machen und in einigen Fällen sogar lebensrettend sein können.

So hilft etwa gegen arterielle Verschlüsse, die zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Raucherbeinen führen können, eine durchblutungsfördernde Unterdruck-Therapie, die das Herz und die Arterien trainiert. Ihren Ursprung hat sie in der Weltraummedizin, denn sie wurde entwickelt, um Kreislaufproblemen vorzubeugen, die in der Schwerelosigkeit auftreten. Zu früh geborene Kinder profitieren beispielsweise von einer für Astronauten konzipierten Fernüberwachung, mit der deren Körperfunktionen schonend, aber präzise und zuverlässig von der Erde aus kontrolliert werden können. Und ein ebenfalls für Astronauten erdachtes System detektiert per Ultraschall-Elektroden Fehlstellungen der Wirbelsäule.

Unterhaltsam, informativ und multimedial präsentiert, zieht die Ausstellung vom Schulkind bis zum Erwachsenen jeden Besucher in ihren Bann.

Info Eröffnet wird die Ausstellung morgen um 17 Uhr von Bürgermeister Stefan Neumann. Im Rathaus in Künzelsau ist sie bis zum 13. Januar 2017 bei freiem Eintritt zu sehen. Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr.

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