Schrammbord statt Mauer

Der Krobach soll renaturiert werden. Zudem werden zwei Brücken saniert und zwei weitere neu gebaut. Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht.

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Der Krobach soll renaturiert und teilweise verlegt werden. Brücken werden verbreitert.  Foto: 

Es geht auch einfacher, und damit kostengünstiger. So könnte man den Stand der Planungen für die Renaturierung des Krobachs im Sulzbach-Laufener Teilort Altschmiedelfeld zusammenfassen. Planerin Jutta Brock stellte vor großer Zuschauerkulisse den Stand der Planungen vor. Nun geht das Projekt ins Wasserrechtsverfahren. Geplant ist, den bisher sehr eingeengten Bach zu erweitern. Am Ortsausgang soll die Verdolung entfernt werden, der Bach soll sich an der Straße entlang Richtung unteres Altwasser schlängeln. Das finden die Altschmiedelfelder auch gut – Diskussionspunkt waren und sind jedoch die vier geplanten Brücken.

Sechs Meter breit

Ursprünglich war geplant, jede der Brücken beidseits mit einem 50 Zentimeter breiten Fußgängerbereich, einer 50 Zentimeter hohen Mauer und einem Staketenzaun als Geländer auszurüsten. Unnötig – weil keine Fußgänger – und unpraktisch – weil auch größere Fahrzeuge und Tieflader über die Brücke müssen – befanden die Anwohner. Mit Recht, so Jutta Brock: „Bei meiner Nachfrage im Straßenbauamt hat man mir gesagt, dass so alle Brücken gemacht werden müssen und auch gemacht werden.“ Was ihr die Experten nicht sagten: Diese Vorschriften gelten erst ab einer Absturzhöhe von mehr als 90 Zentimetern. In Altschmiedelfeld liegt sie mit ihren Plänen darunter.

Mit den neuen Brücken können die Anwohner leben. Sie werden jeweils sechs Meter breit, erhalten seitlich ein 15 Zentimeter hohes Schrammbord aus Sandstein und ein einfaches Geländer aus Metall mit zwei Querstreben. An der Brücke vor dem Anwesen Engel soll es abnehmbar sein, wenn der Tieflader kommt. Außerdem soll im Auslauf der Brücke berücksichtigt werden, dass der schwere LKW scharf links abbiegen muss. Ausgelegt werden alle Brücken auf maximal 30 Tonnen – das reicht auch für Tieflader, so Brock: „Die Brücken sind so kurz, da steht ja nie der ganze Laster auf einmal drauf.“

Dass an den Brücken etwas gemacht werden muss, ist unbestritten. Vor allem die Brücke vor dem Anwesen Kunz, in den 50er-Jahren gebaut, ist marode. Die Fundamente sind zum Teil freigelegt, der Beton ist porös und die Stahlbetonkonstruktion weist Risse auf. Auch die Brücke vor dem Anwesen Engel ist deutlich in die Jahre gekommen, auch dort sind die Fundamente zum Teil freigespült. Beide werden saniert.

Neu gebaut werden zwei Brücken vor dem Anwesen Moll am Ortseingang, dort ist der Bach bislang komplett verdolt. Für diese Brücken gibt es den vollen Zuschuss für die Renaturierung. Für die beiden anderen prüft das Landratsamt, ob nicht wenigstens 50 Prozent Zuschuss für den Hochwasserschutz möglich sind. Ansonsten sind rund 30.000 Euro durch die Gemeinde zu finanzieren. Einstimmig beschlossen die Räte, die Brücken so zu bauen.

Mehr Schutz vor Hochwasser

Außerdem soll ein weiteres Altwasser mit ins Projekt aufgenommen werden. Das bringt nicht nur zusätzlich Ökopunkte, sondern verbessert auch den Hochwasserschutz, so Planerin Jutta Brock, weil die Wiese am bisherigen Kochereinlauf dann nicht, wie von den Altschmiedelfeldern befürchtet, geflutet wird. Stattdessen soll das Wasser über das untere Altwasser hinaus, über einen neu zu errichtenden Graben in den Altwasserarm an der Gemeindegrenze geleitet werden. Gaildorf als Nachbargemeinde habe bereits Zustimmung signalisiert, teilt Bürgermeister Bock mit.

Das bedeutet eine Menge Retentionsfläche für den Krobach. Wann das Projekt beginnt, steht allerdings noch nicht fest. Bock: „Ob es bereits 2018 etwas wird, hängt davon ab, welche Fördermittel wir bekommen.“

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