Most-Hocketse bringt Leben ins Dorf

Die Ottendorfer Mosterei lädt in den Farrenstall. Ende September wird die Presse wieder laufen, wegen der Frühjahrskälte wird allerdings wenig Ertrag erwartet.

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Mostexperten (von links): Eva Ehrhardt (Vorsitzende), Günter Ingenhaag, Frieder Sanwald (Vize), Roland Niebel (Ehrenvorsitzender), Friedrich Moll beim Verkosten.  Foto: 

Mosttrinker sind Naturschützer“  – strikt nach diesem Motto leben alle Mitglieder des Vereins Ottendorfer Mosterei, der für Samstag wieder zur Mosthocketse in den ehemaligen Farrenstall eingeladen hatte. Nicht wenige folgten dem Aufruf. Auch Bürgermeister Frank Zimmermann mit Familie und sein Stellvertreter Heinrich Reh waren gekommen, um sich ein Bild zu machen. Passend zum Anlass hatten die Mitglieder neben Alkoholfreiem und Bier auch ihre Gär- und Süßmost-Spezialitäten in all ihren Variationen zum Probieren bereitgestellt. Am kühlen Abend fand dann Eva Ehrhardts Glühmostvariante den meisten Zuspruch.

Der Verein besteht zwar erst seit 13 Jahren, kann jedoch auf eine viel längere Tradition zurückblicken.  Seit 1956 wird in Ottendorf gemostet, damals noch unter der Regie der Spar- und Darlehenskasse, ab 1981 dann unter der Volksbank Gaildorf. Nach deren Fusion mit der Volksbank Schwäbisch Hall im Jahr 2002 wurde es notwendig, zum Weiterbetrieb einen nach Möglichkeit gemeinnützigen Verein zu gründen. Dies sei, wie der Ehrenvorsitzende Roland Niebel berichtet, nach Überwindung mancher Hürden dann 2004 geschehen.

In den letzten Jahren sind die Mitgliederzahlen stetig auf  ak- tuell 147 angewachsen, was nicht zuletzt dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass kein Mitgliedsbeitrag zu entrichten ist. Günter Ingenhaag aus Spöck ist bereits seit dem zweiten Jahr aktives Mitglied, mittlerweile im Vorruhestand und dadurch zum „Berufsmoster“ aufgestiegen.

Sein Most besteht vorzugsweise zu zwei Dritteln aus Äpfeln und zu einem Drittel aus Birnen. Er wird auch dabei sein, wenn Ende des Monats die Presse wieder in Betrieb genommen wird. Heuer sei aus den um Ottendorf liegenden Flächen wegen der Frostnächte im April nicht viel Obst zu erwarten, sagt er. Man sei daher auch auf Anlieferer aus der weiteren Umgebung angewiesen. Bis in den Gmünder Raum und nach Rot am See reicht das Einzugsgebiet.

Vorstandsvize Frieder Sanwald ergänzt nicht ohne Stolz, dass der Verein in guten Jahren  im Schnitt 15.000 Liter Süßmost und zirka 50.000 Liter Gärmost hergestellt habe und sich, was die Qualität anbelangt, hinter den Bio-Abfüllern  nicht zu verstecken brauche. Bewährt habe sich die Zusammenarbeit mit dem Saftverwerter „Hohenloher Fruchtsäfte“.

Info Am 15. September findet im Adler in Spöck die Mitgliederversammlung statt, bei der erstmalig auch ein Film über die Mosterei gezeigt werden soll. 

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