Naturstromspeicher Gaildorf: Erster Standort wird gerodet

Ende 2016 sollen die Windkraftanlagen des Naturstromspeichers Gaildorf in Betrieb gehen, das Pumpspeicherkraftwerk ein Jahr später. Die MBS Naturstromspeicher GmbH hat jetzt ihren Terminplan vorgelegt.

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In der Rotaue sind keine archäologischen Überraschungen zu erwarten: Das Gelände, auf dem das Unterbecken ausgehoben werden soll, wurde im Juli untersucht. Archivfoto: Richard Färber

Mit den Vorbereitungen zum Bau des Naturstrompeichers soll am kommenden Montag, 20. Oktober, begonnen werden. Das hat die MBS Naturstromspeicher GmbH am Donnerstagabend mitgeteilt. Zunächst werde der Hauptforstweg von der L 1066 zum Windkraft-Standort fünf "ertüchtigt". Gleichzeitig werde man mit den Rodungsarbeiten an dem Windkraft-Standort beginnen. Im Bereich der Münstermühle soll neben dem Baubüro auch ein Zwischenlager für Baumaterialien begonnen werden.

Der Naturstromspeicher Gaildorf besteht aus vier Windkraft-Türmen mit einer Nabenhöhe von bis zu 172 Metern. Zu ihren Füßen werden Wasserspeicher gebaut, die zusätzlich ein Pumpspeicherkraftwerk antreiben sollen - das Unterbecken wird in der Rotaue gebaut. Der Beginn der Vorarbeiten war eigentlich auf Anfang Oktober terminiert, er musste aber verschoben werden, da noch ein Förderbescheid aussteht, so der Initiator Alexander Schechner auf Anfrage, Zwischenzeitlich sei aber die vorzeitige Baufreigabe erteilt worden.

Aushub soll im Herbst 2015 starten

Sollten die Vorarbeiten gut verlaufen, wolle man im März 2015 mit den Bauarbeiten an den vier Windkraftstandorten beginnen, teilt die MBS mit. Das Pumpspeicherkraftwerk soll ab Sommer 2015 gebaut werden. Zunächst werde ein Schacht ausgehoben und dann der Rohrvortrieb zum künftigen Unterbecken ausgeführt. Mit dem Aushub soll im Herbst 2015 begonnen werden. Die Errichtung der Windkraftanlagen ist im Frühjahr, spätestens Sommer 2016 geplant, sodass sie bis Ende 2016 den Betrieb aufnehmen können.

Mit den Windkraftanlagen werden auch die Druckrohrleitungen für das Pumpspeicherkraftwerk eingebaut; mit der Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerkes beziehungsweise dem Beginn der Testphase rechnet die MBS im darauf folgenden Frühjahr 2017.

Man sei darum bemüht, regionale Unternehmen mit dem Bau und auch mit dem späteren Betrieb des Kraftwerkes zu beauftragen, betont die MBS. Zudem wolle man noch vor dem Beginn der eigentlichen Bauarbeiten im kommenden Frühjahr eine Informationsveranstaltung abhalten. Die Bürgerinnen und Bürger sollen dann über den konkreten Bauablauf informiert werden. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

Pilotprojekt im Limpurger Land: Daten, Fakten und Proteste

Kombination Der Naturstromspeicher Gaildorf ist ein Pilotprojekt, mit dem erstmals Wind- und Wasserkraft kombiniert werden. Die Pumpspeicherleistung wird sich auf 15 Megawatt belaufen, die vier Windkraftanlagen sollen zusätzlich eine Leistung von 22 Megawatt erbringen.

Petition Die Gaildorfer haben bei einem Bürgerentscheid am 11. Dezember 2011 mehrheitlich entschieden, dass die Stadt die für den Bau der Pilotanlage notwendigen Grundstücke zur Verfügung stellen kann. Im November 2013 hat sich die Bürgerinitiative "Für Gaildorf" mit einer Petition gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung gewandt. Der Petitionsausschuss des Landtags hat noch keine Entscheidung getroffen, die nächste Sitzung findet am 5. November statt. Die Ausschussvorsitzende hat der MBS zwischenzeitlich aber "grünes Licht" für die weitere Vorbereitung gegeben.

Organisation Die MBS Naturstromspeicher GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Firmengruppe Max Bögl und des Projektinitiators Alexander Schechner. Als Technologielieferanten sind neben Max Bögl auch Gamesa und Voith Hydro, Weltmarktführer für Pumpspeichertechnologien, vorgesehen.

SWP

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Kommentare

20.10.2014 13:34 Uhr

Grüne Schizophrenie

Roden für den Umweltschutz - das klingt wie "Vergewaltigung gegen Sexixmus".

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18.10.2014 09:53 Uhr

Oh je

Das Unheil nimmt seinen Lauf. Bitte dokumentiert diesen ökologischen und ökonomischen Schwachsinn auf Bildern.

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