Verkauf erst nach Fertigstellung

Die planerischen Vorarbeiten zum Naturstromspeicher Gaildorf sind abgeschlossen. Am 6. Mai soll der Bauantrag eingereicht werden. Am Donnerstag wurden Mitglieder der Bürgergenossenschaft informiert.

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Karl-Heinz Stooß, Vorsitzender der Bürgergenossenschaft, mit Markus H. Müller und Alexander Schechner von der MBS GmbH im Kernersaal. Foto: Richard Färber

Sie werden schwer zu tragen haben: Am 6. Mai wollen Alexander Schechner und Markus H. Müller von der "Max Bögl Schechner Naturstromspeicher GmbH MBS" den Bauantrag für den Naturstromspeicher in Gaildorf im Haller Landratsamt einreichen. Die Papierunterlagen füllen zehn Ordner, die in vierfacher Ausführung vorgelegt werden müssen. Man rechne damit, dass die Baugenehmigung bis Ende des Jahres erteilt werde, erklärte Schechner am Donnerstag vor Gründungsmitgliedern der Bürgergenossenschaft im Kernersaal der Limpurghalle. Man werde dann umgehend mit dem Bau beginnen. Im Juli 2015 soll der Testbetrieb beginnen, zum 1. Oktober 2015 will man ans Netz.

Der "Naturstromspeicher" ist ein Pilotprojekt, das, wie Schechner immer wieder betont, nur durch die sogenannte Energiewende möglich wurde. Im Naturstromspeicher werden Wind- und Wasserkraft auf eine neue Art kombiniert. Die "Füße" der vier Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 152 bis 172 Metern, die auf dem Höhenzug östlich von Gaildorf errichtet werden, enthalten große Wasserspeicher, die mit einem Unterbecken in der Kocheraue bei Münstermühle verbunden sind.

Schechner ist überzeugt, dass diese Speichertechnologie zentrale Fragen einer Energieversorgung beantwortet, die konsequent auf "die Erneuerbaren" setzt.

In Gaildorf haben Schechners Pläne für Wirbel gesorgt. Bei einem Bürgerentscheid sprach sich eine Mehrheit für das Projekt aus. Im Rahmen der damit einhergehenden Diskussionen entstand auch die Bürgergenossenschaft Naturstromspeicher Gaildorf, die den Naturstromspeicher über eine GmbH & Co. KG betreiben soll. Die Gegner formierten sich in der Bürgerinitiative "Für Gaildorf".

Anders als bisher vorgesehen, wird die Bürgergenossenschaft am Bau selbst nicht beteiligt sein. Die MBS GmbH werde die Anlage errichten und auch finanzieren, kündigte Schechner an. Erst wenn sie betriebsfertig sei, werde sie "schlüsselfertig" verkauft. "Sie tragen kein Risiko", sagte Schechner.

Zu den 54 Gründungsmitgliedern der Genossenschaft seien mittlerweile etwa 20 weitere Interessenten aus Gaildorf und Umgebung hinzugekommen, berichtete der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Stooß. Vorstand und Aufsichtsrat seien in die bisherige Planung komplett eingebunden gewesen, er selbst habe an den Sitzungen der Steuerungsgruppe teilgenommen.

Die Genossenschaft ist noch nicht ins Register eingetragen. Dies soll erfolgen, wenn alle dafür notwendigen Daten vorliegen, also bei Abschluss des Genehmigungsverfahrens. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wilfried Röser schätzt, dass der Eintrag Mitte 2014 erfolgen wird. Röser, der dem Projekt ursprünglich sehr kritisch gegenüber stand und das Betonwerk Mittelfischach betreibt, äußerte sich auch in eigener Sache. Spekulationen und Gerüchte, er sei an dem Projekt beteiligt, seien falsch. Er habe kein Interesse, Beton oder Röhren zu liefern. Dies würde auch seinem Mandat widersprechen.

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