Restposten von Klaus-Peter Eicheles Buch über Gottlieb Rau gegen Spende zu haben

Der Gaildorfer Revolutionär Gottlieb Rau war nie in Afrika. Vor 160 Jahren gestorben, könnte nun seine Lebensgeschichte die Aktion "Gaildorf hilft Afrika" bereichern, dank Klaus-Peter Eichele.

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Er war Glasfabrikant in Gaildorf, als Demokrat und Revolutionär gefürchtet, er rief die Republik aus, wurde verhaftet und später aus dem Land gejagt: Gottlieb Rau (1816-1854) war eine der tragischsten Figuren der Landesgeschichte.

Das Leben dieses Mannes ist von mehreren Autoren grundlegend erforscht worden, darunter von dem aus Gaildorf stammenden Journalisten Klaus-Peter Eichele. Eichele hatte 1991 eine viel beachtete Ausstellung mit Begleitbuch unter dem Titel "Traum und Fiasko des Gottlieb Rau - Leben und Zeit des Revolutionärs und Glasfabrikanten aus Gaildorf" erarbeitet.

Dieses kleine Werk ist längst vergriffen, also im Handel nicht mehr erhältlich - und heute eine gesuchte heimatgeschichtliche Rarität. Klaus-Peter Eichele hat jedoch der RUNDSCHAU einen Restposten von etwa 40 Exemplaren zukommen lassen, der nun zugunsten der Aktion "Gaildorf hilft Afrika" abgesetzt werden soll.

Das fesselnd geschriebene und vor 23 Jahren veröffentlichte Büchlein, 88 Seiten stark und mit vielen Dokumenten angereichert, kann gegen eine Mindestspende von 5 Euro erworben werden. Interessierte Leser dürfen aber auch mehr dafür ausgeben: Der komplette Erlös fließt in die Kasse der Afrikahilfe.

Dieser Gottlieb Rau war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der 1848er-Revolution, Vorkämpfer für eine demokratische Republik. 1843 war er nach Gaildorf gekommen, wo er in der einstigen Kaltwasserheilanstalt eine Glasfabrik einrichtete. Seine Motive: Der gebürtige Dürrwanger wollte Arbeitsplätze schaffen, um damit möglichst vielen Menschen ein Auskommen zu garantieren. In der Industrialisierung sah er einen Schlüssel zur Lösung der größten Armutsprobleme in Württemberg. Rau forderte ein Handelsministerium, Staatskredite zur Gründung von Industriebetrieben - und einen europäischen Staat mit Prag als Hauptstadt!

Nach dem Ausbruch der Revolution wurde der brillante Redner Rau zu einem Wortführer der Linken, organisierte große Versammlungen in Hall, Gaildorf und anderen Städten und rief zum Sturz der Monarchie auf. Im Mai gründete er in Stuttgart "Die Sonne", die erste republikanische Tageszeitung im Königreich Württemberg, die bis Mitte 1849 erschien. Am 25. September rief er vor vielen tausend Menschen in Rottweil die Republik aus und trommelte zum Marsch auf Cannstatt - der in Balingen gestoppt wurde. Rau stellte sich den Behörden, wurde verhaftet und 1851 zu 13 Jahren Festungshaft verurteilt. Unterdessen ging seine Gaildorfer Glasfabrik bankrott . . .

1853 schließlich wurde Gottlieb Rau begnadigt - unter einer furchtbaren Bedingung: Er musste nach Amerika auswandern. Am 2. Oktober 1854 starb er in New York, wo er nach seiner Ankunft das "Hotel Rau" gegründet hatte, das vielen deutschen Auswanderern als Anlaufstelle diente. Raus Schicksal ist auch von den Heimatforschern bzw. Archivaren Hans König, Paul Sauer () und Manfred Stingel erforscht worden.

Info Wer eine der Rau-Dokumentationen von Klaus-Peter Eichele gegen eine Mindestspende von 5 Euro für die Gaildorfer Afrikahilfe erwerben möchte, sollte sich rasch bei uns melden: RUNDSCHAU, Grabenstraße 14, 74405 Gaildorf, Telefon 07971 / 9588-20 (Sekretariat), E-Mail rundschau.redaktion@swp.de.

Das Büchlein kann auch - so lange der Vorrat reicht! - ab heute direkt in der Redaktion abgeholt werden.

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