Mobilfunk-Inititative spricht sich gegen WLAN an Schulen aus

Nur Gymnasiasten haben Informatikunterricht. Das will das Land ändern und stößt damit auch auf Widerstand.

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Bernhard Geißler, Vorsitzender der „Bürgerinitiative Risiko-Mobilfunk-Gaildorf“ (BI), und Magdalene Schick, haben Bürgermeister Frank Zimmermann eine DVD des Films „Thank You For Calling“ von Klaus Scheidsteger überreicht. „Dieser Report zeigt schlüssig auf, dass unter dem Einfluss der Mobilfunkindustrie über die Gesundheitsrisiken digitaler Funktechniken kaum mehr gesprochen wird. In Filminterviews mit Betroffenen erkennen wir, dass auch kritische Forscher unter Druck gesetzt und deren Erkenntnisse in Misskredit gebracht werden,“ teilt die BI mit.

Schulen ohne WLAN

Die Mitgliederversammlung hat eine Informations-Aktion beschlossen. „Über die Hälfte der Gemeinderäte und Ärzte haben schon die DVD,“ sagt Geißler. Die BI möchte damit für die gesundheitlichen Risiken von digitalem WLAN sensibilisieren, denn mit der Umsetzung der „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ wären Schulen flächendeckend mit WLAN ausgerüstet. „Die Gesundheit unserer Kinder ist ebenfalls ein Teil unserer Zukunft,“ argumentiert die BI.

„Meines Wissens stellt außer dem Gymnasium keine Schule im Limpurger Land WLAN zur Verfügung“, sagt Gabriele Sengstock klar. Die Schulamtsdirektorin im Staatlichen Schulamt Künzelsau ist für den Sprengel Gaildorf zuständig. Sie habe sie erst kürzlich besucht und sei deshalb auf relativ aktuellem Stand, räumt sie gegenüber unserer Zeitung ein.

Aktuell gebe es nicht genügend Lehrkräfte für Informatik, wägt Sengstock ab. Die Frage sei auch, in welchem Umfang die Schulträger aktiv werden und zu welchen Investitionen sie bereit wären. Die Schulamtsdirektorin verdeutlicht, dass die Umsetzung der Bildungsoffensive wohl noch eine Zeitlang auf sich warten lassen wird.

Bei diesem Digitalpakt geht es um die Ausstattung von bundesweit 40.000 Schulen mit digitalen Endgeräten und deren Vernetzung. Dafür soll der Bund fünf Milliarden Euro bereitstellen. In einem ersten Schritt sollen alle Realschüler ab Klasse 7 Informatikunterricht erhalten. Über den Einsatz des Internets im Unterricht hinaus sieht das Strategiepapier eine Bildungsplattform zwischen Schulen zum Datenaustausch vor, erklärt Sengstock. Jede Schule bemühe sich, mit der Mediengesellschaft Schritt zu halten, und manche seien projektartig bereits gut am Netz, berichtet  die Schulamtsdirektorin.

Ein wichtiger Pfeiler seien die Bildungsplänen, die bereits zum Schuljahr 2016 in Kraft traten. Sie betonen Medienbildung als eine „fächerübergreifende  Leitperspektive“ mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche für den vernünftigen, verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien fit zu machen. Geißler räumt auf Anfrage unserer Zeitung ein, er sei sich bewusst, dass man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann, er halte es allerdings für seine „Pflicht oder Verantwortung, die Bevölkerung über die Gefahren des Mobilfunks zu warnen. Nicht mehr und nicht weniger ist die Informations-Aktion.“

Halten uns an Vorschriften

Bürgermeister Frank Zimmermann hat den Film „Thank You für Your Calling“ noch nicht angeschaut. „Ich weiß auch noch nicht, wann ich dazukomme, sagt er. Sofern die Stadt in öffentlichen Gebäuden oder andernorts WLAN einrichtet, „werden selbstverständlich die geltenden gesetzlichen Vorschriften beachtet. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

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