Naturstromspeicher: Neue Druckrohre und neue Verlegetechnik entwickelt

Für den Wassertransport beim Naturstromspeicher Gaildorf ist ein neuartiges Druckrohrsystem entwickelt worden. Auch die Verlegetechnik liegt bereits zur Begutachtung beim Patentamt.

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  • Der Höhenkamm der Limpurger Berge östlich von Gaildorf. Mittlerweile wurde auch am Standort fünf ein Kran errichtet. 1/2
    Der Höhenkamm der Limpurger Berge östlich von Gaildorf. Mittlerweile wurde auch am Standort fünf ein Kran errichtet. Foto: 
  • Die MBS Naturstromspeicher Gaildorf GmbH hat einen Kooperationsvertrag mit der egeplast international GmbH abgeschlossen. Von links: Alexander Schechner, Geschäftsführung MBS Naturstromspeicher, Stefan Bögl, Vorstand Max Bögl, Wind AG, Dr. Ansgar Strumann, Geschäftsführender Gesellschafter der egeplast international, Thomas Drill, Geschäftsführer. 2/2
    Die MBS Naturstromspeicher Gaildorf GmbH hat einen Kooperationsvertrag mit der egeplast international GmbH abgeschlossen. Von links: Alexander Schechner, Geschäftsführung MBS Naturstromspeicher, Stefan Bögl, Vorstand Max Bögl, Wind AG, Dr. Ansgar Strumann, Geschäftsführender Gesellschafter der egeplast international, Thomas Drill, Geschäftsführer. Foto: 
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Für gewöhnlich werden Wasserleitungen so geradlinig wie möglich verlegt. Beim Naturstromspeicher Gaildorf weicht man von diesem Prinzip ab. Die Druckrohrleitungen, welche die vier Windkraftanlagen und das Pumpspeicherkraftwerk im Tal verbinden, sollen so weit wie möglich entlang bestehender Waldwege geführt werden, Kurven sind kein Hinderungsgrund.

Rohre halten über 50 Jahre einen Druck von 20 Bar aus

Möglich wird dies durch ein neues Druckrohrsystem, das in einer Kooperation der „Max Bögl Schechner MBS Naturstromspreicher GmbH“ mit der „egeplast international GmbH“ entwickelt wurde. Die Kooperation und das neue Druckrohrsystem wurden Mitte Mai bei der Weltmesse für Umwelttechnologien (IFAT) in München vorgestellt. Die Firma egeplast ist weltweit auf den Transport von Wasser, Gasen und Daten spezialisiert und gilt als Innovationsführer bei Kunststoffrohrsystemen.

Das Druckrohrsystem, das nun beim Naturstromspeicher in Gaildorf verwendet wird, ist im egeplast-Technologiezentrum in Greven/Westfalen entstanden. Es besteht im Grunde aus Polyethylen, ist aber aufgrund eines patentierten Herstellungsverfahrens so stabil, dass es auch Anwendungen erlaubt, für die sonst Metallrohre benötigt werden. Die Kunststoffrohre, die nun bei Gaildorf verlegt werden, werden einer Pressemitteilung der MBS zufolge über mindestens 50 Jahre einem Betriebsdruck von 20 Bar standhalten und überdies „unkritisch“ auf die anlagebedingten „Druckstöße“ reagieren.

Dass dieses Rohrsystem „in Radien“, also auch in Kurven verlegt werden kann, sieht die MBS als weiteren Vorteil. Statt umständlich Schneisen durch den Wald zu schlagen und nach der Leitungsverlegung wieder aufzuforsten, kann man die bestehenden Wege nutzen.

Die MBS hat deshalb auch eine neue Verlegetechnik entwickelt. Es handelt sich um ein 108 Meter langes Fahrzeug, das sämtliche Arbeitsschritte vom Graben über das Verlegen, Verbinden und Positionieren der Rohre bis hin zur Wiederherstellung des Weges in einem Aufwasch ermöglicht. Es seien Verlege-Geschwindigkeiten von bis zu 72 Metern pro Tag möglich, heißt es auf der MBS-Homepage. Mit weiteren Details ist man sparsam: Die neue Verlegetechnik ist bereits zum weltweiten Patent angemeldet.

Die beiden Naturstromspeicher-Innovationen werden nicht einmalig verwendet. Das neue Druckrohr-System, das bei Rohrdurchmessern von 1200 bis 2500 Millimetern bis zu 50 Bar Druckstabilität gewährleisten soll, könne in der gesamten Wasserkraft-Technologie zum Einsatz kommen, teilt die MBS mit. Die neue Verlegetechnik wiederum werde, wie beispielsweise die Fertigteil-Technologie für Windkrafttürme, in das Eigenleistung-Portfolio der Max-Bögl-Gruppe einfließen.

