Mahle-Betriebsrat optimistisch
Gaildorf. Viele Beschäftigte des Automobilzulieferers Mahle am Standort Gaildorf sind erleichtert. Von den ursprünglich 216 zur Disposition stehenden Arbeitsplätzen konnte der Großteil gerettet werden.
Die Gießerei von Mahle wird zum Jahresende 2010 nicht geschlossen. Sie wird stillgelegt, und die Beschäftigten der Gießerei gehen in die Kurzarbeit. Die dadurch gewonnen Zeit soll laut Betriebsratsvorsitzendem Martin Maaß dazu genutzt werden, neue Produkte nach Gaildorf zu holen, die Kollegen einzuarbeiten, die Produktionsanlage für die mechanische Fertigung hoch zu fahren. "Je mehr Zeit wir haben, umso mehr können wir retten", sagte Maaß gestern Nachmittag nach der Betriebsversammlung, in der er seine Kollegen über die Verhandlungen über den Interessensausgleich informiert hat. Sie wurden im September aufgenommen und verliefen anfänglich "recht zäh". Nachdem die Kollegen ihre Kampfbereitschaft signalisiert hatten, habe sich die "Sache etwas gelockert". Maaß und sein Stellvertreter Wolfgang Weller sind mit dem Gesprächsergebnis zufrieden. Seit September sind 39 von 130 Beschäftigten in der Gießerei in die Altersteilzeit gegangen oder haben Aufhebungsverträge unterzeichnet. Für die restlichen 91 Kollegen ist noch keine Lösung gefunden worden. Für etwa die Hälfte von ihnen sei eine Altersteilzeit angedacht. "Für die verbleibenden 45 hoffen wir, dass uns die Zeitschiene hilft, dass wir die Kollegen unterbringen", sagt Maaß. Sein Ziel: Keine betriebsbedingten Kündigungen. Die Arge hat der Qualifizierung von weiteren 15 Kollegen zugestimmt. Ursprünglich war das "Wegebauprogramm", so die Bezeichnung der Maßnahme, für nur zehn Beschäftigte ausgelegt. Während der 16-monatigen Weiterbildung würden die Umschüler von der Arge und dem Mahle-Konzern gefördert, so dass sie finanziell kaum Einbußen haben dürften.
Die Mahle-Konzernspitze stufe den Standort Gaildorf als "wichtig" ein. Dass die Mannschaft in Gaildorf bereit ist, Sonderschichten zu fahren und über gutes technisches Wissen verfügt, das sei in Stuttgart angekommen. Von dort auch die Zusage, Gaildorf den Zuschlag zu geben, wenn Mahle Aufträge erhält. Maaß hat "berechtigte Hoffnungen", dass neue Produkte nach Gaildorf geholt werden können. Die Verhandlungen laufen.
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Autor: CORNELIA KAUFHOLD | 09.06.2010
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Mahle-Betriebsratsvorsitzender Martin Maaß (rechts) und sein Stellvertreter Wolfgang Weller informierten gestern ihre Kollegen über die Verhandlungen über den Interessensausgleich. Sie sind mit dem Gesprächsergebnis zufrieden. Foto: ka
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