Naturstromspeicher-Genossenschaft: Vorstandschef vor die Tür gesetzt

Das Vertrauensverhältnis zwischen Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitzendem der Naturstromspeicher-Bürgergenossenschaft ist offensichtlich nachhaltig zerrüttet. Das hat nun personelle Konsequenzen.

|
Vorherige Inhalte
  • Im Moment ist innerhalb der Genossenschaft nicht alles im "grünen Bereich". 1/2
    Im Moment ist innerhalb der Genossenschaft nicht alles im "grünen Bereich".
  • Karl-Heinz Stooß. 2/2
    Karl-Heinz Stooß. Foto: 
Nächste Inhalte

Es muss kräftig rumort haben innerhalb der sich in Gründung befindlichen "Bürgergenossenschaft Naturstromspeicher Gaildorf". So sehr, dass der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Montag - dem Vernehmen nach einstimmig - beschlossen hat, den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Stooß "mit sofortiger Wirkung" seines Amtes zu entheben. Darüber hat gestern das Gremium die RUNDSCHAU informiert. Bis auf weiteres werde Karl Diemer, bisher stellvertretender Vorsitzender, Stooß' Aufgaben übernehmen.

Diemer indes reagierte am Abend erstaunt: Er habe weder an der Sitzung des Aufsichtsrats teilgenommen, noch sei er über die Beschlüsse informiert worden. Mit dem vom Aufsichtsrat gewählten Vorgehen sei er "ausdrücklich nicht einverstanden", ließ er in einer E-Mail, die unserer Zeitung vorliegt, Aufsichtsratschef Wilfried Röser wissen. Und er erkläre sich "nicht bereit, die Aufgaben von Herrn Stooß zu übernehmen"!

Als Grund für die drastische Maßnahme führen die Aufsichtsräte Wilfried Röser, Ralf Eisenmenger, Eberhard Moll, Karl-Heinz Wahl und Erwin Zauner, die eine Presseerklärung dazu unterzeichnet haben, ein "erschüttertes Vertrauensverhältnis zwischen den Mitgliedern des Aufsichtsrats und Herrn Stooß" an. Details werden nicht genannt. Sie sollen am 20. Februar im Rahmen einer Mitgliederversammlung zur Sprache kommen.

Stooß fühlte sich oft "zwischen den Stühlen"

In dem Schreiben dankt das Aufsichtsgremium Karl-Heinz Stooß "für seine Arbeit, die er in der Vergangenheit für die Genossenschaft geleistet hat". Stooß stehe "in einem guten Verhältnis zu Projektinitiator Alexander Schechner" und sei auch in der Steuerungsgruppe zum Naturstromspeicher vertreten.

Was das Zerwürfnis begünstigt haben mag: Stooß fühlte sich, wie er im RUNDSCHAU-Gespräch betonte, oft "zwischen den Stühlen" sitzend. Vorzuwerfen habe er sich nichts, "ich habe kein schlechtes Gewissen". Nun sei er enttäuscht und nehme die Information, die er am Nachmittag bekommen habe, zur Kenntnis. Und er bedaure es, dass er zur Sitzung am Montag nicht eingeladen worden sei, um seinen Standpunkt darlegen zu können.

Auf seine Mitgliedschaft in der Genossenschaft soll das Ganze keinen Einfluss haben. Er wolle dabei bleiben, sagt Stooß. Denn "ich bin nach wie vor vom Naturstromspeicher-Konzept überzeugt".

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Naturspeicher Gaildorf

Mit dem Pilotprojekt "Naturspeicher Gaildorf" entsteht in Gaildorf eine technologische Innovation. Der Naturspeicher verbindet Windkraft mit Wasserkraft.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Nach Flucht vor Schiiten-Miliz: Ein sicheres und freies Leben

... aber hält es? Suha Alibrahim ist mit ihrer Familie aus dem im Irak geflohen. Sie arbeitet als Bundesfreiwillige in Hall. weiter lesen