Sagen um Mord im Adelbach

Wirklich wie aus Kübeln goss es am Sonntagmorgen vor der geplanten Nachmittagstour "Rund um Eutendorf" des Gaildorfer Albvereins. Gut beschirmt entdeckten die Wanderer geheimnisvolle Pfade.

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Kurze Rast unterhalb der Zusammenflusses von Antebach und Adelbach.  Foto: 

Eine stattliche Wandergruppe konnte am Nachmittag gut beschirmt und behütet mit den Wanderführern Carola und Peter Kronmüller erneut geheimnisvolle Pfade in saftiger, praller Natur rund um Eutendorf abenteuerlich erleben. So zeigte sich unterwegs, dass die klimatischen Bedingungen zwar nicht bestes Wanderwetter, aber umso besseres Wuchs- und Reifewetter bescheren. Beeren, Pilze und schon reife Äpfel, die manchen Ast zum Bersten biegen, gibt es in Fülle. Teile der Strecke waren treuen Wanderern des Albvereins Gaildorf schon vertraut, so der Aufstieg im Hohlweg, der Abstieg zum Antebach, der im Tal in den Adelbach fließt, Wege um Buchhorn und Adelberg mit seinem reizvollen Ambiente. Dennoch entdeckten selbst die ortskundigen Wanderführer beim Vorwandern noch Unbekanntes wie das Steinkreuz mit der Jahreszahl 1659 auf Michelfelder Gemarkung in der Nähe des Antebachs. Zwei Sagen hatte Carola Kronmüller in Erfahrung gebracht, die sich um das Steinkreuz ranken: Eine Händlerin sei hier in der Nähe des alten Haalwegs von Schwäbisch Hall von Leuten des Adelbacher Wirtshauses zu jener Zeit ermordet worden, besagt die erste, die zweite, ein Wanderer sei hier umgebracht worden. Ungewöhnlich an diesem "Sühnekreuz" ist allerdings statt eines Symbols die eingemeißelte Jahreszahl 1659, da Kaiser Karl V. 1532 die mittelalterliche Art der Sühne abgeschafft hatte und mit seiner "Carolina" die gerichtliche Ordnung einführte. Im 17. Jahrhundert gab es demzufolge Sühnekreuze eigentlich nicht mehr. Man ließ das Kleindenkmal im "Dunkel" zurück und machte sich gegenwärtig auf in Richtung "jenseits des Adelbachs".

Versteckt im Wald hatten die Wanderführer eine kleine Stärkung für die restliche Tour, die aus dem Wald hinaus auf aussichtsreiche Höhen und vorbei an der ehemaligen Gaststätte auf dem Adelberg wieder hinunter ins Adelbachtal führte.

Dort saßen Adelbacher und Wanderer im Trockenen zusammen und genossen nach der unter erschwerten Bedingungen trotzdem schönen Wanderung frisch geräucherte Forellen und an so einem Regentag besonders geschätzte abendliche Sonnenstrahlen.

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