NABU Gaildorf lädt zur nächtlichen Exkursion - Windräder könnten Tiere gefährden

Gut 40 Fledermaus-Fans trafen sich am Sonntagabend zur 19. "Bat-Night" des Nabu in Gaildorf. Zum Nachtspaziergang eigens aus Ludwigshafen angereist war "Batwoman" Lena Schindler.

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  • "Bat-Night" des Nabu Gaildorf: Leonie Mann betrachtet das Präparat einer verunglückten Fledermaus. Fotos: Werner Schmidt 1/2
    "Bat-Night" des Nabu Gaildorf: Leonie Mann betrachtet das Präparat einer verunglückten Fledermaus. Fotos: Werner Schmidt Foto: 
  • Fledermäuse sind ebenso gefürchtet wie beliebt. 2/2
    Fledermäuse sind ebenso gefürchtet wie beliebt. Foto: 
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Die 21-Jährige Lena Schindler aus Ludwigshafen findet "Fledermäuse nicht nur interessant und süß", sie hat auch gleich welche mitgebracht, zur Bat-Night des Nabu Gaildorf am vergangenen Sonntagabend. Ein Dutzend an der Zahl sitzen sie auf ihrer rechten Schulter - als Tattoo.

Fledermausexperte Karlheinz Johe führte durch die Nacht und hatte sogar einige Beispiele im Gepäck. Fledermäuse, die durch Unfälle ums Leben gekommen waren und die er als Präparat konserviert hat. Denn aus der Nähe lassen sich die flinken Tiere nur ungern beobachten. In der Dämmerung und der Nacht gehen sie auf die Jagd nach Insekten, Mücken, Fliegen, Nachtfalter und können sich davon eine ganze Menge einverleiben.

Rund 28 Arten dieser fliegenden Säugetiere, die außer den Namen keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen zu den Mäusen hegen, gibt es in Deutschland, wovon, wie Johe erläutert, mehr als 20 auch im Landkreis Schwäbisch Hall heimisch seien. Hin wieder passiere es auch, dass sich eine Fledermaus in eine Wohnung verirre. Sie fliege dann oftmals auf die Menschen zu, drehe aber kurz vor einer Kollision wieder ab: "Verständlich, wenn man dann verunsichert ist", sagte Johe.

Aber Angst müsse man vor den Tieren nicht haben: "Fenster und Türen öffnen", dann finde sie ihren Weg nach draußen schon von selbst wieder. Sollte sich aber ein Tier im Vorhang verheddern, könne man es vorsichtig befreien - "aber nie ohne Lederhandschuhe". Denn die Tiere können sich mit ihren kleinen, spitzen Zähnen heftig wehren und zubeißen.

Ihre Beute orten Fledermäuse im Flug, indem sie Ultraschall-Geräusche ausstoßen, deren Echo sie mit ihren großen Ohren aufnehmen und dabei erkennen, ob es Beute ist oder ein Hindernis. Als gefährlich für die Tiere werten der Nabu und Johe Windräder: "Wenn die Limpurger Berge mit denen bestückt sind, wird das sicher ein Problem für die Tiere." Vor allem der Große Abendsegler, eine der mit einer Spannweite von um die 40 Zentimeter größeren hier lebenden Fledermäuse, könnte in Gefahr geraten, da er bevorzugt in einer Höhe von um die 100 Metern jage.

Eine regelrechte Fledermaus-Invasion mussten übrigens die Kolleginnen und Kollegen unserer Sonderredaktion beim Haller Tagblatt kürzlich bewältigen.

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