Schleppertreffen in Gschwend: Hilfe für Familie eines verstorbenen Feuerwehrmanns

Nicht jeder alte Schlepper ist ein Veteran. Viele der am Wochenende beim 8. Gschwender Schleppertreffen vorgestellten Trecker sind noch im Einsatz.

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Ein Blick in die Vergangenheit für Hans Kugler. Der Senior hat selbst einen dieser Schlüter-Trecker zuhause.  Foto: 

Rolf Budweiser, Vorstand des ausrichtenden Vereins „Schlepperfreunde Gschwend“, und seine Frau haben jeweils einen Schlepper und nutzen diese regelmäßig: „Mein Fendt ist Baujahr 1958 und damit älter als ich“, sagt der 39-jährige Rolf Budweiser am Sonntag auf dem Ehmann-Gelände lachend. Dort hatten sich zahlreiche Besucher eingefunden, um die Zugmaschinen zu bestaunen. Darunter war auch das Urgestein der Trecker – der Lanz Bulldog.

Hans Kugler steht vor einem roten Trecker mit glänzenden Chromteilen. Ein Schlüter-Trecker. Er habe ebenfalls einen Schülter-Traktor zuhause, sagt der vom Brandhof stammende Senior und beginnt, aus der Geschichte der Firma zu erzählen.

1898 wurde das Schlüterwerk zur Herstellung von Motoren gebaut und begann 1937 mit der Traktorenproduktion. Im Verlauf des Zusammenbruchs des Ostblocks ging auch Schlüter in Freising (Bayern) in die Knie und meldete Anfang der 1990er-Jahre Konkurs an.

Im Jahr 1978 hatte der jugoslawische Staatschef Tito der bayerischen Firma den Auftrag zum Bau eines 500-PS-Schleppers gegeben. Als das Unikat zehn Jahre später in die Serienfertigung gehen sollte, wurde die Produktion mit der Wende im Ostblock hinfällig. Außerdem hatte die Konkurrenz die Firma längst technisch überholt.

Was für Hans Kugler sein „Schlüter“, ist für Elias sein „John Deere“. Der achtjährige Bub hat sein Modell zuhause gelassen und sitzt nun mit Schwester Selina (4) stolz im „Sattel“ des Fendt von Rolf Budweiser.

Das Gschwender Schleppertreffen findet im zweijährigen Rhythmus statt und ist verbunden mit einer Tombola. Deren Hauptgewinn ist ein landwirtschaftliches Fahrzeug, das die Schlepperfreunde beschaffen und herrichten. Dieses Jahr ist es ein „Holder ED II Deichselreiter mit Pflug und Anhänger“. Das ideale Gefährt für kleine Landwirte und womöglich auch Winzer. Für die rund 1000 Lose zum Stückpreis von einem Euro gibt es aber weitere zahlreiche Preise. Der Erlös daraus kommt einem sozialen Zweck zugute. In diesem Jahr erhalte ihn die Familie des Ende Mai beim Hochwasserunglück in Schwäbisch Gmünd ums Leben gekommenen 38-jährigen Feuerwehrmanns, sagt Budweiser.

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