Von Sibirien nach Gschwend: Jakob und Emma Tiessen feiern diamantene Hochzeit

Am 2. September 1954 haben Jakob und Emma Tiessen in Sibirien geheiratet. Heute sind sie in Gschwend zuhause, freuen sich über Kinder, Enkel- und Urenkelkinder - und sie fühlen sich wohl.

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In Gschwend haben Emma und Jakob Tiessen eine neue Heimat und ein schönes Zuhause gefunden.  Foto: 

"Alle waren da." Jakob Tiessen steht die Freude im Gesicht geschrieben. Im Kreis der Familie haben er und seine Frau Emma am Wochenende die 60 gemeinsamen Ehejahre gefeiert. Beide sind um die 85 Jahre alt und erfreuen sich relativ guter Gesundheit.

Auch Kinder, Enkel und Urenkel leben in der Region

"Man lebt und lebt", sagt Emma Tiessen, die gut zu Fuß ist und den Haushalt versorgt. Und sie strahlt so viel gute Laune und positive Energie aus, das man ihr die gelebten Jahre und die diamantene Hochzeit gar nicht abnehmen möchte.

Jakob Tiessens Beine machen zwar nicht mehr so recht mit, aber ansonsten ist auch er guter Dinge. Die beiden Eheleute haben zudem das Glück, in der Gemeinde Gschwend eine neue Heimat und ein schönes Zuhause gefunden zu haben. Von ihrem Haus im Buschberg aus überblicken sie beinahe den gesamten Ort.

Jakob und Emma Tiessen haben viele Stationen hinter sich gebracht, ehe sie im Ostalbkreis gelandet sind. Beide sind in der südlichen Ukraine geboren, wohin ihre Vorfahren einstmals ausgebürgert worden waren. Der Name Tiessen deutet auf einen plattdeutschen Ursprung hin, während Emma Tiessen schwäbische Wurzeln vorweisen kann.

Die beiden kannten sich damals nicht, als sie mit dem Flüchtlingsstrom in die ehemalige DDR gespült wurden. Von dort aus wurden sie 1945 nach Sibirien verschleppt, wo sie sich kennengelernt und am 2. September 1954 auch geheiratet haben. In den folgenden Jahrzehnten lebten sie in Kirgisien, das damals noch zur Sowjetunion gehörte. Nachdem ihr Antrag genehmigt wurde, durften sie im Oktober 1990 nach Deutschland ausreisen.

Erste Anlaufstation war Schwäbisch Gmünd, wo Emma Tiessens Zwillingsschwester lebte. Von behördlicher Seite aus wurden sie weiter nach Gschwend geschickt. Nicht zum Unglück der Familie, denn hier fühlen sie die Tiessens wohl. Beide Söhne und die Tochter leben mit ihren Familien im Ort. Auch alle sieben Enkelkinder, die teilweise auch schon wieder Kinder haben, blieben in der Region. Das Bild mit den fünf hübschen Urenkelsöhnen lässt die Urgroßeltern strahlen. "Was für eine Freude", sagt Jakob Tiessen, und alle kämen gern bei ihnen vorbei. Hilfe haben sie, wenn sie mal welche brauchen. Zum Einkaufen lässt sich Emma Tiessen fahren, und wenn ihnen zum Mittagessen zwischendurch mal Maultaschen oder Süßspeisen gebracht werden, dann zählt das zu den kleinen Freuden des Alltags. Ihre christliche Heimat haben sie im Brüderverein.

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