Wilhelm Möllers Stimme ist verstummt

Er hinterlässt eine große Lücke im öffentlichen Leben der Stadt Gaildorf: Der Kaufmann, Kommunalpolitiker und in vielen Ehrenämtern engagierte Wilhelm Möller ist im Alter von 71 Jahren gestorben.

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„Der Wilhelm weiß bestimmt Rat.“ Diesen Trost wird man in Gaildorf nicht mehr hören. Wilhelm Möllers Stimme ist am Montag für immer verstummt. Erst vor wenigen Wochen hatte der in vielen Ehrenämtern engagierte Kaufmann und Kommunalpolitiker mit Rücksicht auf seine angeschlagene Gesundheit sein Stadtratsmandat niedergelegt und sich mit einem leisen „Also, macht’s gut!“ verabschiedet.

Begleitet wurde der Rückzug des liebenswert streitbaren Ratsmitglieds durch ein ausführliches Portrait in der RUNDSCHAU. Darin enthalten waren auch seine bescheidenen Zukunftswünsche: Obwohl er kürzertreten müsse, wolle er weiterhin seiner Frau Ursula im Tabak- und Zeitschriftenladen unter die Arme greifen, ab und an mit Freunden „Skat kloppen“, sich um die Pückler’schen Parkanlagen kümmern und die Sitzungen seiner CDU-Fraktion besuchen. Dazu soll es nun nicht mehr kommen.

Fehlen wird Wilhelm Möller überall dort, wo er sich engagiert hatte. Etwa beim Obst- und Gartenbauverein, als dessen Vorsitzender er viel für die Verschönerung des Stadtbildes getan hat. Oder als Baumwart in Diensten der Pückler-Stiftung. Und vor allem in seinem Laden in der Karl­straße, lange Zeit eine Art Informationsbörse, Diskussionsforum und Anlaufstelle für viele Bürger mit großen und kleinen Sorgen.

„Oft waren es Kleinigkeiten“, erinnerte sich der zweifache Familienvater in seinem letzten Interview mit unserer Zeitung, eine kaputte Straßenlampe oder ein verstopfter Gully. Für alles und jeden hatte der gebürtige Hanseat ein offenes Ohr. Meist blieb er dabei gelassen. Wenn er aber bürokratische Unvernunft witterte, dann konnte „der Wilhelm“ schon mal ordentlich auf den Tisch hauen.  Auch das werden die vielen Menschen, die ihn kannten, schmerzlich vermissen.

Wilhelm Möller wird am kommenden Montag um 13.30 Uhr auf dem Gaildorfer Stadtfriedhof zur letzten Ruhe gebettet.

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