Naturstromspeicher Gaildorf genehmigt

Der Petitionsausschuss im Landtag hat "grünes Licht" erteilt. Der Gaildorfer Naturstromspeicher wurde gestern vom Landratsamt genehmigt.

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Baubeginn im Herbst? Alexander Schechner (r.) und Markus Müller, Geschäftsführer der MBS Naturstromspeicher Gaildorf GmbH.  Foto: 

Die MBS Naturstromspeicher Gaildorf GmbH kann die Ausschreibung vorbereiten: Nachdem der Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtages "grünes Licht" erteilt hat, wurde gestern vom Landratsamt die Genehmigung für die Gesamtanlage erteilt.

Der Naturstromspeicher besteht aus vier Windkraftanlagen mit integrierten Wasserspeichern, die mit einem Pumpspeicherkraftwerk verbunden sind. Dem Petitionsausschuss liegen derzeit zwei Petitionen von Projektgegnern vor. "Grünes Licht" wird unabhängig vom Ausgang des Verfahrens erteilt, damit Bauherren, die bereits einen Rechtsanspruch erworben haben, durch die Verzögerung keine Nachteile entstehen.

Für die MBS Naturstromspeicher Gaildorf GmbH bedeutet das, dass der Baubeginn im Herbst dieses Jahres vorbereitet werden kann. "Die konkrete Planung beginnt ab heute", sagte Alexander Schechner von der MBS gestern auf Anfrage. Gleichwohl müsse noch die Frage der Rechtssicherheit beantwortet werden - sollte der Petitionsausschuss der Petition nicht abhelfen, den Petenten also nicht recht geben, bliebe diesen immer noch der Weg vor ein Gericht.

Für Schechner ist die Genehmigung durch das Landratsamt "ein Meilenstein". Man habe nun reelle Chancen auf eine feste Einspeisevergütung nach dem derzeit geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG. Eine Genehmigung zu einem späteren Zeitpunkt hätte unter Umständen bedeutet, dass die Einspeisevergütung nach dem ab 2016 gültigen reformierten EEG geregelt würde, das unter dem Stichwort "atmender Deckel" die Vergütung über die Zahl der Bauanträge regelt.

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Kommentare

10.05.2014 10:44 Uhr

Graustromspeicher genehmigt.... oder nur eine neue SWP-ENTE!?

"Eine Genehmigung zu einem späteren Zeitpunkt hätte unter Umständen bedeutet, dass die Einspeisevergütung nach dem ab 2016 gültigen reformierten EEG geregelt würde, das unter dem Stichwort "atmender Deckel" die Vergütung über die Zahl der Bauanträge regelt." - Vorstehend aus dem Artikel ist wohl die einzige, zutreffende Wortfolge in vorstehendem Artikel.

Ansonsten ist da wohl schon die Überschrift falsch. Was da genehmigt wurde, oder wird - wird man sehen. Was beantragt wurde konnte man sehen. Auch die Erörterung im Dezember13 hat dann noch einiges aufdecken können. Das swp es fertig bringt einen desolaten und in weiten Teilen unqualifizierten Bauantrag mit dem Prädikat "GENEHMIGT" zu verkaufen - zeigt vielleicht deutlicher den Standard mit dem RUNDSCHAU-GAILDORF recherchiert - als den aktuellen Stand des Verfahrens.

Mit kleinen Taschenspielertricks wird ein fragmentierter, und in weiten Teilen unqualifizierter, Bauantrag, der zudem noch fremden Ausgleich "aufsaugen" möchte, und selbst weder zu Umweltverträglichkeit noch zu Ausgleich etwas nachhaltiges leistet - bestimmt nicht besser. Da setze ich nun mehr Vertrauen in die Naturschutzbehörden und die amtlichen Stellen, als in Juristen. Die GRÜNE LANDESREGIERUNG, die vom eigenen UMWELTMINSTER diesen unökologischen Klotz ans Bein bekommt, wäre wohl zum Straucheln freigegeben. Ein Privates Speicherprojekt - das eine NATURNAH gestaltete FLUTMULDE in einem wertvollen AUENGEBIET neben dem FLIEßGEWÄSSER KOCHER aufsaugt, das wird nicht nur Herr KRETSCHMANN durchschauen - das erkennt jeder einzelne Bürger als Missstand.

