Schüler werden Imker

Gschwend.  Seit Anfang Mai gibt es an der Heinrich- Prescher- Schule in Gschwend ein neues Angebot für die Hauptschüler ab Klasse fünf. Interessierte Schülerinnen und Schüler können jetzt als Imker tätig werden.

Am schuleigenen Bienenvolk können jetzt die Gschwender Hauptschüler alles über die Honigbiene, ihre wilden Verwandten und das Imkern lernen. Die Idee besteht schon seit Langem: Hauptschüler lernen am besten über praktisches Tun, das entspricht ihrem oft großen Bewegungsbedürfnis. Langes Sitzen im Unterricht strapaziert daher die Nerven von Schülern und Lehrern gleichermaßen.

Das Imkern ist nicht nur ein nützliches Handwerk, die Bienen zwingen auf ihre "bestechende" Art auch die unruhigsten Schüler zu bedächtigen Bewegungen und planvollem Handeln. Alle diese Erfahrungen wurden in verschiedenen Bienen- AGs anderer Schulen mehrfach gesammelt und veröffentlicht. Viele Schulen wollen wegen des nachhaltigen Einflusses der kleinen Insekten nicht mehr auf die Bienen-AG verzichten.

An der Heinrich-Prescher- Schule stand man der Idee sofort aufgeschlossen gegenüber. Lange musste die praktische Umsetzung aber hinausgeschoben werden. Mal fehlte den Lehrern die Zeit, dann, nach dem harten Winter, fehlte es an den Bienen. Nun aber konnte endlich der Startschuss gegeben werden: Der Bienenverein Gaildorf hatte ein Bienenvolk gesponsert.

Der Vorsitzende Manfred Kögler, dem die Nachwuchsarbeit immer sehr am Herzen liegt, hatte trotz der großen Verluste ein Jungvolk von beeindruckender Größe auftreiben können und den Gschwender Schülerinnen und Schülern im Namen seines Vereins geschenkt. Diese würdigten die Bemühungen durch großes Interesse: 15 Schülerinnen und Schüler meldeten sich verbindlich an, so dass die Gruppe geteilt werden musste. Bei der Auftaktveranstaltung konnten Schüler und Bienen dann erste Kontakte knüpfen.

Zunächst aber mussten sie dafür sorgen, dass auch genügend Platz für Honig zur Verfügung steht. Dabei hatten sie gerade noch Glück: Kurz bevor die ersten Regentropfen fielen, konnten die Bienenrähmchen mit Mittelwänden aus Wachs ausstatten, die dann den Bienen zum vollständigen Ausbau in den Bienenstock gehängt wurden.

In den folgenden Wochen wird dieses Volk bei der Bienen-AG Mittelpunkt stehen. Immer wieder muss seine Entwicklung kontrolliert werden, bis im Frühsommer dann der erste Honig geerntet werden kann. Außerdem werden sich die Schülerinnen und Schüler mit den heimischen Wildbienen und ihrer Lebensweise beschäftigen.

Im Herbst werden die Honigbienen eingewintert. Dann steht auch Materialpflege auf dem Stundenplan. Unterstützung bekommen die jungen Imker von der Klasse acht, die im Berufspraktikum beim Schreiner "Bienenbeuten", also künstliche Bienenbehausungen herstellen werden.


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Autor: SOPHIE HONEKER | 20.05.2010

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