Frickenhofen steht zusammen

Frickenhofen.  Zweieinhalb Jahre hat Pfarrer Achim Ehring um den Pfarrgarten gekämpft. Mit Unterstützung der Frickenhofener Vereine konnte die Kirchengemeinde jetzt den Verkauf verhindern und das Land kaufen.

Der Pfarrgarten ist ein Stück Frickenhofener Dorfgeschichte. Das Pfarrhaus wurde nach dem 30-jährigen Krieg gebaut. Dazu gehörte ein Pfarrgarten. Ihn und wahrscheinlich zusätzliche Äcker erhielt der Pfarrer als eine Art Lehen. Es sei nur an das Gewann "Pfarräcker" in Frickenhofen erinnert. Im Pfarrhaus, berichtet Pfarrer Achim Ehring im Gespräch mit unserer Zeitung, gab es früher auch ein Knechtzimmer. Jener mag den Pfarrer beim Bewirtschaften der Felder geholfen haben. Heute wird im Pfarrgarten Frickenhofen das Pfarrgartenfest gefeiert, in Zukunft mehr als eines im Jahr. Die Eintracht wird wie die Dorfgemeinschaft den Garten zum Festen nutzen. Dafür hat sie die Hälfte ihres Vereinsvermögens auf den Tisch geblättert. Dabei war die Dorfgemeinschaft mitnichten auf Platzsuche für Feste. Ihr ging es um den Erhalt des Pfarrgartens. Die Pfarrgutsverwaltung wollte das Stück Land nämlich für gutes Geld als Bauland verkaufen. Das konnte der Pfarrer nicht hinnehmen. Aber warum eigentlich - er wird wohl kaum bis zu seiner Pensionierung in Frickenhofen bleiben. Achim Ehring fand die Vorstellung, beim Blick aus dem Fenster eine Baugrube und später ein oder zwei Häuser mit Carport zu sehen, unerträglich. Ihm widerstrebt der Gedanke, dass das Dorfbild mit dem Ensemble Friedrich-von-Schmidt-Haus, Kirche und Pfarrhaus verändert wird. Auch wenn er kein Frickenhofener ist, "man lebt in dem Dorf mit den Menschen". Er fühlt sich heimisch. 60 000 Euro verlangte die Pfarrgutsverwaltung für den Pfarrgarten. Eine Summe, die die Kirchengemeinde niemals alleine hätte aufbringen können. Sie hatte gerademal die Hälfte, 30 000 Euro Eigenmittel. "Die Hürde war sehr hoch", sagt Achim Ehring. Doch er wollte nicht klein beigeben, suchte das Gespräch mit den örtlichen Vereinen - und fand Mitstreiter, letztlich sogar sehr spendable Mitstreiter.

Ganz Frickenhofen stand für den Erhalt des Pfarrgartens zusammen. Die Dorfgemeinschaft halbierte ihr Vermögen und spendete der Kirchengemeinde 5000 Euro. Die Eintracht spendete 1000 Euro, die Männergesangvereine Mittelbronn und Birkenlohe gaben 2000 Euro als zinsloses Darlehen.

18 000 Euro flossen aus dem Ausgleichsstock der Landeskirche nach Frickenhofen, 5000 Euro machte der Kirchenbezirk locker. Achim Ehring brauchte einen langen Atem, bis der Erwerb des Pfarrgartens unter Dach und Fach war. Mit der Dorfgemeinschaft hat die Kirchengemeinde einen so genannten Gestattungsvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren geschlossen. Sie darf zwei Feste im Jahr und mehr im Pfarrgarten ausrichten. Mit dem Vertrag sind keine Pflichten verbunden, kein Rasen mähen, kein vertikutieren. Aber es darf gefeiert werden.


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Autor: CORNELIA KAUFHOLD | 02.02.2012

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