Originaler Sound mit eigenen Effekten

Ein großes Hörvergnügen war das Konzert der Jazzformation Stützles Halbe Stompers. Die Vollblutmusiker jazzten im Foyer der Murhardter Stadthalle.

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„Stützles Halbe Stomper“ im Foyer der Festhalle in Murrhardt. Die sechs Musiker aus dem Schwäbischen sind Ehrenbürger der Jazz-Stadt New Orleans.  Foto: 

 Die sechs Jazzer, 1995 zu Ehrenbürgern von New Orleans ernannt, sprühten vor Spielfreude und boten mit spürbar viel Spaß überwiegend fröhliche Titel auf enorm hohem Niveau dar. Bandleader Eckart „Ekke“ Wall moderierte kurzweilig, erzählte Anekdoten über berühmte Jazzmusiker und Komponisten, interessante Details aus der Jazzgeschichte sowie zur eigenen Band-Historie.

Vor rund 40 Jahren habe er mit einigen Jungs an der Musikschule Riedlingen begonnen, Jazzmusik zu spielen. Zum Band-Namen hätten ihn die Stuttgarter „Vierteles-Stompers“ inspiriert. Stützle sei eine Hommage an das Wirtsehepaar der Ulmer Lieblingskneipe, und Halbe stehe fürs Lieblingsgetränk Bier. Im speziellen Repertoire seien etliche „Stücke, die andere nicht spielen“. Diese studiere man nach Originalaufnahmen und Noten ein, hinzu kämen eigene Sound- und Rhythmus-Effekte, berichtete Pianist Rudi Elsässer. „Das Zusammenspiel ist arrangiert“, während die Rhythmusgruppe mit Elsässer am E-Piano, Eckarts Sohn Martin „Knalle“ Wall an der Tuba und Heinz Kehrer am Banjo frei innerhalb eines festgelegten Akkordgefüges spiele. 

Die Zuhörer, darunter leider keine der jungen Generation, waren hingerissen von den solistischen und gemeinsamen Improvisationen. Posaunist John Service, Trompeter Ekke Wall und Klarinettist Michel Groner spielten virtuos mit „dirty notes“, bewusst schräg und unsauber intonierten Tönen, sowie mit verschliffenen Tonfolgen. Die Mitglieder der Rhythmusgruppe zeigten ebenso ihre Improvisationsqualitäten, wobei Tubist Knalle Wall besondere sonore, tiefe Akzente setzte.

Am besten kamen flotte Stücke wie „Doctor Jazz“ vom Trompeter Joseph „King“ Oliver an, der auch Lehrer von Louis Armstrong war. Ebenso der „Kansas City Stomp“ vom Meisterpianist Jelly Roll Morton. Täuschend echt imitierten Trompete und Klarinette das „Tatütata“ im traurigen „Klagelied des Feuerwehrmanns“ von Mallery Kimball nach einer jüdischen Melodie. Spannende Harmonien wies Duke Ellingtons „The Mooche“ im düsteren „Dschungel-Stil“ auf.

Schmissig wirkte das bekannte Marsch-Jazzstück „That’s A Plenty“ von Bert Williams. Ein Ohrenschmaus war der melodiöse „Davenport Blues“ vom stilprägenden Autodidakt-Trompeter Bix Beiderbecke. Beinahe wie ein Spiritual wirkte Pianist Billy Taylors „I wish I knew how it feels to be free“ über die unfreien Schwarzen. Die Zuhörer hatten großen Spaß am Konzert und applaudierten kräftig bei jedem Solo und holten sich am Schluss noch zwei Zugaben.eke

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