Gaildorfer Windtürme werden erst ab August gebaut

Die neuen Rotoren für die vier Anlagen werden erst im dritten Quartal 2017 geliefert. Das Unterbecken soll ab Juni nächsten Jahres ausgehoben werden.

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  • Schaut aus wie Steckdosen: Die Gäste von der Fachgruppe Transportbeton im Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg am Windkraft-Standort 3. In der Grube sieht man die künftigen Rohranschlüsse für den Aktiv- (links) und Passivspeicher. 1/2
    Schaut aus wie Steckdosen: Die Gäste von der Fachgruppe Transportbeton im Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg am Windkraft-Standort 3. In der Grube sieht man die künftigen Rohranschlüsse für den Aktiv- (links) und Passivspeicher. Foto: 
  • Naturstrom-Bauleiter Johannes Kaltner, Geschäftsführer Alexander Schechner und  Dr. Michael Aufrecht, geschäftsführender Referent der Fachgruppe Transportbeton (von links) Foto: Ricahrd Färber 2/2
    Naturstrom-Bauleiter Johannes Kaltner, Geschäftsführer Alexander Schechner und  Dr. Michael Aufrecht, geschäftsführender Referent der Fachgruppe Transportbeton (von links) Foto: Ricahrd Färber Foto: 
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Ein Kran, der östlich von Gaildorf aus dem Wald auf den Limpurger Bergen ragt, ist momentan der einzige weithin sichtbare Hinweis auf den Bau des Naturspeichers. Und das wird wohl auch noch ein Weilchen so bleiben. Die Firma General Electric werde ihre Rotoren erst im dritten Quartal nächsten Jahres liefern können, erklärte Naturspeicher-Bauleiter Johannes Kaltner gestern anlässlich eines Besuchs der Fachgruppe Transportbeton im Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg.

„In den Aktivspeichern herrscht Dynamik, im Passivspeicher geht’s gemächlich zu.“
- Alexander Schechner, Naturstrom-Geschäftsführer

Die meisten Betonfertigteile werden zwar von der Max Bögl-Gruppe geliefert, allerdings sind auch hiesige Lieferanten eingespannt. Die Transportgemeinschaft Kocher-Rems liefert für Bodenplatten, Fundamente und die sogenannte Sauberkeitsschicht insgesamt 10.500 Kubikmeter Beton aus ihren Werken in Gaildorf, Spraitbach und Sulzdorf.

An den vier Windenergiestandorten wird zwar noch gearbeitet, allerdings wird mit dem Bau der Windtürme erst begonnen, wenn die Rotoren zur Verfügung stehen. Die Passivspeicher an den Standorten drei und fünf sind nahezu fertig und Standort vier ist im Bau. Standort zwei wird derweil als Lager für den Aushub genutzt. Da die Erde später wieder verbaut wird, spart man sich damit den Ab- und Rücktransport zur Deponie.

Auch die Aktivspeicher, die in den Passivspeichern stehen und den jeweiligen Windturm tragen werden, können noch fertiggestellt werden. Aktiv- und Passivspeicher werden aus vorgefertigten Tübbingen errichtet, das sind Bauteile aus dem Tunnelbau, die einfach um 90 Grad gedreht und übereinandergestapelt werden.

Dieses Aktiv-Passiv-Prinzip erklärt sich aus dem Zweck der Anlage. Über das Pumpspeicherkraftwerk soll später in Sekundenschnelle auf Angebot und Nachfrage reagiert werden. Herrschen im Netz Überkapazitäten, werden die Speicher gefüllt, besteht Strombedarf, treibt das Wasser die 200 Meter tiefer installierten Turbinen an. Entwickler Alexander Schechner, der auch Geschäftsführer der Naturspeicher GmbH ist, spricht von hunderten Bewegungen pro Tag.

Pegel ständig in Bewegung

Entsprechend emsig werden sich die Pegel in den Aktivspeichern, die nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren auf gleicher Höhe gebaut werden, heben und senken. „In den Passivspeichern“, erklärt Schechner den Gästen, „geht’s eher gemächlich zu.“

Während der Pause, die durch die Lieferfrist der Rotoren entsteht, wird man sich auf andere Arbeiten konzentrieren, etwa die Verlegung der Druckrohrverbindung von den Windrädern zum Pumpspeicherkraftwerk in der Kocheraue. Die eigens entwickelte Verlegeplattform folgt, wo möglich, bestehenden Waldwegen. Zum Einsatz kommt ein ebenfalls neu entwickeltes Druckrohr aus Polyethylen, das auch „in Radien“, also in Kurven verlegt werden kann (wir haben berichtet). Insgesamt sind 3,9 Kilometer zu bewältigen.

Im Juni 2017 wird der Naturspeicher dann auch im Tal sichtbar. Dann soll mit dem Aushub des Unterbeckens in der Kocheraue begonnen werden. Und richtig spektakulär, erklärt Kaltner, werde es, wenn im August die Windtürme in die Höhe klettern und über große Turmdrehkräne Rotoren und  Maschinenhäuser montiert werden. Die Windenergieanlagen sollen dann ab Dezember 2017 Strom liefern. Die Pumpspeicheranlage soll bis Ende 2018 in Betrieb gehen.

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Kommentare

21.10.2016 14:50 Uhr

Wann hört der Schwindel endlich auf?

Wann suchen die zuständigen Politiker einen Lieferanten der mit einem durchschaubaren, rechtskonformen Baurechtsverfahren einen NATURSTROMSPEICHER, lokalen Ausgleich, Hochwasserschutz und die naturnah geplante Flutmulde, einschl. Erholungsmeile am Kocher, liefert?

Zu einem GRAUSTROMSPEICHER, Fremdstromspeicher, Umweltbetrug, Bauskandal und hinterhältige Teilfreigaben wurde in Gaildorf nicht abgestimmt! Das wissen wir jetzt 5 ... fast 6 Jahre, - wann will unsere Politik sich bewegen und etwas relevantes dazu liefern?

(Solange gibt es keine Grundstücke, - das war der Naturstromspeicher-Deal 2011!)

http://GRAUSTROMSPEICHER.kochertal.net/

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