Sommerfest der Kulturschmiede: Wenn Reggae auf Blues trifft

Für zwei Tage wandelte sich das Gaildorfer Brauereigelände zur Bühne. Reggae- und Blueskünstler feierten mit ihrem Publikum den Festival-Sommer. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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  • Sebastian Sturm und Exile Airline interpretieren den Reggae in Gaildorf neu: Pianist Joonas Lorenz geht auf seinem Keyboard ab – das Publikum feiert ihn. 1/4
    Sebastian Sturm und Exile Airline interpretieren den Reggae in Gaildorf neu: Pianist Joonas Lorenz geht auf seinem Keyboard ab – das Publikum feiert ihn. Foto: 
  • Die Gelegenheit lassen sie sich nicht entgehen: Vor allem viele junge Leute besuchen am Reggae-Abend das Mini-Festival der Gaildorfer Kulturschmiede. ? Weitere Bilder online unter www.swp.de/gaildorf 2/4
    Die Gelegenheit lassen sie sich nicht entgehen: Vor allem viele junge Leute besuchen am Reggae-Abend das Mini-Festival der Gaildorfer Kulturschmiede. ? Weitere Bilder online unter www.swp.de/gaildorf Foto: 
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  • Schwingende Dreadlocks und tanzendes Publikum – Jamaram legt eine Hammerperformance hin. 4/4
    Schwingende Dreadlocks und tanzendes Publikum – Jamaram legt eine Hammerperformance hin. Foto: 
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Die Sonne strahlt auf die Festival-Besucher, die entlang der Gaildorfer Gartenstraße darauf warten, dass sie das Brauerei-Gelände der Familie Manske betreten dürfen. Hinter dem Einlass des „Häberlen“-Areals wartet das Sommerfest der Kulturschmiede auf sie. Unter den Besucherinnen und Besuchern sind viele mit Dreadlocks, denn der Freitagabend gebührt dem Reggae: Sebastian Sturm & Exile Airline sowie Jamaram spielen Konzerte. Die Bühne wird geschützt von einer alten Scheune, die ansonsten als Lagerhalle für Bierfässer, Kästen und Schrannen dient. Bunte Lichterketten und Lampions verleihen dem Konzertgelände ein besonderes Ambiente.

"Ich wusste gar nicht, dass Reggae so abgehen kann"

Nicht nur die Besucher, sondern auch die Künstler sind begeistert vom Gaildorfer Bühnen-Design: „Wir treten viel in Clubs auf, was nach einer Zeit eintönig wird“, erklärt Sebastian Sturm. „In einer alten Scheune haben wir noch nie gespielt. Hier ist  die Atmosphäre richtig geil.“ Dann betritt der Reggae-Musiker die Bühne. Mit dem ersten Beat beginnen die Leute zu tanzen. „Take me to the roots“ heißt der Auftakt-Song. Zu deutsch: „bring mich zurück zu den Wurzeln“ – die Wurzeln des Reggae. Sebastian und seine Band brennen für den traditionellen Reggae, ihr neustes Album haben sie sogar im Harry-J-Studio in Jamaika – dem Ursprungsland des Reggae – aufgenommen. Dort, wo auch Bob Marley seine Songs einspielte.

Sebastian Sturm und Exile Airline experimentieren aber auch mit dem Roots-Reggae, mischen Jazz und Ska unter die traditionellen Beats. Sie geben ein außergewöhnliches und unkonventionelles Konzert. Das Publikum jubelt, als der Pianist Joonas Lorenz auf seinen Keys loslegt: Er hüpft auf sein Piano, spielt mit den Knien und Händen gleichzeitig – definitiv eine neuartige Interpretation des Reggae. „Ich wusste gar nicht, dass Reggae so abgehen kann“, meint Mathias Leuker (19) spontan. Das Publikum ist begeistert von dem Auftritt und verabschiedet Sebastian Sturm und Exile Airline nach der Zugabe mit lautem Applaus.

"Blues ist mir heute wichtiger als Fußball"

Jamaram, die nächste Reggae- Band, legt noch einmal einen oben drauf. Ihre Performance ist unschlagbar. Erst holen sie Fans zu sich nach oben auf die Bühne, dann springen sie selbst ins Publikum und machen inmitten der Besucher Musik. Der Reggae, den sie spielen, ist entspannt, aber alles andere als lahm. Doch irgendwann ist auch der letzte Beat gespielt und die Festival-Besucher gehen nach Hause.

Die eingefleischten Bluesfans stehen auch am Tag darauf wieder vor der Bühne. „Blues ist mir heute wichtiger als die EM“, erklärt Mathias Stümpfig (25), „so gute Bands sind seltener als Fußballspiele“. Er freut sich – wie alle an diesem Abend – schon auf nächstes Jahr, wenn das „große Bluesfest“ stattfindet. Da gibt’s dann auf der Kocherwiese nur Blues auf die Ohren.

Ansonsten lädt der Verein auch zu Nicht-Blues-Veranstaltungen ein: Lesungen, Konzerte, Theater – ein Blick auf die Homepage lohnt sich!

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