Mit 2,7 Millionen Euro in der Kreide

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Bürgermeister Bock, Gemeinderäte und Planer durchschneiden das Band und geben damit den sanierten Marktplatz frei. Die Gemeinde hat 300 000 Euro investiert.  Foto: 

Mit 1 062,80 Euro hat Sulzbach-Laufen im Jahr 2016 den seit Jahren höchsten Schuldenstand pro Einwohner erreicht. Mit insgesamt 2,7 Millionen Euro stand die Kochertalgemeinde Ende des Jahres 2016 in der Kreide. „Das ist schon ganz ordentlich“, seufzte Bürgermeister Markus Bock in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zwar liegt man damit immer noch knapp unter dem Landesdurchschnitt, aber seit 2011 steige die Verschuldung kontinuierlich an. Dem stehe, so Kämmerin Natascha Beißwenger, ein Wertzuwachs durch die Großinvestitionen wie Wasserversorgung, Kläranlage oder Feuerwehrmagazin gegenüber. Oberste Priorität müsse weiterhin das Sparen sein.

Großprojekte gestemmt

Dem stimmte auch der Schultes zu: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht in Projekte stürzen, bei denen wir dann die Notbremse ziehen müssen.“ Ohne gute Zuschussquoten sei kein Großprojekt mehr zu verwirklichen. Natascha Beißwenger mahnte zur Vorsicht und Ausgabendisziplin. Die Entwicklung der Gewerbesteuer sei absolut nicht einschätzbar: „Sie ist extrem konjunkturabhängig und  nicht verlässlich. Nachberechnungen und Korrekturen könnten auch künftig die Planung jederzeit komplett umwerfen.“ Aktuelles Beispiel: Nachdem sich Sulzbach-Laufen bis zur ersten Hälfte des Jahres 2017 vom Einbruch der Gewerbesteuer 2016 in Höhe von einer Million Euro erholt zu haben schien, und die Gemeinde bereits vorsichtig aufatmete, ist nun alles wieder hinfällig. Beißwenger: „Derzeit sind wir wieder deutlich im Soll.“

Dennoch haben es die Sulzbach-Laufener geschafft, das Jahr 2016 besser abzuschließen als befürchtet. Mit Einsparungen und vorsichtigem Haushalten habe man versucht, das „Loch“  möglichst klein zu halten. So fehlten schließlich „nur“ knapp 336 000 Euro im Haushalt. Diese musste die Gemeinde über einen Kredit finanzieren. Entsprechend positiv überrascht zeigte sich Gemeinderat Wolfgang Hägele: „Wir haben doch noch etwas mehr in der Rücklage als gedacht.“

 Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Jahresrechnung. Mit 7 675 700 Euro schließt der Verwaltungshaushalt ab. Er liegt damit knapp 975 000 Euro unter dem Planansatz. Der Vermögenshaushalt schließt mit 1 794 790 Euro ab und liegt ebenfalls unter dem Ansatz. Dieser lag bei 1 943 500 Euro.

Außerdem genehmigten die Räte die vorgeschlagenen Einnahme- und Ausgabereste, die unter anderem für die Marktplatzsanierung gebildet worden waren. Bürgermeister Bock bedankte sich bei Natascha Beißwenger, für die es nicht nur durch das finanzielle Auf und Ab ein „happiges“ Jahr gewesen sei. Daneben ist sie gerade dabei, den Haushalt 2018 vorzubereiten, der nach der neuen Doppik geführt werden muss.

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