Schmerzlich hohe Beute

In Aalen werden einem Passanten 1400 Euro gestohlen. Im gesamten Kreis treten vermehrt Bettler auf, teilt die Polizei mit. Sie hat ihre Ermittlungen intensiviert und bittet Zeugen um Hinweise.

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Trickdiebe arbeiten sehr raffiniert. Der Bestohlene bemerkt meist erst später, dass er das Opfer von Kriminellen geworden ist. Foto: arc/biet

Auf dem Spritzenhausplatz in Aalen wurde ein 72-jähriger Mann von einer jungen Frau angesprochen und bedrängt, Geld zu spenden und sich in eine Spenderliste einzutragen. Als der Mann hilfsbereit aus seiner Geldbörse Kleingeld entnehmen wollte, wurde er von einer plötzlich neu hinzutretenden zweiten Frau abgelenkt. Nachdem die Frauen gegangen waren, stellte der Mann fest, dass ihm 1400 Euro Bargeld aus seiner Geldbörse fehlten. Den hohen Bargeldbetrag hatte er dabei, weil er unmittelbar zuvor auf der Bank war.

Die Polizei geht davon aus, dass der Geschädigte kein zufälliges Opfer der beiden Frauen wurde, sondern diese gezielt vor der Bank auf ein möglichst geeignetes Opfer gewartet haben.

Von der zirka 20 Jahre alten Täterin mit südländischem Erscheinungsbild ist lediglich bekannt, dass sie halblange blonde Haare hatte. Von der Mittäterin liegt keine Beschreibung vor. Die Polizei fahndet nach den Tatverdächtigen. Das Polizeirevier Aalen sucht weitere Zeugen und nimmt Hinweise unter Telefon 0 73 61 / 52 40 entgegen.

Die Polizei warnt eindringlich vor solchen Situationen, die durchaus immer dem beschriebenen Verlauf ähnlich sind. Wir wollen Mildtätigkeit und Nächstenliebe nicht verhindern, wer gern gibt, soll geben, allerdings muss auf ein aktives Angesprochenwerden immer skeptisch reagiert werden. Niemand sollte glauben, nicht Opfer der äußerst raffiniert und fingerfertig agierenden Trickdiebe werden zu können.

Der Ostalbkreis wird derzeit offenbar geradezu überschwemmt von Bettlerkolonnen. Dass hier durchaus organisiert vorgegangen wird, ist allein schon daraus zu ersehen, dass bei der Polizei des Ostalbkreises seit März etwa 60 Meldungen und Anzeigen von Bürgern eingingen, die sich auf Betteleien bezogen. Beim überwiegenden Teil handelte es sich um Haustürbetteleien, bei denen sich bei der polizeilichen Überprüfung keine aktuelle strafbare Handlung erkennen ließ und ein wirksames Einschreiten so nicht möglich war.

Die Täter, meist osteuropäischen Aussehens, gehen in unterschiedlicher Arbeitsteilung vor. Neben den hausierenden Bettlern sind viele in den Innenstädten unterwegs. Beide haben oft Texte und Bilder dabei, die auf Naturkatastrophen, Obdachlosigkeit, Hunger oder Krankheit hinweisen, um möglichst gezielt Mitleid zu erwecken. Auch eine äußerst hohe Mobilität kann beobachtet werden. Jemand der am einen Tag noch von der Polizei in Aalen kontrolliert wurde, tauchte am nächsten Tag bereits in den Akten der Polizei im Ruhrgebiet auf.

In Aalen und Ellwangen waren es zuletzt Taubstummeneinrichtungen für die angeblich gesammelt wird und wenn ein Bürger hilfsbereit den Geldbeutel zückt, wird praktisch unter seinen Augen sein gesamtes, mitgeführtes Bargeld herausgetrickst.

Und zur Verdeutlichung: Das Geld, weder das freiwillig gegebene, noch das unfreiwillig verlorene, wird einem der genannten, mildtätigen Zwecke zugeführt. Der Rat der Polizei: "Wenn Sie also spenden wollen, schauen Sie sich die bittenden Personen genau an. Halten Sie immer Abstand zu den Personen, zeigen Sie Ihre Geldbörse nicht. Und steigern Sie Ihr Misstrauen nochmals, wenn Sie gerade von der Geldabhebung kommen."

Da in den meisten Städten und Gemeinden des Kreises laut Polizeiverordnung das aggressive und gewerbsmäßige Betteln verboten ist können sich die Bürger auch dann an die Polizei wenden, wenn ihnen noch kein Schaden entstanden ist, so der Tipp der Ordnungshüter.

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