Spuren aus römischer Zeit

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  • Ein Luftbild der Ausgrabungsstätte in Aalen: Das Areal war bis vor Kurzem mit kleineren Wohnhäusern bebaut. Jetzt treten dort unter anderem Brunnen und Gebäudepfosten aus römischer Zeit zutage.  1/2
    Ein Luftbild der Ausgrabungsstätte in Aalen: Das Areal war bis vor Kurzem mit kleineren Wohnhäusern bebaut. Jetzt treten dort unter anderem Brunnen und Gebäudepfosten aus römischer Zeit zutage. Foto: 
  • Ein goldener Kinderring, geborgen aus einem Brunnen. 2/2
    Ein goldener Kinderring, geborgen aus einem Brunnen. Foto: 
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Auf einem Baugrundstück an der Ecke Stuttgarter Straße und Bischof-Fischer-Straße gibt es derzeit archäologische Rettungsgrabungen. Die Firma „Ostalb-Archäologie“ birgt und dokumentiert römische Siedlungsspuren. Sie macht dies im Auftrag der Wohnungsbau Aalen und unter fachlicher Aufsicht des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Obwohl das Areal bis vor Kurzem mit kleineren Wohnhäusern modern überbaut war, treten dort noch Siedlungsspuren aus römischer Zeit in überraschender Deutlichkeit zutage“, heißt es. Dazu zählen mächtige Pfostenstellungen eines großen Holzgebäudes, mindestens drei Brunnen, Spuren kleinerer Baulichkeiten sowie Zaungräbchen, die auf eine Parzellierung des Geländes hinweisen. Somit ist zum ersten Mal der Nachweis erbracht, dass das römische Siedlungsgebiet auch hier, etwa 400 Meter südöstlich des Kastells, bis ans Kocherufer gereicht haben dürfte.

„Du mögest wachsen“

Unter den Kleinfunden, die bisher geborgen wurden, sticht ein goldener Kinderring hervor, der auf einer Zierplatte die Inschrift CRESCAS („Du mögest wachsen/gedeihen“) trägt. Er stammt aus einem der Brunnen „und bringt aus einer längst vergangenen Zeit jenen Wunsch und jene Hoffnung zu Gehör, die Eltern auf der ganzen Welt für ihre Kinder noch heute hegen“, wie es heißt.

„Die Anfänge der staatlichen Denkmalpflege reichen in Baden-Württemberg ins 17. Jahrhundert zurück. So befahl Herzog Eberhard III. von Württemberg im Juni 1670, dass alle gefundenen Altertümer abzuliefern seien.  Wenig später forderte der fürstlich-hohenlohische Hof- und ­Archivrat Christian Ernst Hanselmann den Erhalt römischer ­Ruinen“, teilt die Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg auf ihrer Internetseite mit.

Ende des 18. Jahrhunderts sei das Interesse an Altertümern gewachsen. Historische Gebäude, archäologische Bodenfunde und Gegenstände aus früheren Zeiten vor ihrem Verfall zu bewahren – das sei in jener Zeit im öffentlichen Bewusstsein verankert ­worden. Im Jahr 1784 wurden ­
die römischen Thermen von Badenweiler entdeckt und ausgegraben.

300 Jahre etwa stand der unfertige Turm des Ulmer Münsters. „Erst als die mittelalterliche Baukunst wieder entdeckt und neu bewertet wurde, führte dies 1844 zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten, die 1890 mit der Vollendung des gotischen Münsters feierlich abgeschlossen werden konnten.“

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