SO EBBES vom 4. Oktober 2014

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Damit kann man arbeiten: Frank Zimmermann mit einem Geschenk der Gaildorfer Gemeinderäte.  Foto: 

Als Feld-, Wald- und Wiesenbeigeordneter "der unterstmöglichen Besoldungsgruppe" hat sich Frank Zimmermann einst bezeichnet, als er in Vertretung von Ulrich Bartenbach eine Pferdemarktrede halten musste. Daran erinnerte Frank Stettner, der Zimmermann am vergangenen Dienstag als neuen Gaildorfer Bürgermeister verpflichtete und auch ein Begrüßungsgeschenk des Gaildorfer Gemeinderates überreichte. Es handelte sich um skiförmiges Stück Holz, auf das zehn Gläser montiert waren. Das Geschenk kann bei Aprés-Ski-Partys nützlich sein, aber auch, wie Stettner feststellte, bei trockenen Sitzungen. Wolle man auch anderen einschenken, sei es für den Gemeinderat allerdings etwas kurz. Für die Ortschaftsräte aber würde es reichen, für Ottendorf sogar zwei Mal. Zimmermann müsse dann allerdings vorsichtig fahren, sagte Stettner, nicht dass ihm noch "ein Reh rein rolle".

Heinrich Reh, langjähriger Gemeinderat und ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gaildorf, oblag es, die Veranstaltung zu leiten, die als Fest und Staatsakt daherkam, in Wirklichkeit aber eine öffentliche Gemeinderatssitzung war, bei der viel gelaufen wurde. Sehr viel Zeit verbrachten die Gäste damit, den Grußrednern zuzuschauen, wie sie von ihren Plätzen nach vorne gingen, die Treppe erklommen und die Bühne überquerten, um ans Rednerpult zu gelangen. Der Rückweg war etwas anschaulicher, weil unterwegs Geschenke aufgenommen und übergeben wurden. Der Vorgang war, es wurde mitgezählt, neun Mal zu beobachten. Dabei hatte sich Heinrich Reh zuvor durchaus für die Saal-Logistik verdient gemacht. Er werde nicht jeden Redner extra ankündigen, sagte er. Sie seien gehalten, in der vorgegebenen Reihenfolge zügig nach vorne zu kommen.

Der "Zweitplatzierte" (Reh) bei der Gaildorfer Bürgermeisterwahl hat übrigens gefehlt, obwohl er den Termin fest eingeplant hatte: Der Landtagsabgeordnete Nikolaos "Nik" Sakellariou weilte am Dienstag mit dem baden-württembergischen Justizminister Rainer Stickelberger und dem Arbeitskreis "Recht und Verfassung" auf Zypern, um politische Gespräche zu führen. Hätte Nik gewonnen, hätte er den seit einem Jahr geplanten Termin sicherlich abgesagt. Sein Kollege Helmut W. Rüeck findet es übrigens gut, dass "Nik" nicht gewählt wurde. Nicht aus Häme: Er schätze Nik sehr und hätte die Zusammenarbeit mit ihm vermisst, sagte Rüeck.

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