Vernissage im Schrozberg Schloss: Fundstücke und Fotografien aus dem Fuchslabyrinth

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Dirk Schröder, Sibylle Mertsch und Thomas Rathgeber (von links) vor den Fotos, die im Höhlensystem unter Schmalfelden entstanden sind. Foto: Julia Vogelmann  Foto: 

Mit einer Vernissage ­öffnete am Sonntag eine Ausstellung im Schroz­berger Rathaus ihre Pforten, die im wahrsten Sinne Licht ins Dunkel bringt. Zu ­sehen sind dort Fundstücke und Fotografien aus dem Fuchslabyrinth, dem Höhlensystem unter Schmalfelden, das, so den allerneuesten Informationen zufolge, mittlerweile über 12,4 Kilometer weit erforscht wurde. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Zur Ausstellungseröffnung freuten sich die Forscher der Arge Höhle und Karst Stuttgart und ihre Unterstützer darüber, der Öffentlichkeit nicht nur Fundstücke zeigen zu können, die bisher im Archiv des Museums im Spital in Crailsheim ein Schattendasein fristeten, sondern auch Fotografien von Sibylle Mertsch, die wie viele andere Forscher, Dauergast im Fuchslabyrinth ist.

Bei den 22 ausgestellten Bildern handelt es sich nicht um bearbeitete großformatige Hochglanzfotos, sondern um Aufnahmen, die praktisch den Blick durch das Auge des neugierigen Forschers zeigen. „Besser geht immer, das war hier nicht die Frage, doch der Fokus lag auf Natürlichkeit. Uns war es wichtig, dass die Schönheit der Höhle nach außen getragen wird“, betont die Fotografin und zeigte schmunzelnd die kleine wasserdichte Kompaktkamera, mit der die Bilder entstanden sind.

Dazu erzählt sie von Schnappschüssen in der Dunkelheit, als alle Stirnlampen ausgeschaltet waren, um dem Blitz des Fotos eine Chance zu geben. „Man hat in der Höhle nicht den weiten Blick. Eine große Kamera mit hinunterzunehmen, würde gar keinen Sinn machen“, so Mertsch weiter. Eigentlich, so gibt die Hob­by-Höhlenforscherin zu, seien die Bilder ein schönes Nebenprodukt, das Künstlerische darin nicht das Hauptanliegen – auch wenn es eindeutig in den Detail- und Momentaufnahmen zu finden ist. „Was im Dunklen verborgen ist, kann man in der Helligkeit abstrakte Kunst nennen“, befand auch der stellvertretende Bürgermeister Werner Schilpp in seiner Begrüßungsrede.

Thomas Rathgeber von der Arge Höhle und Karst freute sich, dass die Fundstücke und Bilder der Öffentlichkeit einen Blick in das Fuchslabyrinth erlauben, der bisher so noch nicht möglich war. „Die Bilder geben sehr künstlerische Eindrücke der geheimnisvollen Welt unter Schmalfelden“, fasste er zusammen. Der Höhlenforscher stand den interessierten Besuchern an den Schaukästen zu den Fundstücken Rede und Antwort und erklärte, wie Tierknochen, Tonscherben und ganze Gefäße vermutlich in den Untergrund gelangt sind.

Er machte auch darauf aufmerksam, welche Rückschlüsse sich aus solchen Funden ziehen lassen, etwa über das Klima in vergangenen Zeiten oder Tierarten, die es heutzutage in unseren Gefilden gar nicht mehr gibt, wie etwa die kleine Hufeisenfledermaus. Kinder und Erwachsene hörten gleichermaßen gespannt zu und zusammen mit den Bildern entstand wohl ein Bild davon in den Köpfen, was unter Schmal­felden verborgen liegt. „So eine Ausstellung kann jeden ­inspirieren an anderer Stelle ein Loch zu erforschen und vielleicht die nächste große Entdeckung zu machen“, sagt Rathgeber, schränkt aber sogleich ein, dass es zur tatsächlichen Erforschung doch mehr braucht als bloße Neugier. Außerdem betonte er: „Wir haben das Fuchslabyrinth nicht leergeplündert. Unser Anliegen ist es, die Höhlen zu erhalten wie sie waren.“

Starkes Interesse an der Karte

Wie neugierig unbekannte Welten die Menschen auch in heutigen Zeiten noch machen, zeigte sich am starken Interesse der Besucher an der aktuellen Karte des Höhlenlabyrinths, die Sibylle Mertsch und Markus Schröder erklärten. Am Samstag, 26. November, wird es im Schrozberger Schloss ergänzend zur Ausstellung einen Vortrag und eine bebilderte Präsentation über das Fuchslabyrinth geben. Dass das Labyrinth all jene, die es betreten haben, persönlich prägt und begeistert macht Sibylle Mertsch deutlich, indem sie sagt: „Wir gehen rein, weil wir etwas sehen, wollen, was vorher noch keiner gesehen hat. Diese Faszination der Öffentlichkeit zu zeigen, war Anlass dieser Ausstellung.“

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