Mit Geld und Muskelkraft zum Ziel

Laufener Bürger wollen nicht länger auf die gewünschte Friedhofsüberdachung warten. Sie wollen Spenden sammeln und beim Bau auch selbst Hand anlegen.

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Blick auf den Laufener Friedhof, wo die Überdachung gebaut werden soll; im Hintergrund die Heerbergskirche.  Foto: 

Bei hochsommerlichen Temperaturen wie jetzt, aber auch bei Regen oder Schnee sind Beerdigungen auf dem Friedhof in Laufen doppelt schwer. Denn die bisherige, etwa 18 Quadratmeter große Überdachung, bietet gerade den engsten Familienangehörigen etwas Schutz. Damit soll bald Schluss sein: Gemeinderat Christoph Stier hatte die Idee: „Wenn der Gemeinde das Geld fehlt, machen wir es einfach selbst!“

Bereits 2009 diskutierte der Gemeinderat mehrere Varianten einer neuen Überdachung, schob den Bau aus Kostengründen jedoch immer wieder hinaus. Bei der derzeit klammen Haushaltslage steht das Vorhaben ohnehin nicht zur Debatte. So kam Christoph Stier die Idee: Wem die Überdachung wichtig ist, der spendet etwas dafür. Kleine wie größere Beträge sorgen dafür, dass das Vorhaben möglichst bald verwirklicht werden kann. Er selbst hat darüber hinaus seine Muskelkraft als Helfer angeboten – und er geht davon aus, dass viele Bürger Laufens es ihm gleich tun werden.

Bürgermeister Markus Bock und Architekt Manfred Schoch hat er genauso für seinen Plan begeistert wie Bauunternehmer Gerhard Haas und Zimmermann Ulrich Köngeter, die ihre Mithilfe und Bauleitung zugesagt haben. Auch seine Gemeinderatskollegen zeigten sich überzeugt. Einhellige Meinung: „Das schaffen wir!“ Schließlich sei auch der Altenbergturm so realisiert worden.

Zunächst, so lautete der Beschluss, solle versucht werden, den nötigen Betrag über Spenden einzuwerben. Sollte ein Restbetrag fehlen, so versprachen die Räte, dann lege die Gemeinde den obendrauf.  Beschlossen ist das Vorhaben damit, den Baubeginn bestimmen die Laufener – und selbstverständlich auch Sulzbacher – durch ihr Engagement nun selbst. Benötigt werden für die Überdachung aus Holz und Ziegeln rund 55.000 Euro, etwa 20 Prozent, so rechnet Architekt Manfred Schoch, lassen sich durch ehrenamtliche Hilfe und den Einsatz des Bauhofes sparen. Er hat einen Plan auf Grundlage der alten Überlegungen entwickelt, der die Räte auch optisch überzeugte. Sein Vorschlag greift die Dachform des bestehenden Gebäudes auf und führt sie fort. Der überdachte Platz ist dann viermal so groß – etwa 100 Menschen finden darunter Schutz. Kommen ordentlich Spenden zusammen, wäre sogar noch Luft für einen zweiten Bauabschnitt: rund 47.000 Euro würden der Anbau einer barrierefreien Toilette und eines kleinen Umkleideraums für den Pfarrer kosten.

Wen die Pläne interessieren – Bürgermeister Bock bietet an, sie im Rathaus persönlich zu erläutern. Er lobte Christoph Stiers Initiative: „Nicht schlecht – das ist bekanntlich das größtmögliche schwäbische Lob!“

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