Unterrot nimmt heute 60 neue Flüchtlinge auf

Der Umbau einer Fabrikhalle in Unterrot zur Notunterkunft für Flüchtlinge läuft. Dort sollen 60 Menschen vorübergehend eine Bleibe bekommen.

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Eher durch Zufall ist das Haller Landratsamt auf die ehemalige Produktionshalle im Gaildorfer Stadtteil Unterrot gestoßen. Die wird derzeit als Notunterkunft für Flüchtlinge umgebaut, um in zwei Sälen insgesamt mehr als 140 Menschen beherbergen zu können. Die für die Nutzungsänderung notwendige Baugenehmigung war kürzlich Gegenstand einer Beratung im technischen Ausschuss des Gemeinderats. Angedacht war, diese Einrichtung - eine Übergangslösung - erst zu einem späteren Zeitpunkt zu belegen. Doch die Kapazitäten im Kreisgebiet sind fast erschöpft. Bürgermeister Frank Zimmermann wurde am Dienstagnachmittag vom Amt für Migration im Haller Landratsamt darüber informiert, dass man einen Teil der Halle bereits heute belegen müsse.

60 Flüchtlinge werden in Unterrot erwartet. Es handelt sich um Männer, die aus Afghanistan, Syrien und dem Irak stammen. Wobei deren Aufenthalt - wie in Notunterkünften üblich - begrenzt sein wird: Sie sollen so bald wie möglich auf andere Unterkünfte verteilt werden. Bis es so weit ist, werden Hausmeister und Sozialberatung vor Ort sein. Verpflegt werden die Flüchtlinge durch das Catering im "Centrum Mensch". Hintergrund dieser vorzeitigen Belegung der Unterroter Fabrik ist der anhaltende Flüchtlingsstrom in den Kreis Schwäbisch Hall mit durchschnittlich 94 Menschen pro Woche. "Eine gewaltige Herausforderung für den Landkreis", sagt der Leiter der Stabsstelle des Landrats, Steffen Baumgartner. Und die sei nur "im gemeinsamen Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden" zu meistern.

Dabei geht es - Stand 20. Oktober - um 1229 Flüchtlinge im gesamten Kreisgebiet. In Gaildorf kann gegenwärtig 172 Menschen Asyl gewährt werden, die Kapazitäten in Unterrot sind nicht mitgerechnet.

In diesem Zusammenhang verweist Baumgartner auf die Ankündigung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann Ende September, dass der Haller Landkreis dieses Jahr noch mit mehr als 360 Flüchtlingen pro Monat rechnen müsse. Das wären etwa 1000 Menschen im vierten Quartal - und damit "eine Verdoppelung der Flüchtlingszahl in nur drei Monaten", rechnet Baumgartner vor.

Das Team des Amts für Migration hat alle Hände voll zu tun - oft "weit über der Belastungsgrenze", so Baumgartner. Um das wachsende Arbeitspensum schultern zu können, seien Mitarbeiter anderer Ämter zur Unterstützung abgeordnet worden. Landrat Gerhard Bauer hat die Flüchtlingsbetreuung zur Chefsache erklärt. Steffen Baumgartner: "Wir sind im Notfallmodus!"

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