Optimist aus Profession

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Frank Zimmermann mit Partnerin Liliane Gasse und Landrat Gerhard Bauer.

Blumen gabs und Blumengutscheine, Bücher- und Büchergutscheine, Gutscheine zur Förderung der lokalen Wirtschaft, beste Tropfen und die besten Wünsche für beide: den scheidenden Gaildorfer Bürgermeister Ulrich Bartenbach und seinen Nachfolger Frank Zimmermann. Ihm sei beim letzten Interview Bartenbachs mit der RUNDSCHAU ein Satz aufgefallen, der ihn ins Grübeln gebracht habe, sagte Günther Kubin, der bei der Verabschiedungs- und Begrüßungsfeier am Dienstag in der Limpurghalle die Verabschiedung übernommen hatte: Mit einem "Prachtbau" könne er nicht aufwarten, hatte Bartenbach gesagt.

Ein Prachtbau könne ja noch kommen, meinte Kubin. Das Ärztehaus, das die Familie Schick für die Stadt bauen wolle, sei ja auch Bartenbachs Wirken zuzuordnen. Ansonsten aber sei das Wort "Prachtbau" kein Maßstab für Bartenbachs Wirken. Bartenbach habe gezeigt, worauf es ankomme, nämlich auf das Verhältnis zu den Menschen. Die Bilanz, die Kubin dann vorlegte, dokumentiert dann aber doch schaffige Zeiten.

Sanierung und Erweiterung der Kläranlage, Sanierung der Sporthalle, das Gewerbegebiet Münster, die Einführung des City-Flitzers, die Ausstattung der Feuerwehren, die Arbeit mit Schulen und Kindergarten - man könnte mit dieser Aufzählung noch lange fortfahren, sagte Kubin. Dass mit dem Naturstromspeicher ein weltweit einmaliges Projekt in Gaildorf realisiert werden könne, falle ebenso in Bartenbachs Amtszeit wie der Wettbewerb zum nördlichen Kocherufer oder die Arbeit am "Masterplan", in der die Entwicklung der Stadt aufs Engste mit den Vorstellungen ihrer Bewohner verknüpft wird. "Sie haben ihre Hausaufgaben gut erledigt", resümierte Kubin.

Ein perfekt gemachtes Nest findet Frank Zimmermann allerdings nicht vor. Vieles, was unter Bartenbach angestoßen wurde, ist noch lange nicht vollendet, anderes - Kubin erwähnte unter anderem die Freibadsanierung - zählt zu den Zukunftsaufgaben. "Die Höhepunkte bei der Umsetzung des Masterplanes erwarten wir erst in ihrer zweiten Amtszeit" sagte Masterplan-Moderator Friedhelm H. Liers - der bei der Gelegenheit gleich den Wunsch zum Ausdruck brachte, Zimmermann möge nicht "nach höheren Stühlen" streben.

Danach siehts nicht aus. Er habe hohe Erwartungen an sich selbst, erklärte Zimmermann, und versprach, er werde nicht nur ans Geld denken - auch wenn er durch seine Kämmerertätigkeit eindeutig vorbelastet sei. Sparsamkeit werde ganz bestimmt eine Grundlage seiner Arbeit sein, wichtigstes Ziel aber sei die Entwickung der Stadt und der Gemeinschaft, die in ihr lebe. Geborgenheit, überschaubare Strukturen, sozialer Frieden - dies seien die Antworten, welche die Kommunalpolitik auf die großen globalen Fragen und Probleme geben könne. Ausdrücklich dankte Zimmermann der Familie Schick für das geplante Ärztehaus: Dies sei eine Investition in die Gemeinschaft. Auch seinem Vorgänger erwies Zimmermann Respekt: Bartenbach habe Grundlagen geschaffen, auf die man nun aufbauen könne.

Große Hoffnungen setzt Zimmermann auf den Anschluss an den Verkehrsverbund Stuttgart - "das wird uns gelingen", sagte er und verwies auf die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, die dieser Anschluss bringen kann.

Ein zentrales Element von Zimmermanns Ansprache war der Begriff "Heimat". Dies sei der Ort, an dem man lebe, sich einbringe, mitarbeite und Verantwortung übernehme, erklärte Zimmermann. Und vor diesem Hintergrund sei die niedrige Wahlbeteiligung bei der Gaildorfer Kommunalwahl äußerst deprimierend - "ich frage mich, woran das liegt".

Dabei belassen will er es nicht: Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung müssten so nah wie möglich an die Bürger heranrücken und um ihre Beteiligung werben, sagte Zimmermann. Und er sei sich sicher, dass es dann auch gelingen werde, wieder mehr Menschen für die Belange der Gemeinschaft zu interessieren. Im übrigen gehöre Optimismus in diesem Amt zur Grundausstattung.

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