Vor 600 Jahren begann die bewegte Geschichte der Gaildorfer Stadtkirche

Er soll vor 600 Jahren auf dem Totenbett einen Wunsch geäußert haben, der später schließlich dazu führte, dass Gaildorf eine "Stadtkirche" bekam: Schenk Friedrich III. von Limpurg.

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  • Die evangelische Stadtkirche, eines der Gaildorfer Wahrzeichen. Foto: Balko 1/3
    Die evangelische Stadtkirche, eines der Gaildorfer Wahrzeichen. Foto: Balko
  • Nach dem verheerenden Stadtbrand: Die Kirche liegt in Schutt und Asche. Foto: Stadtarchiv 2/3
    Nach dem verheerenden Stadtbrand: Die Kirche liegt in Schutt und Asche. Foto: Stadtarchiv
  • Blick auf die Gaildorfer Stadtkirche vor der grundlegenden Turmrenovierung. Diese Ansichtskarte konnte 1970/71 als »Baustein« für das Großprojekt erworben werden. 3/3
    Blick auf die Gaildorfer Stadtkirche vor der grundlegenden Turmrenovierung. Diese Ansichtskarte konnte 1970/71 als »Baustein« für das Großprojekt erworben werden. Foto: 
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Eine kleine Kapelle war sozusagen die Keimzelle, aus der sich die heutige evangelische Stadtkirche in Gaildorf entwickelte. Über dieses Gebäude ist kaum etwas bekannt. Überliefert ist lediglich, wie es vor 597 Jahren zur Errichtung des selben kam.

Schenk Friedrich III. von Limpurg, seit der Erhebung des Dorfes zur Stadt anno 1404 das erste "echte" Gaildorfer Stadtoberhaupt, starb am 7. November des Jahres 1414. Drei Jahre später stifteten seine Witwe Elisabeth und sein Sohn Konrad in Gaildorf eine kleine Kapelle und eine "ewige Messe" - wohl dem letzten Wunsch des Schenken entsprechend. Diese Stiftung indes änderte zunächst nichts an den damals bestehenden Verhältnissen: Gaildorf blieb der "Mutterkirche" in Münster untergeordnet.

Dieses kleine "Liebfrauenkapelle" genannte Gotteshaus, das der heiligen Maria geweiht worden war, wurde in den Jahren 1435, 1518 und 1521 Stück für Stück zur großen Kirche erweitert. Sie diente danach viele Jahre lang als Grablege für Angehörige der Gaildorfer Schenkenfamilie, wovon heute noch die im Gebäude und an den Außenwänden eingelassenen Epitaphe künden.

1433 schließlich wurde die Pfarrei in Münster nach Gaildorf verlegt. Rätselhaft ist und bleibt der Umstand, dass Münster nach wie vor - und zwar bis zum Jahr 1694 (andere Quellen nennen das Jahr 1710) - die "Totenkirche" für Gaildorf war. Verstorbene Gaildorfer wurden also so lange in Münster zur letzten Ruhe gebettet.

Der Oberbau dieser prächtigen Stadtkirche fiel 1868 dem verheerenden Stadtbrand zum Opfer. Dabei wurden auch einige der kostbaren Limpurger Grabdenkmäler völlig zerstört. Im neugotischen Stil wieder aufgebaut und im Inneren völlig umgestaltet, wurde die Gaildorfer Stadtkirche in den Wirren der letzten Kriegstage - am 19. und 20. April 1945 - abermals schwer beschädigt. Während eines Feuergefechts mit einer US-Einheit schossen deutsche Soldaten das Gebäude in Brand. Nach seiner langwierigen und aufwändigen Wiederherstellung konnte das Gotteshaus am 27. November 1949 feierlich eingeweiht werden. Altbürgermeister Hans König hat den Wiederaufbau ausführlich dokumentiert.

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