Am 11. 11. um 11 Uhr 11 startet  Hohenlohe durch in „Kölle“

Große Ehre: Der gebürtige Wiesenbacher Erich Ströbel (50) gehört in der kommenden Session 2018 als „Jungfrau“ dem „Dreigestirn“ an.

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  • Stets einer der Höhepunkte des Kölner Karnevals: der Wagen mit dem „Dreigestirn“, hier 2003, als die Nippeser Bürgerwehr zuletzt den „Prinzen“ stellte. Heuer gehört dem „Trifolium“ auch der gebürtige Wiesenbacher Erich Ströbel als „Jungfrau“ an. 1/2
    Stets einer der Höhepunkte des Kölner Karnevals: der Wagen mit dem „Dreigestirn“, hier 2003, als die Nippeser Bürgerwehr zuletzt den „Prinzen“ stellte. Heuer gehört dem „Trifolium“ auch der gebürtige Wiesenbacher Erich Ströbel als „Jungfrau“ an. Foto: 
  • Die Traditionsgesellschaft der Nippeser Bürgerwehr von 1903 stellt 2018 – in Orange und Weiß (deshalb auch die „Appelsinefunken“ genannt) – das „Dreigestirn“ mit (von links) „Jungfrau“ Erich Ströbel, „Prinz“ Michael Gerhold und „Bauer“ Christoph Stock. 2/2
    Die Traditionsgesellschaft der Nippeser Bürgerwehr von 1903 stellt 2018 – in Orange und Weiß (deshalb auch die „Appelsinefunken“ genannt) – das „Dreigestirn“ mit (von links) „Jungfrau“ Erich Ströbel, „Prinz“ Michael Gerhold und „Bauer“ Christoph Stock. Foto: 
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Nein, die drei Herren sind keine Banker. Ihre orange-weißen Krawatten erinnern zwar an eine heimische Bank, ihre Kappen dagegen weisen sie als Karnevalisten aus. Als gestandene zudem, als Dreigestirn nämlich. Als Prinz, Bauer und Jungfrau lächeln sie vom offiziellen PR-Foto den Betrachter an, der sich ob der versammelten Herrlichkeit fragt „ja, ist es denn schon wieder so weit?“. Jawohl, ist es. Heute, am 11.11. um 11 Uhr 11, wird die Session 2018 eröffnet. Vor bis zu 30 000 Jecken haben dann Michael Gerhold, Christoph Stock und Erich Ströbel am Kölner Heumarkt ihren ersten offiziellen Auftritt. Und wer den Kölner Karneval auch nur etwas kennt, der weiß, dass der zehnminütige Auftakt eine ernste Angelegenheit wird.

Schnell vom Bazillus angesteckt

Doch halt! Erich Ströbel, da war doch was? Richtig: Die aktuelle „Jungfrau“ ist gar kein waschechter Kölner. Vor 50 Jahren erblickte Klein-Erich in Hohenlohe das Licht der Welt, genauer: in Wiesenbach. Von dort hat er sich im Jahr 2000 aufgemacht, die Höhen des kölschen Jeckentums zu erklimmen. Nein, Blödsinn! Geplant war das alles natürlich nicht.

Kurz nach seiner Ankunft in der Rhein-Metropole ließ sich ­Erich Ströbel vom Karnevals-Virus anstecken. „Wie die Jungfrau zum Kinde“, lacht der Wiesenbacher, sei er dazu gekommen. Nachbarn haben ihn mitgeschleift zum Straßenkarneval, haben ihn angefixt. Kurz darauf war er voll infiziert.

Der Aufnahmeantrag in die „Große Junkersdorfer“ lag da schnell bereit. Sieben Jahre später schloss er sich – zusätzlich – dem Traditions-Korps der „Nippeser Bürgerwehr von 1903“ an. Und die, eine der neun wichtigsten Gesellschaften, ist heuer gefordert, das „Dreigestirn“ zu stellen, die offiziellen Regenten des Kölner Karnevals. Das „Trifolium“ ist das närrische Aushängeschild der Stadt – keine ganz billige Angelegenheit übrigens für die Tollitäten. Zum erheblichen finanziellen Aufwand gesellt sich die Tatsache, dass für die Session der komplette Jahresurlaub (und noch etwas mehr) draufgeht.

„Die Rolle im Dreigestirn ist ein Fulltime-Job“, erklärt Ströbel. Nach der offiziellen Inthronisation mit Proklamation im „Gürzenich“ am 5. Januar nehmen Prinz, Bauer und Jungfrau bis Aschermittwoch mehr als 400 Termine wahr. Sie werden von Saal zu Saal, von Platz zu Platz herumgereicht, nehmen Goodwill- und Benefiz- Termine wahr, müssen hier und da und dort ihre Reden halten – natürlich stets im Ornat. Mehr noch: In diesen sechs Wochen gibt es kein Privatleben. Zusammen sind die drei im Kölner Luxushotel Hofburg untergebracht.

Seit 1870 verkörpert stets ein Mann „seine Lieblichkeit“, die Jungfrau. Diesmal also Erich Ströbel. Für ihn, der beim Kinderfasching in Hohenlohe stets Schule geschwänzt hat, weil er das so gehasst hat, längst „ein erfüllter Lebens­traum“. Wer sich auf den Karneval in „Kölle“ einlässt, so Ströbel, der merke schnell, was das für die Stadt und seine Bürger bedeutet. „Das wird echt gelebt. Keiner schaut einen schief an, wenn man verkleidet durch Köln läuft.“ Im Gegenteil: „Wer in Businessklamotten kommt, ist der Außenseiter.“

Ströbel ist längst ein Insider, hat Programme für das Kölner Original Jupp Menth, den legendären Büttenredner geschrieben. Für ihn ist es „das Größte, den Menschen Freude zu bereiten und in Büttenreden den Spiegel vorzuhalten“. Und zu helfen, denn der Karneval ist auch ein großes Benefizfest, das sozial Benachteiligte stützt. Doch der Jux steht immer im Vordergrund – und eine gewisse Prominenz. Erich Ströbel: „Das Dreigestirn ist in Köln sechs Wochen lang weltberühmt.“

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