Potenzielles Gewerbegebiet Hirschäcker in Fichtenberg: Gemeinderat will Klarheit

Der Fichtenberger Gemeinderat hat den Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet "Hirschäcker" gefasst. Es soll geklärt werden, welche Flächen überhaupt gewerblich genutzt werden können.

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Hier gehts zum Stall der Familie Fritz in den Fichtenberger Hirschäckern. Benachbarte Firmen würden das Gelände gerne für Erweiterungen nutzen. Die Familie aber hat eigene Pläne.  Foto: 

Gehts nach der Familie Fritz, ist das Verfahren rausgeschmissenes Geld. Die Flächen, die als "Gewerbegebiet Hirschäcker, 1. Erweiterung" bezeichnet werden, stehen nicht zum Verkauf. Die Familie hat dort einen Stall für 120 Rinder gebaut, dessen Kapazitäten bereits nicht mehr ausreichen. Nun ist ein weiterer Bullenmaststall geplant, später soll eventuell noch ein Wohnhaus hinzukommen.

"Wir müssen wachsen", sagt Wolfgang Fritz, der auch im Gemeinderat sitzt. Alternative Standorte gebe es nicht. Den Stall habe man errichtet, weil das Land Baden-Württemberg nicht bereit gewesen sei, einen Viehdurchlass in die neue Umgehungsstraße zu integrieren. Man hätte das Vieh sonst über die Straße auf die Weide treiben müssen. Nun befinden sich Stall und Weiden südlich der Umgehungsstraße.

Der Antrag auf Genehmigung des neuen Stallgebäudes wurde bereits eingereicht, liegt aber auf Wiedervorlage, weil der Gemeinderat das Gelände mit einer Veränderungssperre belegt hat. Diese Veränderungssperre hat auch Bestand - zumindest bis die Träger öffentlicher Belange und die Behörden in einem frühzeitigen Beteiligungsverfahren ihre Stellungnahmen zum Bebauungsplan Hirschäcker abgegeben haben, dessen Aufstellung am Freitag einstimmig beschlossen wurde.

Danach, erklärte Bürgermeister Roland Miola im Gemeinderat, werde erkennbar sein, wo und in welchem Umfang eine gewerbliche Nutzung der Flächen, die zwischenzeitlich östlich bis an die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes vergrößert wurden, überhaupt möglich ist. Einwände könnten beispielsweise von den Leitungsträgern erhoben werden - südöstlich wird das Gebiet unter anderem von einer Gasdruckleitung durchkreuzt. Auch der Naturschutz werde ein Wörtchen mitzureden haben, kündigte Miola an. Zudem wisse man von mindestens zwei weiteren Eigentümern, dass ihre Flächen aktuell nicht zur Verfügung stehen.

"Hirschäcker, 1. Erweiterung" ist im Flächennutzungsplan als potenzielles Gewerbegebiet ausgewiesen. Mit KW Automotive und HS Formtechnik siedeln zwei Firmen, die Erweiterungsbedarf angemeldet haben, in unmittelbarer Nachbarschaft. Andere Flächen stehen in der Gemeinde nicht zur Verfügung; der Versuch der Verwaltung, das Gebiet nach Osten in Richtung Kronmühle zu erweitern, scheiterte am Landschaftsschutz (die RUNDSCHAU hat mehrfach berichtet).

Aktuell belaufe sich der Flächenbedarf der beiden Unternehmen auf etwa 2,3 Hektar, erklärte Miola den Gemeinderäten. HS Formtechnik benötige etwa 10.000 Quadratmeter, unter anderem sei eine 3000 Quadratmeter große Produktionshalle geplant. KW Automotive habe einen Gesamtbedarf von etwa 12.000 Quadratmetern für ein repräsentatives Verwaltungsgebäude und für Parkflächen angemeldet. Beide Firmen sind wichtige Arbeitgeber in Fichtenberg: KW hat 190 Mitarbeiter, bei HS sind 70 Menschen beschäftigt.

Gesprächsrunde nicht ganz vollständig

Ihren Flächenbedarf haben die beiden Firmen bei einem "runden Tisch" genannt, zu dem die Gemeinde und das Kreisplanungsamt eingeladen hatten. Die Familie Fritz nahm nicht teil, von ihr habe lediglich "ein anwaltliches Schreiben" vorgelegen, sagte Miola. Den Inhalt des Schreibens gab er nicht bekannt. Er kündigte jedoch an, dass man weiterhin versuchen werde, mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen.

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