Umweltzentrum: Kein Bezug zur BI "Für Gaildorf"

Die Berichterstattung zum Naturstromspeicher hat das Haller Umweltzentrum auf den Plan gerufen: Eine Formulierung könne missverstanden werden.

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Im RUNDSCHAU-Artikel "Der Ausschuss ist am Ruder" vom Freitag, den 17. Januar, heißt es, dass sich die im Umweltzentrum organisierten Umwelt- und Naturschutzverbände der Bewertung der BI "Für Gaildorf" zum artenschutzrechtlichen Gutachten "angeschlossen" hätten. Ein solcher "Anschluss" sei nicht erfolgt, teilte jetzt das Umweltzentrum mit. Vielmehr habe man im Namen der Naturschutzverbände eigenständig ohne jeglichen Bezug zur BI Stellung bezogen.

In dem Text heißt es außerdem: "Nach Angaben der Max Bögl Schechner MBS GmbH kann mit dieser neuartigen Kombination von Wind- und Wasserkraft der Energiebedarf von ganz Gaildorf verlässlich durch regenerative Energien gedeckt werden." Reaktionen zeigen, dass auch diese Formulierung missverstanden werden kann. Gemeint ist natürlich, dass die Anlage den Energiebedarf einer Stadt von der Größe Gaildorfs decken kann.

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28.01.2014 22:09 Uhr

Naturstromspeicher: Die Richtigstellung stellt nichts richtig

Nun soll es also in der "Korrektur" heißen, Zitat: "Gemeint ist natürlich, dass die Anlage den Energiebedarf einer Stadt von der Größe Gaildorfs decken kann."
Diese Aussage stimmt genauso wenig wie die vorherigen Formulierung, weil diese Anlage eben den Strombedarf einer Stadt von der Größe Gaildorfs eben NICHT decken kann.
Damit wird immer noch der Eindruck erweckt, mit dem Projekt wäre Gaildorf quasi Strom-autark und unabhängig von anderen Stromerzeugern. Dies ist natürlich falsch.
Windräder erzeugen klarerweise nur Strom, wenn auch Wind ab einer gewissen Stärke bläst. Es gibt auch Phasen von mehrerenTagen bis Wochen, in denen kaum Strom aus Wind erzeugt werden kann wegen Windflaute. Solche Zeiträume kann der Pumpspeicher, selbst dann, wenn er zufällig gerade vollständig gefüllt sein sollte, natürlich nicht ausgleichen, weil er bei Vollast innerhalb von ca. 5 Stunden leer ist.
Auch wird wieder immer wieder der Eindruck erweckt, dass der im Moment nicht benötigte Strom aus den vier Windrädern im Pumpspeicher direkt gespeichert würde. Das ist natürlich auch falsch, da der Pumpspeicher bei längerem kräftigem Überschußwind innerhalb weniger Stundfen gefüllt wäre und weiteren Strom gar nicht aufnehmen könnte.
Generell werden die beiden Teile des Projekts weitgehend unabhängig voneinander gesteuert werden. Der erzeugte Windstrom wird fast vollständig in das allgemeine Stromnetz abgegeben werden (auch um die EEG-Umlage kassieren zu können) und der Pumpspeicher wird nur dann gefüllt werden, wenn der Strom aus dem allgemeinen Stromnetz gerade möglichst billig ist. Und das ist dann sogenannter "grauer Strom" aus dem europäischen Stromnetz, der per se überhaupt nichts mit sogenanntem grünem Öko- oder Windstrom zu tun hat, sondern weitgehend dem regionalen Strommix aus Kernkraft (z.B. aus Frankreich), Kohle (vor allem CO2-reiche Grundlast-Braunkohle), Gas, Öl und Ökostrom entspricht.
Lediglich über einen langen Zeitraum von zum Beispiel 1 Jahr gemittelt mag der dann aufsummierte Windstrom im MWh rein rechnerisch im Durchschnitt ausreichen, um den Jahresbedarf der Stadt Gaildorf zu decken, wobei eben unterschlagen wird, dass es sich hier um eine rein rechnerisch-theoretische Aussage ohne praktischen Wert handelt, da die oben geschilderten Zusammenhänge damit (bewußt?) verschleiert werden.
Aber es klingt halt so schön und wird gerne für "unlautere" Werbesprüche der Ökolobby bzw. der Projektgesellschaften genutzt.

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