Nun, da auch klar zu Tage tritt, das Alexander S. nicht der künftige Betreiber ist - sondern ganz andere Kategorien hinter dem Projekt stehen, klärt sich auch in diese Richtung vieles. Viel deutlicher als viele Worte ist doch, dass von einem Bauantrag, der vor ca 5 Monat genehmigt sein sollte, bist heute nichts zu hören war, außer nichtssagende Floskeln. Ein privates Graustrom-Speichertöpfle, das zu Energiewende Effizienz und Nachhaltigkeit... nichts leistet - dem Bürger den Strompreis künftig nur verteuern wird (siehe Artikel) - Warum sollte ein LRA oder ein UMWELTMINSTER das genehmigen? Nur damit Fördermittel in sinnlose Planungen fließen, Fördermittel des EEG eingesetzt - um die Stromkosten alleinerziehender Mütter und Rentner an zu heben?

Da bin ich nun wirklich sehr gespannt, welcher Politiker für GRAUSTROMSPEICHER seinen Namen und sein Dienstsiegel geben wird. Meine private Vermutung: NIEMAND - das Projekt ist nicht innovativ, der Bauantrag ist nicht freigabefähig. Wenn einer nun Juristen beschäftigen möchte, so kann er das gerne tun. Die Aufgabe des NATURSTROMSPEICHER-Bauantrages wäre es gewesen, die Freigabefähigkeit lückenlos darzustellen - das konnte NATURSTROMSPEICHER bisher nicht. Soviel zu Rechtsanspruch.

Da ändert auch dieser SWP-Artikel nichts. G'schmäckle bleibt natürlich: Respektiert unser LANDES-UMWELTMINISTER das PETITIONSRECHT ...die BÜRGERFRAGEN?

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08.05.2014 22:42 Uhr

Energiewende - das Ziel

Sehr geehrter Herr Herter,

Ihre Kommentierung kann ich zu großen Teilen bestätigen. Es freut mich der konstruktive und sachliche Inhalt.

Die Energiewende bedeutet große Eingriffe, bringt Nachteile für Anwohner und wirtschaftliche Risiken für Investoren mit sich. Aus meiner Sicht besteht das Problem nur darin, dass wir aktuell kein verträgliches Konzept zur Energieversorgung haben. Wir sind doch überwiegend der Meinung, übrigens in nahezu der ganzen Welt, dass wir mit Kohle, Gas und Atom auf Dauer nicht klarkommen.

Ich persönlich möchte schnellst möglich meinen Verbrauch im Strom meinen Wärmebedarf und meine Mobilität aus erneuerbaren Quellen decken. Die Verbrennung polnischer Impotkohle im Kohlekraftwerk in Ulm um meinen PC und unsere Waschmaschine anzutreiben, halte ich für nicht akzeptabel.

Wir sehen die Chance dazu im Wind, der Sonne, der Wasserkraft im Biogas und der Biomasse insgesamt.
Aber wir benötigen dazu leider tausende von Windanlagen alleine in Baden-Württemberg und riesige PV Flächen.

Unsere Untersuchungen zeigen zweifelsfreii, dass die Pumpspeicherung diesen Weg hin zu 80% erneuerbarer Stromerzeugung beschleunigen wird. Nicht alle wollen diese Beschleunigung.
Die ENBW hingegen entwickelt sich unter dem neuen CEO zum fortschrittlichsten Energieversorger in Deutschland.
http://www.enbw.com/unternehmen/presse/pressemitteilungen/presse-detailseite_67264.html

Es ist mir bekannt, dass Sie gegen den Pumpspeicher im Blautal kämpfen. Die Pumpspeicher werden aber tatsächlich gebaut und intensiv zum Einsatz kommen. Viele Generationen werden damit Ihren Naturstrom managen und in Zeiten des Mangels die wenigen eingelagerten Brennstoffe auch mit den Pumpspeicherm zur Abdeckung der Last einsetzen.

