Wiedersehen mit Mackie Messer

Die Theater-AG des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums in Gaildorf zeigt ein neues Stück. Es ist Dario Fos Oper vom "großen Hohngelächter".

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Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott. Sie sind Anzeichen für kritischen Sinn, Fantasie, Intelligenz und das Gegenteil von Fanatismus. "Ich bin nicht mit der Idee zum Theater gegangen, Hamlet zu spielen, sondern mit der Ansicht, ein Clown zu sein, ein Hanswurst", sagt Dario Fo.

Fo greift in seiner Oper vom "großen Hohngelächter" Motive der Beggars "Opera von Gay" und der Dreigroschenoper von Brecht auf: Doch während früher Horden von Bettlern die Straßen bevölkerten, kontrolliert und "betreut" vom Bettlerkönig Pechum, ist das heutzutage ganz anders: "Ja, die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Geschäftsmethoden. Sonst hätten wir dieses Schauspiel genauso aufführen können wie Brecht 1928 oder gar wie John Gay 1728", meint der Autor und ergänzt: "Mein Vorgänger an dieser Stelle konnte die Leute noch auf die Straße zum Betteln schicken und ihnen dadurch eine echte Hilfe bieten." Heute haben wir das soziale Netz, dessen wir uns bedienen müssen. Die Gebrüder Peachum organisieren dabei für die Menschen staatliche Hilfsleistungen, schicken Prototypen menschlichen Elends zum Arbeits- oder Sozialamt, auf dass diese die Herzen der Sachbearbeiter bewegen und die Kassen der Firma Peachum füllen.

Ansonsten blieb die Handlung dieselbe wie vor 250 Jahren: Der Gangsterboss Mackie Messer hat sich an Polly, einzige Tochter der Peachums, den Londoner Bettlerkönigen, herangemacht und diese heimlich geheiratet - ein Vorgehen, über die die Gebrüder Peachum (die alles teilen, sogar die Ehefrau) und Pollys Mutter "not amused" sind und geeignete Gegenmaßnahmen einleiten. Mackies enge und liebevolle Beziehungen zu der Damenwelt sind dabei eine willkommene Schwäche, die die Peachums ausnutzen, genauso wie die Angst des Polizeipräsidenten vor einem Aufstand der Armen während den Krönungsfeierlichkeiten ihrer Majestät. Für Spannung ist gesorgt und einen ungewöhnlichen Ausgang des Stücks darf man ebenfalls erwarten.

Info Aufführungstermine im Atrium des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums in Gaildorf sind am Freitag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 19. Oktober, ebenfalls 19.30 Uhr und zuletzt am Dienstag, 21. Oktober, um 18 Uhr.

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