Naturstromspeicher: Projektleiter informiert Gemeinderat über Bauabläufe

Die Großbaustellen sind eröffnet. In den nächsten Monaten werden östlich von Gaildorf die vier Windräder des Naturstromspeichers gebaut. Der Bauzeitenplan wurde am Mittwoch dem Gemeinderat vorgelegt.

|
Vorherige Inhalte
  • Seit gestern wird am ersten Standort des Naturstromspeichers der Aushub abgefahren. 1/2
    Seit gestern wird am ersten Standort des Naturstromspeichers der Aushub abgefahren. Foto: 
  • Johannes Kaltner, leitender Ingenieur der MBS Naturstromspeicher GmbH. 2/2
    Johannes Kaltner, leitender Ingenieur der MBS Naturstromspeicher GmbH. Foto: 
Nächste Inhalte

Es wird Zäune geben und eine Videoüberwachung und maximale Transparenz. Was sich etwas widersprüchlich anhört, ist den Umständen geschuldet. Wer sich für den Naturstromspeicher und die Baufortschritte interessiere, könne sich jederzeit gerne zur Besichtigung melden, betont Johannes Kaltner, leitender Ingenieur der MBS Naturstromspeicher GmbH, als er am Mittwochabend im Gaildorfer Gemeinderat den Bauablauf erläuterte. Gleichwohl sei man genötigt, Vorkehrungen gegen etwaige Sabotageakte zu treffen.

"Sabotage?" Rainer Baumann hakt nach. Tatsächlich, berichtet Kaltner, sei kürzlich an einer Kehrmaschine die Pumpe ausgebaut worden. Und kurze Zeit später seien an derselben Maschine, "vermutlich mit unserer Pumpe", 200 Liter Diesel abgepumpt worden. Und so etwas sei vermeidbar, indem man die nötigen Vorkehrungen treffe.

Etwas mehr als eine Viertelstunde braucht Kaltner, um den Gemeinderäten darzulegen, was in den kommenden zwei Jahren auf die Gaildorfer und ihre Nachbarn zukommen wird. Das Augenmerk liegt dabei zunächst auf dem Bau der vier Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von bis zu 172 Metern. Das dazugehörige Pumpspeicherkraftwerk und das Unterbecken befänden sich noch in der "Projektierungsphase", sagt Kaltner. Baubeginn werde hier voraussichtlich Mitte 2016 sein. Die Druckrohrleitung von den Windkraftanlagen zum Pumpspeicherkrafthaus soll dann ab März 2017 gebaut werden. Anfang 2018 könne die Anlage dann im "Komplettbetrieb" laufen.

Vorerst sieht man freilich noch recht wenig. Die heiße Phase aber hat begonnen: Am Standort drei wird der Aushub abgefahren. Am Standort fünf wird im Dezember begonnen, die Standorte zwei und vier folgen im Januar - dann sind alle vier Baustellen in Betrieb. Einen Standort eins gibt es nicht mehr. Er musste, wie berichtet, aus Gründen des Artenschutzes gestrichen werden - dort fliegt der Milan.

Insgesamt 70 000 Kubikmeter Erdreich müssen an den vier Standorten ausgehoben werden. 50 000 Kubikmeter werden wieder "eingebaut", 20 000 Kubikmeter auf die Deponie der Firma Gronbach nach Obersontheim gefahren. Man werde Vierachser verwenden, sagt Kaltner. 800 bis 1000 Kubikmeter könne man mit ihnen täglich abfahren, das entspreche 100 Fahrten.

Die Zäune werden aufgestellt, wenn das Baufeld vorbereitet ist und mit dem Bau der Bodenplatte begonnen werden kann. Darauf werden dann in der sogenannten Tübbing-Technik die "Passivbecken" errichtet. 28 der im Bögl-Stammwerk in Sengenthal vorgefertigten "Tübbinge" ergeben einen Ring mit einem Umfang von 200 Metern. Fünf bis sieben Ringe werden pro Becken benötigt, macht 308 Lkw-Fahrten.

