Verteidiger kündigen Erklärung an

|

Der Prozess gegen einen 34-jährigen mutmaßlichen Drogenhändler aus Gaildorf am Landgericht Heilbronn gestaltet sich zäh. Auch am dritten Verhandlungstag vor der achten Großen Strafkammer bleiben die Zeugen ungehört. Tatsächlich hätten die drei Ermittler gestern gar nicht erscheinen müssen. Es war vergessen worden, sie „abzuladen“. Das bedeute, erklärte der Vorsitzende Richter Frank Haberzettl, als er sich für das Versäumnis entschuldigte, dass man ihre Aussage möglicherweise gar nicht benötige. Dass sich einer der Zeugen den Termin am Vortag noch telefonisch hatte bestätigen lassen, nimmt er mit Unmut zur Kenntnis. Die Abladungen, sagt er, hätten vor „gefühlt einer Woche“ abgeschickt werden sollen.

Auch der Beginn der Beweisaufnahme stand gestern auf der Kippe. Die Verteidiger, Dr. Markus Bessler und Martin Stirnweiss, hatten die Termine übermitteln lassen, an denen sie für weitere Verhandlungen verfügbar wären. Danach könnte frühestens am 5. Dezember weiterverhandelt werden. Das, sagt Haberzettl, der den letzten der insgesamt sechs angesetzten Verhandlungstermine auf den 3. November gesetzt hatte, sei „nicht machbar“. Sollte es keine anderen verbindlichen Termine geben, sehe er sich gezwungen, einen Pflichtverteidiger zu bestellen, um in die Beweisaufnahme eintreten zu können.  Das bleibt ihm allerdings erspart. Die Anwälte versichern, in Terminfragen kooperieren zu wollen.

Der dritte Verhandlungstag ist damit im Wesentlichen abgehakt. Der 34-Jährige, der seinerzeit in Ottendorf lebte, ist angeklagt, Drogen im großen Stil aus den Niederlanden eingeführt und damit gehandelt zu haben. Vier andere Beteiligte sind bereits abgeurteilt, zwei dieser Urteile sind allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Beweislage ist also ähnlich oder gleich wie in den vorausgegangenen Verhandlungen. Sie wurde gestern hinter verschlossenen Türen erörtert. Danach wurde eine Erklärung des Angeklagten für den 20. September angekündigt.

Dass der 34-Jährige mit Drogen gehandelt hat, dürfte dabei aber außer Frage stehen. Die Verteidigung sehe aber den Vorwurf der Einfuhr „kritisch“, erläuterte Haberzettl. Die Drogen könnten sich nach ihrer Auffassung bereits in einem „Bunker“ in Deutschland befunden haben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Die Dirndlkönigin steht fest

Sie hat nicht nur die beste Bewertung erhalten, sondern konnte auch die meisten Stimmen auf sich vereinen: Annika Hähnle aus Sulzbach-Laufen ist Dirndlkönigin 2017. weiter lesen