Warum Donald Duck ein Oberfranke ist

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Für diesen Ferientipp muss man ein Stückchen fahren. Wenn man gerade keine Ferien hat, empfiehlt es sich daher, sich am Wochenende auf den Weg zu machen. Dafür kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn die Gegend, in die dieser Ferientipp führt, ist auch großartig für Wandertouren geeignet. Hauptziel aber ist Schwarzenbach an der Saale, wo es seit dem 1. August ein weltweit einmaliges Museum gibt. Es handelt sich um das Erika-Fuchs-Haus, im Untertitel "Museum für Comic und Sprachkunst". Aber eigentlich könnte man auch und besser sagen: Wir fahren nach Entenhausen. Denn die Kunsthistorikerin Dr. Erika Fuchs (1906 - 2005) wurde bekannt und berühmt durch ihre Übersetzungen der Abenteuer des Donald Duck.

Eigentlich stammte sie aus Rostock, nach Schwarzenbach kam Erika Fuchs an der Seite ihres Mannes, des Unternehmers Günter Fuchs. Sie arbeitete als freie Übersetzerin und übertrug von 1951 bis 1988 Walt Disney-Comics für den Ehapa-Verlag ins Deutsche. Zunächst übersetzte sie auch Micky Maus, später konzentrierte sie sich mehr und mehr auf die Donald Duck-Geschichten des Carl Barks.

Unter ihr wurde aus "Duckburgh" Entenhausen, übrigens fest verankert im oberfränkischen, wovon Ortsnamen wie Schnarchenreuth oder Kleinschloppen zeugen. Auch sprachlich agierte Erika Fuchs eigenwillig: statt wortgetreu zu übersetzen, nahm sie sich die Freiheit, eigene Akzente zu setzen und den gefiederten Protagonisten ihre individuelle Ausdrucksweise zu verleihen. Auch das Bonmot "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" stammt aus ihrer Feder. Erika Fuchs hatte auch keine Hemmungen, deutsche Klassiker-Zitate zu verwenden und schreckte nicht einmal vor dem Inflektiv zurück, den es im Deutschen eigentlich gar nicht gibt und der ihr zu Ehren deshalb auch Erikativ genannt wird. Und was ist der Inflektiv? Grübel, Nachdenk

In der Dauerausstellung wird die Geschichte des Comics erläutert, es gibt ein begehbares Entenhausen und einen interaktiven Raum, nur für die Fuchs'sche Sprachkunst. Und natürlich gibt's Comics zum Lesen, einen raumfüllenden biografischen Comic über Erika Fuchs und zahlreiche Originalzeichnungen von deutschsprachigen Comic-Kunstschaffenden wie Ulli Lust, Ralf König, Flix oder Sarah Burrini.

Info Das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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