Die "Aktivbecken" bestehen ebenfalls aus Fertigteilen. Sie werden auch die Fundamente der vier Hybridtürme bilden, die dann aus dem Wald wachsen. Pro Turm werden 23 Betonringe bis zu einer Höhe von knapp 87 Metern aufgestapelt; 40 Schwertransporte sind dafür nötig. Anschließend werden die beiden jeweils 60 Tonnen schweren Stahlsektionen montiert und zuletzt die Maschinenhäuser, die jeweils 84 Tonnen wiegen.

Weitere Schwergewichte folgen: der Triebstrang mit 72 Tonnen, der Generator mit 20 Tonnen, die Nabe mit 46 Tonnen, die Flügel mit drei Mal 17 Tonnen. Die Turmdrehkräne müssen sich in dieser Phase bis auf 192 Meter strecken. "Das bringt uns schon an die Grenzen", sagt der Ingenieur sichtlich begeistert. Aber nicht drüber - "sonst würden wir's ja nicht machen".

Info Die MBS Naturstromspeicher GmbH plant am 18. November eine öffentliche Info-Veranstaltung im Kernersaal.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

30.10.2015 20:22 Uhr

Heiße Phase: GRAUSTROMSPEICHER ohne ROTEN PUNKT

RUNDSCHAU: "Heiße Phase hat begonnen"!

Heiß - für die Investoren und Bauleitung weil kein ROTER PUNKT zu sehen ist?
Heiß - für Stadtverwaltung Gaildorf, weil die Konditionen und der Ausgleich nicht gerecht und nicht öffentlich sind?
Heiß - weil das Umweltrecht und notwendige Auflagen erneut umgangen werden?
Heiß - weil gegen die Ziele des WHG und der EU-WRR geplant wird?
Heiß - weil NATURSTROMSPEICHER bis heute zu keinem Detail eine Baufreigaben hat?
Heiß - weil bis heute niemand weiß wissen kann, was da NATURSTROMSPEICHER ist?
Heiß - weil die Fördersituation sich 2016 für Projekte dramatisch ändert?
Heiß - weil es bis heute keinen freigabfähigen NATURSTROMSPEICHER-Bauantrag gibt?
Heiß - für RUNDSCHAU-GAILDORF.de, weil ....?
Heiß - für Stadtverwaltung Gaildorf, weil NATURSTROMSPEICHER die Gaildorfer Planungshoheit gegen legale Gaildorfer Interessen bricht und städt. Ausgleichgrundstücke unrechtmäßig mit geheimen Verhandlungen aufsaugt?
Heiß - für Investoren, weil der PUMPSPEICHERZWEIG nur Geld verbrennen und nie etwas liefern wird?
Heiß - für Investoren, weil die überteuerten NATURSTROMSPEICHER-Windkraftanlagen nicht einmal mit EEG und Sonderförderung nachhaltig, effizient und sinnvoll zu betreiben sind?
Heiß - für das LRASHA.de, weil BAUFREIGABEN mit dem BAGGER nicht dem Stand der Zeit und weder BW- noch EU-Recht, entsprechen?
Heiß - für das LRASHA.de, weil gesetzlicher, amtlicher und privater NATURSCHUTZ ausgehebelt und korrumpiert wird?
Heiß - für das LRASHA.de, weil das BAURECHT, AUSGLEICHRECHT, INFORMATIONSRECHTE und BÜRGERECHTE illegal und abwegig ausgehebelt wird?
Heiß - weil es kein NATURSTROMSPEICHER wird?
Heiß - weil es komplett unsinnig oder korrupt ist, - wer kann das wissen?
... http://graustromspeicher.kochertal.net

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eine Vision für die Schublade

Bereits vor 20 Jahren wurde über die Bewerbung Gaildorfs um eine Landesgartenschau laut nachgedacht. Doch die Idee geriet bald wieder in Vergessenheit. weiter lesen