Die Energiewende kann jetzt vollzogen werden. Entsprechend einer neuen Bewertung des IWES können wir ganz Deutschland mit 1000TWh Strom komplett betreiben. ( Strom, Wärme und Verkehr)
Darin steckt die Revolution der Energiewende. Zuerst brauchen wir ein gutes erneuerbares Stromsystem (mit Tagesspeichern) dann kommt die effiziente Wärmeversorgung und schließlich der hocheffiziente elektrische Verkehr.

Wollen wir wirklich darauf verzichten weil wir z.B. keine Windräder in unseren Lebensräumen wollen ?

Der Naturstromspeicher ist ein guter Schritt. Wir haben alles getan für eine verträgliche und möglichst landschafstintegrierte Planung. Nur seriöse und renommierten Gutachter wurde beauftragt um hier die Sicherheit zu haben, dass die Verträglichkeit für Mensch und Tier gegeben ist.

Mit wenigen großen Einzelanlagen wird sehr viel Strom produziert, da wir mit dem Speicherfundament besser in die Höhe kommen. Die Überschüsse der Region werden für Stunden zwischengespeichert bis Sie wenige Stunden später verbraucht werden.

Ich bedanke mich bei Ihnen für die abschließenden Worte Ihrer Kommentierung: "Wenn es schon gebaut wird dann soll es auch gelingen"

Alexander Schechner

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08.05.2014 10:33 Uhr

Sogenannter "Naturstromspeicher" bleibt spannend

Ein wichtiger Schritt, in der Tat.

Innovativ ist das Projekt mit seinen neuartigen Turmfußspeichern, die einiges an Landschaftsverbrauch minimieren. Insgesamt bleibt die Anlage mit ihrer Weltrekordhöhe der Windräder von teils über 240 Metern und den Ober- und Unterbecken für den Speicher natürlich ein schwerer Eingriff in die Natur und auch eine große Belastung für die Anwohner.

Fragen und Risiken gibt es noch viele bezüglich der Wirtschaftlichkeit.
Windräder sind aufgrund der zwischenzeitlich (völlig zu Recht) deutlich gesunkenen EEG-Förderung speziell im Schwachwindgebiet Süddeutschland bezüglich der Refinanzierung oft "auf Kante" genäht, es gab in der Vergangenheit schon viele Enttäuschungen für die Investoren:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nach-prokon-insolvenz-gegen-wind-1.1948031-2

Es kann gutgehen, es muss aber nicht.

Speziell der Pumpspeicher-Teil ist mit geschätzen Kosten von ca. 25 bis 30 Millionen Euro bei einer Leistung von 16 MW im Vergleich zu anderen derzeit geplanten PSW-Projekten bezogen auf die gleiche Speicherkapazität oder auch die gleiche Leistung deutlich teurer zu bauen. Eine potentiell schwere Hypothek für die erhoffte Wirtschaftlichkeit.
Jeder Investor begibt sich hier auf lange Zeit (vermutlich zehn oder eher mehr Jahre) in einen ungewissen Energie-Markt, der sehr stark von zukünftigen politischen Beschlüssen und Gesetzen abhängig sein wird, die niemand vorhersehen kann.
Es gibt erfahrene PSW-Planer, die diese Risiken für so hoch einschätzen, dass sie auch aus in der Planung schon weit fortgeschrittenen Projekten deswegen aussteigen, wie den Energieversorger RWE beim Pumpspeicher Atdorf im Schwarzwald:

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/umstrittenes-bauvorhaben-rwe-steigt-bei-pumpspeicherkraftwerk-atdorf-aus/-/id=1622/did=13308224/nid=1622/1eqdt7x

Auch hier gilt: es kann gutgehen, es muss aber nicht.

Wenn denn dieses Großprojekt tatsächlich gebaut wird, kann man dem Projekt nur viel Erfolg wünschen und hoffen, dass sich die Annahmen zum wirtschaftlichen Erfolg erfüllen mögen und der Nutzen für die Versorgungssicherheit tatsächlich die massiven Eingriffe in die Umwelt aufwiegen bzw. zumindest halbwegs rechtfertigen kann.

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