Nonstop und ohne Hindernisse

Bildung ist ein Schlüsselbegriff in der aktuellen politischen Debatte. Für Kommunen wie Gaildorf ist Bildung ein Infrastrukturmerkmal: Haben Kinder und Jugendliche die gleichen Chancen wie in der Großstadt?

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An der Wirtschaftsschule in Schwäbisch Hall können Hauptschüler in zwei Jahren die Fachschulreife erlangen. Foto: re

Kann sich eine junge Familie mit Schulkindern in Gaildorf niederlassen oder muss sie sich in einer größeren Stadt ihre Existenz aufbauen, um eine gute Ausbildung gewährleisten zu können? Die Antwort ist einfach: Gaildorf deckt das schulische Angebot komplett ab. Es gibt drei Grundschulen, eine Hauptschule mit Werkrealschule, eine Realschule und ein achtjähriges Gymnasium. Alle gängigen Abschlüsse können erworben werden.

Hinzu kommt die hohe Durchlässigkeit des Schulsystems in Baden-Württemberg. Auch Hauptschüler haben - bei entsprechender Förderung und Leistungsfähigkeit - die Möglichkeit, über die zweijährige Berufsfachschule und den Besuch eines beruflichen Gymnasiums etwa im benachbarten Schwäbisch Hall die allgemeine Hochschulreife und Zugang zu einem Studium zu erreichen.

Hier liegt sogar ein Vorteil. Die überschaubaren Schulen bieten eine optimale Möglichkeit, die Jugendlichen so zu fördern, wie es für sie das Beste ist. Wer, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Turbogymnasium überfordert ist, hat die Möglichkeit, sechs Jahre lang die Realschule zu besuchen und nach dem mittleren Bildungsabschluss den kurzen Weg nach Schwäbisch Hall in Richtung berufliche Gymnasien zu nehmen.

Dort wird man in weiteren drei Jahren und entsprechend seinen Neigungen wahlweise in den Fächern Wirtschaft (WG), Technik (TG), Chemie und Ernährungslehre (EG), Biotechnik (BTG) und ab dem kommenden Jahr in Sozialpädagogik (SG) gezielt auf den künftigen Beruf oder das Studium vorbereitet. Hauptschüler können nach ihrer Abschlussprüfung an der zweijährigen Berufsfachschule einen (vollwertigen) mittleren Bildungsabschluss nachholen. Hinzu kommt, dass die Gaildorfer Ausbildungsbetriebe großen Wert auf die Schulabgänger aus der Region legen und deshalb enge Kontakte zu den Schulen unterhalten (s. nebenstehendes Interview).

Mehr noch: An der Peter-Härtling-Schule erhalten lernschwache Schüler eine besondere Wissensförderung und somit ebenfalls die Chance, nach der Schul- auch eine Berufsausbildung zu machen. Diese optimale Förderung gilt übrigens auch für Kinder mit Migrationshintergrund, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Ehrenamtliche Sprachhelferinnen der Diakonie setzen die in den Kindergärten begonnene Arbeit fort und helfen Kindern, die deutsche Sprache so zu lernen, dass sie ohne Probleme dem regulären Unterricht folgen können. Und falls es doch Probleme gibt, ergänzt eine Hausaufgabenhilfe für Grundschüler den regulären Unterricht.

Ein weiteres wichtiges (Familien)angebot macht die Sache rund: Die "verlässliche Grundschule" gewährleistet eine Betreuung auch außerhalb des regulären Unterrichts. Die verlässliche Grundschule der Parkschule ist in den Räumen der Limpurghalle eingerichtet. Die Kinder werden von einer qualifizierten Fachkraft von 7 Uhr bis Schulbeginn und ab Schulende bis spätestens 15.30 Uhr betreut. Auch in der Bühläckerschule Unterrot wird wegen der guten Nachfrage die verlässliche Grundschule angeboten. Die Betreuung erfolgt dort bis 14 Uhr. Wie in Gaildorf wird ein warmes Mittagessen angeboten. An der Grundschule Eutendorf/Ottendorf wird dieses Angebot bei Bedarf ebenfalls eingeführt.

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