Reise durch ein Land im Ausnahmezustand

Als sie ins Gelobte Land kamen, war es noch friedlich: 32 Pilger aus der Region waren kürzlich auf Reisen durchs nun wieder krisengeschüttelte Israel.

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    Blick vom Berg der Seligpreisung zum See Genezareth. Fotos: Friedemann Hägele
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    Bar Mizwa-Feier an der Klagemauer in Jerusalem.
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Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Dass dieser kleine Staat der Juden (nur etwa so groß wie Hessen) bei Existenzkriegen 1948, 1967, 1973, gegen eine zahlenmäßig große Übermacht der Nachbarstaaten, bei unzähligen Terroranschlägen, bei einer ersten Intifada (Dezember 1987 - 1993) und einer zweiten (September 2000 - Februar 2005) bestehen konnte, grenzt an ein Wunder. David Ben Gurion, der erste Präsident Israels, hat einmal gesagt: "Wer in Israel nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."

Es gibt eine Umfrage aus dem Jahr 2013 unter den israelischen Palästinensern (1,3 Millionen). Auf die Frage, ob sie in einen Staat der Palästinenser umziehen würden, antworteten 75 Prozent, sie möchten innerhalb Israels wohnen bleiben.

Während des Bürgerkriegs in Syrien sind bisher mehr als 700 verletzte Syrer - Männer, Frauen und Kinder - nach Israel gekommen, um ihre Kriegsverletzungen behandeln zu lassen. Darunter befanden sich auch verletzte Kämpfer, die in Jordanien abgelehnt wurden. Ein 24-jähriger Mann sagte: "In Syrien ist die Hölle los. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass unsere Feinde uns einmal ärztlich behandeln."

Aviel Schneider, leitender Redakteur von "Israel heute", machte bei einem Besuch der Reisegruppe in seiner Redaktion deutlich, welche Katastrophe sich seit über drei Jahren in Syrien abspielt. Bis heute seien über 160 000 Menschen ums Leben gekommen. In den Kriegen und Terroranschlägen gegen Israel hätten seit 1948 dagegen "nur" 73 000 Menschen ihr Leben verloren. Der Vergleich zeige, welch unsagbare Leiden die syrische Bevölkerung erdulden müsse.

Mit Blick auf die Nahostverhandlungen um einen Palästinenserstaat meinte Schneider, dass die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern, unter Einbindung der USA und der EU, ein Prozess mit Vollgas im Leerlauf sei. Der Wunsch nach Frieden sei in jedem Menschen vorhanden. Er sei aber überzeugt, dass es in seiner Generation keinen Frieden geben werde.

Schneider erinnerte daran, dass die christlichen Nationen in Europa über 500 Jahre lang immer wieder Krieg gegeneinander geführt haben. Deshalb wäre es angebracht, wenn die EU sich bescheidener, nicht so selbstgerecht und oft auch sehr einseitig gegen Israel in den Nahostkonflikt einmische. Mit Nachdruck machte er deutlich dass Israel, auf Grund der Bibel, ein Recht habe, in Israel zu leben.

Mit Unverständnis und Enttäuschung wurden in Israel die Äußerungen des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas zur Kenntnis genommen. Abbas sagte unter andrem: "Eine Anerkennung Israels als jüdischen Staat wird es nicht geben, das steht außer Frage."

Im Gegensatz dazu leben Juden und Araber im täglichen Leben überwiegend in friedlicher Koexistenz. In den meisten Geschäften in Jerusalem arbeiten Juden und Araber zusammen.

Schalom, lautet der Gruß, es ist das hebräische Wort für Frieden. "Hevenu Schalom Alechem", singen die Israelis . Das arabische Wort für Frieden heißt Salam. Wie sprachverwandt sind doch beide Wörter. Möge der Wunsch unzähliger Menschen in Israel und in den Palästinensergebieten, dass beide Völker zu einer gegenseitigen echten Akzeptanz und zu einem wahren und echten Frieden finden, bald verwirklicht werden.

Info Der Bericht wurde im Juni verfasst, eine Reisebeschreibung ist bereits am 28. Juni erschienen. Die aktuellen Ereignisse in Israel können daher naturgemäß nicht berücksichtigt werden.

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