Kraftwerke wie den Naturstromspeicher Gaildorf werde man künftig innerhalb von einem Jahr errichten können.
 

Der Naturstromspeicher

Der von der MBS Naturstromspeicher GmbH entwickelte Naturstromspeicher Gaildorf besteht aus vier Windkraftanlagen auf dem Höhenzug östlich von Gaildorf, einem Pumpspeicherkraftwerk und einem Unterbecken in der Kocheraue. Die Fundamente der Windkraftanlagen dienen gleichzeitig als Wasserspeicher, sodass unabhängig von den Windverhältnissen konstant Strom erzeugt werden kann. Das erste Windkraftwerk soll im Mai 2017 den Betrieb aufnehmen, die komplette Anlage bis Ende 2017 betriebsfertig sein.

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Kommentare

31.07.2016 14:16 Uhr

Ach was

Zitat aus Zusatzinfo: "Die Fundamente der Windkraftanlagen dienen gleichzeitig als Wasserspeicher, sodass unabhängig von den Windverhältnissen konstant Strom erzeugt werden kann."
Eine solche Aussage über eine "konstante" Stromerzeugung ist natürlich Unsinn.
Die Turmfüße mit umgebenden Oberbecken sind bei bei Volllast innerhalb weniger Stunden geleert. Da Windflauten oder annähernde Windstille aber oft tagelang andauern, ist obige Aussage schlicht Nonsens. Umgekehrt könnten die Speicherbecken bei starkem Wind nur für einige Stunden Strom aufnehmen, weil dann ihre für durchschnittliche Pumpspeicherwerke sowieso sehr geringe Speicherkapazität voll ausgenutzt ist.
Ansonsten ist davon auszugehen, dass der Pumpspeicher weitgehend unabhängig von den 4 Windrädern betrieben wird mit dem üblichen regionalen Strommix (also auch Kohle- und in den nächsten Jahren auch noch Atomstrom). Für den Betrieb sind lediglich die Stromkosten und Stromerlöse bzw. deren Differenzen entscheidet. Und diese hängen in keiner Weise mit dem Wind zusammen, der gerade an den 4 Windrädern weht.
Aber was interessieren schon Fakten, wenn man einen "Werbeartikel" schreibt, dessen Inhalt vermutlich in weiten Teilen schlicht von den Pumpspeicherbauern übernommen wurde.
Auch interessant, dass in Deutschland sonst derzeit kein einziges Pumpspeicherwerk gebaut wird.Selbst der geplante Pumpspeicher der Stadtwerke Ulm wurde jetzt endgültig beerdigt (obwohl er bezogen auf die gleiche Leistung viel billiger zu bauen gewesen wäre als der Speicher in Gaildorf).
Grund ist ganz banal, dass es derzeit und auch in absehbarer Zukunft keinerlei wirtschaftliche Aussichten gibt, einen Pumpspeicher zu betreiben ohne gigantische Verlusterzeugung.
Aber das ist ja vor allem das Problem der Investoren.
Man kann nur hoffen, dass nicht die Kommunen hier mal wieder Geld der Steuerzahler verbrennen.

Zum Thema fehlende Wirtschaftlichkeit:
https://www.swu.de/uploads/tx_z7teasereffekt/pm-psw_blautal_projektaufgabe.pdf

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30.06.2016 11:24 Uhr

Kennzeichnung von WERBEANZEIGEN? Innovation? Patente?

Anzeigen sind dem Presserecht nach kennzeichnungspflichtig. Wann ist die Redeaktionsleitung bei swp.de und Rundschau davon abgewichen, Werbeanzeigen zu einem s.g. Naturstromspeicher zu kennzeichnen und perfide Manipulation zu fördern?

Oben schreibt swp.de von Innovation und Patente, - unten schreibt man: "Die beiden Naturstromspeicher-Innovationen werden nicht einmalig verwendet. ...."

Geht es denn noch flacher, noch abwegiger, noch haltloser, noch manipulativer, noch perfider ...?

Irgendwann wird Gaildorf sich nur noch schämen, wo es mit MAX BÖGL, SCHECHNER, RUNDSCHAU, dieser Wohltätigkeitsstiftung und dieser Stadtverwaltung landen wird, bereits gelandet ist. Gab es bei RUNDSCHAU und bei NATURSTROMSPEICHER, - zu "Naturstromspeicher", zu Innovation, zu Patente schon einmal ein Wort, das über den Tag hinaus Bestand hatte?

http://GRAUSTROMSPEICHER.kochertal.net/

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