Wunderschöne Tage in Sizilien

Vielfältige Natur und kulturelle Kostbarkeiten beeindruckten die Teilnehmer der Sizilien- Wanderreise des Gaildorfer Albvereins. "Nachhaltigen Tourismus" bieten Eva und Rosario Bellina aus Kirchheim/Teck an.

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Die Teilnehmer der Wanderfahrt des Schwäbischen Albvereins Gaildorf vor der Kathedrale von Cefalù. Privatfoto

Ein wenig enttäuscht waren die Gaildorfer, dass Rosario, gebürtiger Sizilianer, nicht persönlich vor Ort war, sondern seine schwäbische Frau Eva alleine "in den Ring schickte". Unterstützt durch heimische Verwandte und Bekannte genoss man trotzdem beste Wanderführung vom ersten Standquartier aus in Acireale an der Ostküste zu der aus erstarrter Lava gebildeten Alcantara-Schlucht, dem schweflig dampfenden Krater des Vulcano auf der gleichnamigen äolischen Insel und am dritten Tag als Krönung bis in die Schneeregion des rauchenden Ätna (3314 m), dessen Lamponi-Grotten auf zirka 1800 Meter allerdings noch weitgehend mit Schnee gefüllt waren.

Zwei Naturparks und ein Weltnaturerbe hatte man nun schon kennengelernt, dazu das Städtchen Taormina mit seinem Postkartenblick hindurch durch die Säulenreste des griechisch-römischen Theaters zur tief unten liegenden Küste und zum schneegekrönten Ätna. In der Barockstadt Catania wandelte man zum ersten Mal auf den Spuren des (Hohen)Stauferkaisers Friedrich II. zum imposanten Castello Ursini. Wer seither nicht viel über ihn, den Enkel Barbarossas und auch das "Staunen der Welt" genannten "Knaben aus Palermo" gewusst hatte, erfuhr vier Tage später bei einer Stadtführung in Palermo in lebendiger Weise mehr, ja stand in der byzantinisch, arabisch und normannisch geprägten Kathedrale sogar an seinem Sarkophag. Krasser Gegensatz zur Wanderung am Vormittag im Naturschutzgebiet zwischen Ficuzza und Corleone. Das Naturschutzgebiet ist ehemaliges Jagdgebiet eines Bourbonenkönigs. Hier wurde fleißig aufgeforstet, um die Rodungsschäden aus der Römerzeit - jetzt endlich - zu heilen. Zwei weitere Naturschutzgebiete, Monte San Calogero und das Naturreservat Monte Cammarata, hatte man in den Tagen zuvor schon durchwandert und die Flora fotografiert: Orchideen, Lilien und duftender Ginster "en masse". Man kam an rekonstruierten Rundhütten im Stil der Ureinwohner aus der Bronzezeit, der Sicaner, vorbei und bestieg den aussichtsreichen Gipfel Pizzo delle Rodine in 1246 Metern Höhe mit Panoramablick und besuchte die Einsiedelei der heiligen Rosalia. Tags darauf fand man sich in Agrigento am Meer und im Tal der antiken Tempel unter Olivenbäumen in die griechische Vergangenheit versetzt. Apropos Oliven - auch die Verpflegung eine eigene Geschichte. Im Agriturismo Villa Dafne wurde man - umrahmt von grünen Hügeln, auf denen sich viele Windräder drehen, - mit hauseigenen Bioprodukten verwöhnt. 1000 Schafe, 100 Rinder, 30 Schweine gehören zum Gut, Gemüse kommt frisch vom Acker und Käse aus der eigenen Käserei. Auch unterwegs war meistens für lokale Verpflegung gesorgt, herausragend das lukullische Buffet der Schwägerin der Bellinas im Wald beim Grillplatz Buonanotte. Der Besuch des Doms von Monreale mit seinen 6430 Quadratmetern an Goldmosaiken - die größten der Welt - und dem betörend schönen romanischen Kreuzgang waren das kulturelle Sahnehäubchen auf eine sizilianische Wanderreise mit "vorbehaltenen Änderungen" und unzähligen Überraschungen.

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